Jutta Wegner
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Deutschlandticket ist zweifellos eine Revolution im öffentlichen Nahverkehr – bundesweit in den Bussen und Bahnen im Nahverkehr unterwegs sein zu können, ohne sich über Tarife und Zonen Gedanken machen zu müssen. Das Deutschlandticket hat das Potenzial, das Mobilitätsverhalten der Menschen nachhaltig zu verändern und für eine Verlagerung hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sorgen. Die Ampelkoalition im Bund hat hier ganze Arbeit geleistet. Doch wir alle wissen, um dieses Ticket gab und gibt es viele Diskussionen. Erst Mitte November wurde es wieder von CDU/CSU infrage gestellt, und das ist Mist. Und auch die ständigen Finanzierungsdebatten in den Verkehrsministerrunden sind kontraproduktiv und müssen endlich aufhören. Das andauernde Gezanke von Bund und Ländern über die Finanzierung und damit die Fortführung des Deutschlandtickets verunsichert die Bevölkerung. Was wir jetzt stattdessen brauchen, ist eine langfristige Perspektive und Sicherheit für dieses Angebot. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wie können wir das erreichen? Indem wir das Deutschlandticket für mehr Menschen attraktiv machen und so die Einnahmen steigern. Ein Deutschlandticket als Jobticket für die Landesbeschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung. (Horst Förster, AfD: Eine Schnapsidee ist das.) Mit einem Deutschlandticket als Jobticket geht das Land als Vorbild für klima- und umweltfreundliche Mobilität (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD) mit gutem Beispiel voran. Mit dem Angebot eines vergünstigten Deutschlandtickets als Jobticket unterstützt das Land die Landesbeschäftigten dabei, auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ah! Der Autohass hat euch getrieben wieder.) Jeder Landesbeschäftigte, der vom Auto auf Bus und Bahn umsteigt, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Sehen Sie, hab ich recht gehabt.) reduziert den CO -Ausstoß und trägt zur Verkehrswende 2 bei. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Die große Zahl der Landesbeschäftigten macht diese Gruppe zu einem nicht zu unterschätzenden Faktor in unseren Bemühungen um eine nachhaltige Mobilität. Angesichts des Fachkräftemangels, der auch im öffentlichen Dienst immer stärker zu spüren ist, wäre die Bezuschussung des Deutschlandtickets ein wichtiges Signal für eine moderne und attraktive Landesverwaltung. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Das Land muss wettbewerbsfähig … (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD) Sie können auch gleich reden, Herr Förster. Das Land muss wettbewerbsfähig bleiben gegenüber anderen Arbeitgeber/-innen. Ein solcher Zuschuss ist ein Baustein zu mehr Attraktivität des öffentlichen Dienstes und ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten des Landes. Indem wir mehr Menschen für das Deutschlandticket gewinnen, stärken wir dessen Zukunftsfähigkeit. Je mehr Nutzer, desto stabiler die Finanzierung, desto sicherer die Perspektive dieses innovativen Mobilitätsangebotes. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Sie wissen schon, dass das subventioniert ist, dass das einer zahlen muss. Oder ist Ihnen das nicht klar?) Und darum geht es uns am Ende. Das Deutschlandticket zu stärken und langfristig zu sichern, das ist uns ein Herzensanliegen. So können die Verkehrsbetriebe und die Bahn mit langfristiger Nachfrage rechnen und entsprechende Angebote schaffen. Und die Menschen haben Klarheit und wissen, sie müssen sich über Jahre hinaus nicht mehr über Tarife und Zonen Gedanken machen. Einfach einsteigen und losfahren, so einfach wie Autofahren. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ja, wenn die Bahn kommt.) Diese Errungenschaft wollen wir sichern. Darum unser Antrag, der auf diesem Weg ein wichtiger Schritt ist, und ich bitte Sie um Ihre Zustimmung. – Vielen Dank! (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD – Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
