Dr. Till Backhaus
So, aber wenn ich dann noch einmal sagen darf für Mecklenburg-Vorpommern, das ist doch wirklich eine interessante Zahl, wir kommen aus der letzten Inventur, die ist zehn Jahre her, da hatten wir einen Holzvorrat auf den Hektar oder insgesamt im Lande von 167 Millionen Kubikmeter Holz. Wir liegen jetzt bei 184. Das sind ja gut 10, fast 12/13 Prozent mehr. Ich will auch ausdrücklich sagen, dass der Waldumbau, den wir angeschoben haben, im Übrigen auch mit klimaresilienteren Baumarten, die Schwarznuss … Ich weiß nicht, wie viele Bäume ich tatsächlich gepflanzt habe mit Schülerinnen und Schülern, oder auch unser 20-Millionen-Programm. Ich will noch mal ausdrücklich meine Fraktion, jetzt muss ich mal die SPD-Fraktion besonders herausheben, aber DIE LINKEN haben damals auch schon mitgemacht. In der letzten Legislaturperiode haben wir das 20-Millionen-Programm auf den Weg gebracht. In anderen Regionen sind 500 Millionen bis 1 Milliarde an Geld aufgenommen worden, weil die Schäden so immens waren. Wir haben 20 Millionen bekommen innerhalb unseres Hauses und haben daraus das Aufforstungsprogramm entwickelt, aber auch Maßnahmen für die Bildung mit Schülerinnen und Schülern und verschiedenste andere Maßnahmen bis hin im Übrigen zum Waldbrand. Wissen Sie noch? Es gab einen Waldbrand in Lübtheen, die 1.000 Hektar. Im Übrigen, das 50-Millionen-Programm, das dann für die Feuerwehren aufgelegt worden ist, ist in Lübtheen entstanden. Und ich habe das mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass es bei den Feuerwehren hervorragend angenommen worden ist und wir gewaltige Investitionen damit auch in die Sicherheit der Wälder und auch der Allgemeinheit hinein investiert haben. Und auch dafür meinen allerherzlichsten Dank! Ich glaube auch, dass es richtig ist, dass wir noch mehr herausarbeiten, die Waldmehrung geht weiter. Und es ist tatsächlich so, wir haben innerhalb der letzten zehn Jahre 24.000 Hektar mehr Wald. Und das ist eine gewaltige Zahl. Insofern, wenn man zehn Jahre betrachtet, dann nehme ich zur Kenntnis, dass wir damit insgesamt sowohl mit den Privatwäldern, aber auch mit Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen und auch mit unserem Aufforstungsprogramm – das sind ja bis zu 1.000 Hektar, die pro Jahr rausgenommen werden aus der landwirtschaftlichen Urproduktion –, haben wir das größte Aufforstungsprogramm in Deutschland überhaupt auf dem Weg. Und im Übrigen – auch das ist schon angedeutet worden –, ich finde es bemerkenswert, dass mittlerweile der Laubholzanteil in Mecklenburg-Vorpommern höher ist als der Nadelholzanteil. Gehen Sie mal in andere Bundesländer! Gucken Sie sich das mal an in der Waldinventur! Da nehme ich zur Kenntnis, dass wir da einsame Spitze in Deutschland sind. Und das macht mich stolz. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Ja, ja, selbstkritisch muss man auch erkennen, die Esche fällt aus, das Eschentriebsterben ist ein Problem. Das heißt, eine besondere Baumart, die fällt aus in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Und ein anderer Wermutstropfen ist noch da: Wir haben einen zu hohen Wildbestand in Mecklenburg-Vorpommern. Die Verbissrate, ja, die Verbissrate innerhalb des Landes ist sehr, sehr hoch. Das heißt, die Wildschäden sowohl in der Landwirtschaft als auch in den Wäldern, in den Forsten sind relativ hoch, und deswegen – das Landesjagdgesetz ist schon angesprochen worden –, das Wildwirkungsmonitoring wird jetzt eingeführt auf der Gesamtfläche. Und