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Christian Albrecht

Die Linke 11.12.2024 Sitzungen 8/93

Nein, so nicht. Also ich kann das, wie gesagt, versuchen, noch mal ein bisschen auszuführen. Das ist aus einer Zeit, da hatten wir noch eine ganz andere Stratifizierung des Bildungssystems, eine Auslese, da gabs noch ganz viele Menschen, die haben einfach eine Primärausbildung gehabt, vier Klassen, und dann haben die irgendwo auf dem Feld oder in der Fabrik gearbeitet, haben in Elend gelebt und sonst was. (Zuruf vonseiten der Fraktion DIE LINKE: Genauso ist es.) Also das muss man dann auch sehen. (Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) Das mag ja sein, dass es in der Spitze eine stärkere Förderung der Eliten gab, (Zuruf von Henning Foerster, DIE LINKE) aber es gab eben auch ganz, ganz viele Menschen, die haben den Zugang zu Bildung nicht gehabt. (Zuruf von René Domke, FDP) So, und die konnten auch entsprechend keine Karrieren dann anstreben. (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) So, und das ist dann immer ein Stück weit die Gretchenfrage, was man an der Stelle dann eben will. (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) Ich bin bereit, oben vielleicht ein bisschen eine Einbuße wegzunehmen oder hinzunehmen, wenn ich dann dafür in der Breite ein deutlich besseres Niveau habe. Aber das sind dann … (Der Abgeordnete Enrico Schult spricht bei abgeschaltetem Saalmikrofon.) Okay, gut. Jetzt bin ich wieder bei meiner normalen Redezeit, ne?! Alles klar! (Zuruf von Horst Förster, AfD) Gut, jetzt haben wir ja gerade schon festgestellt, für die CDU vor allen Dingen ist dieser Einheitslehrer, wie Sie ja sagen, ein Teufelszeug. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Sie sehen hier den ersten Schritt, das Gymnasium abzuschaffen. Das ist ausgemachter Blödsinn: a) gibts überhaupt keine Absicht, das zu tun, b) wäre es ja auch nicht mit dem Lehrer dann getan. Wir müssten ganz grundlegend, (Zuruf von Katy Hoffmeister, CDU) also so in unsere Bildungslandschaft und auch in unsere Schullandschaft eingreifen, dass selbst, wenn man das wollen würde, was ja keiner will, das überhaupt nicht umsetzbar ist. (Torsten Renz, CDU: Wenn Sie vom Kaiserreich sprechen, dann sind wir bei Ihnen vor nichts mehr sicher.) Und c) gibt es auch überhaupt keinen Zusammenhang, überhaupt keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Angebot im Studienbereich und dann der Struktur unserer Schulen. Wenn das so wäre, wenn es diesen kausalen Zusammenhang gäbe, hätten wir ja nach der Wende überhaupt keine Gymnasien aufmachen können. Denn wer hat hier in den letzten 35 Jahren ganz, ganz wesentlich den Schuldienst auch in den Gymnasien abgesichert? (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das waren zum großen Teil Diplomlehrer aus DDR-Zeiten – haben wir ja jetzt schon gehört, Einheitslehrer, Schmalspurlehrer –, (Zuruf von Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) die stufenbezogen ausgebildet worden sind, also das, was Sie ja eben nicht wollen. (Torsten Renz, CDU: Er hat vorhin „Schmalspurlehrer“ gesagt.) Und die haben das hervorragend gemacht. Und ich kann mich auch erinnern, dass hier vor, ich weiß gar nicht, drei/vier Monaten die CDU bei einem ähnlichen Thema – (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) ich meine, da war es Herr Peters – ja auch gesagt hat, ein Stufenlehramt wäre überhaupt nicht in der Lage, fachlich und qualitativ hier ein Gymnasiallehramt zu ersetzen. Das haben Sie auch heute wieder gesagt. Und das ist für mich einfach eine schallende Ohrfeige für all die Leute, die das hier in den letzten Jahrzehnten gemacht haben (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) und den Großteil der Leute hier in diesem Raum und abertausende Kinder in diesem Bundesland erfolgreich zum Abitur geführt haben. Und das qualifizieren Sie einfach mal so im Vorbeigehen ab, und das nicht nur ein Mal, sondern immer wieder. Und da muss ich feststellen, da sind Sie einfach ideologisch verbrämt an der Stelle. (Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE) Und, Herr Schult, auch Sie müssen sich entscheiden: Also Sie haben jetzt einerseits kritisiert, dass wir den Anteil der Fachwissenschaften reduzieren, kommen dann aber zwei Minuten später mit der pädagogischen Hochschule um die Ecke, die ja vor allen Dingen einen sehr starken Fokus auf Didaktik, Pädagogik und … (Enrico Schult, AfD: Und Fachwissenschaften legt.) Na ja, aber irgendwo muss ja was weg, ne?! Also wenn ich mehr Didaktik, mehr Pädagogik mache, dann muss ich das ja irgendwo anders einsparen, weil der Tag hat nur 24 Stunden, und das wird ja gemacht. (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) Und dann sagen Sie, gut, das hat ja einen stärkeren Bezug zur Praxis, und das wollen wir. Aber beides geht irgendwie nicht. Also da müssen Sie sich vielleicht entscheiden. (Zuruf von Sandy van Baal, FDP) Jetzt habe ich mich ja hier ablenken lassen, (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) aber ich sage mal, die großen und kleinen Vorteile, die es ja noch gibt, was die Prüfungslast angeht, die Struktur, da hat ja Frau Ministerin sehr ausführlich zu berichtet, das würde ich mir an der Stelle jetzt dann sparen. Und ja, ich kann einfach nur sagen, ich freue mich dann auf die weitere Debatte in den Ausschüssen und auf die Zweite Lesung. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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