wir müssen alles daransetzen, dass die Wildbestände so angepasst werden, dass wir tatsächlich, wenn man es so will, die Erneuerung unserer Wälder und den Umbau der Wälder ohne Zäune auf den Weg bringen wollen und müssen. Und insofern, glaube ich, darf man auch noch mal ausdrücklich sagen, dass in einem Zeitraum von zehn Jahren der einschichtige Anteil und damit strukturarme Bestände um weitere 8 Prozent auf 32 Prozent angehoben worden ist. Insofern läuft der Waldumbau auch innerhalb unserer Landesforst. Und wir setzen natürlich auf die Naturverjüngung, weil wir insgesamt diesen Umbaumaßnahmenprozess über die Naturverjüngung umsetzen wollen und nicht durch gezielte Pflanzen und Initialzündungen oder Pflanzmaßnahmen an bestimmten Stellen. Ja, insofern, glaube ich, wird auch deutlich, dass auch die Frage des Naturschutzes … Und wir haben in Mecklenburg-Vorpommern, auch das sollte jeder sich noch mal ganz nüchtern betrachten, 67.000 – 67.000! – Hektar komplett aus der Produktion genommen. Das ist insbesondere in den Nationalparken, Biosphärenreservaten und natürlich auch in den Gebieten des Nationalen Naturerbes. Es gibt kein Bundesland, das zwölfeinhalb Prozent seiner Anteilsfläche aus der Produktion genommen hat in Deutschland. Da sind wir spitze. Das haben wir auch bewusst gemacht. Und ich glaube, damit auch einen Beweis dafür anzutreten, dass Naturschutz, Klimaschutz, sauberes Wasser zusammengedacht werden, und da macht uns auch keiner was vor. Wir reden nicht über den Klimaschutz und den Artenschutz oder reisen durch die Welt, wo nichts bei rauskommt am Ende, sondern wir suchen nach Lösungen. Und die können sich sehen lassen. Darauf bin ich stolz, meine Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Das Letzte, das Letzte, was ich noch mal dick unterstreichen möchte: Ich glaube, wir brauchen die Anerkennung als Kohlenstoffsenke, weil wir damit – Herr Damm, das haben Sie eben angedeutet –, weil wir damit natürlich auch vor dem Hintergrund der Übergänge in die CO - 2 Neutralität gut steuern können mit Anreizen, mit Anreizen, nicht mit der Brechstange. Ich weiß, dass Sie da allergisch sind, aber ich sage es noch mal, wir wollen die Unternehmen mitnehmen, wir wollen die Wald- und Bodeneigentümer insgesamt mitnehmen, und wir wollen damit natürlich auch beweisen, dass ein Prozess des Miteinanders auch sehr gut umzusetzen geht. Insofern will ich abschließend noch mal betonen, Mecklenburg-Vorpommern ist in dieser Frage, weil das heute Morgen auch schon eine Rolle gespielt hat, wir seien immer auf dem letzten Platz bei bestimmten Entwicklungen, ich sage mal sehr deutlich, im Agrarbereich, im forstlichen Bereich und auch in der Land- und Ernährungswirtschaft rangieren wir in der Regel entweder auf dem ersten Platz oder im ersten Drittel. Und bei der Forst, das will ich denn abschließend auch noch mal sagen, sind wir im Bundesvergleich – und das ist auch so bewertet worden – überdurchschnittlich gut. Und der Naturschutz im Übrigen findet auf einem sehr hohen Niveau statt. Das ist uns belegt worden. Und deswegen wünsche ich an dieser Stelle für Weihnachten – morgen werden wir noch mal über die Landwirtschaft reden –, aber für den Bereich der Forst wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Frieden und Demokratie – das ist heute von Reinhard Meyer gesagt worden – sind das höchste Gut, und dieses gilt es zu verteidigen. Und gehts dem Wald gut, gehts den Menschen gut. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
