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Enrico Schult

AfD 15.11.2024 Sitzungen 8/92

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es ist gut, dass wir hier noch mal Redezeit angemeldet haben, denn ich habe es mir schon gedacht, dass es eine Lobhudelei sondergleichen wird hier heute. (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) Es ist mir schon klar gewesen, als Sie es nicht wollten, dass der Tagesordnungspunkt gestern, den wir ja als AfD-Fraktion gestellt haben, und wo wirklich acht konkrete Maßnahmen aufgeführt wurden, um die duale Berufsausbildung hier zu stärken in Mecklenburg-Vorpommern, dass das nicht in gemeinsamer Aussprache behandelt wird. Es ist logisch, Sie stellen sich hierhin, Herr Winter, und sagen, es ist alles toll und es ist alles super. (Christian Winter, SPD: Das habe ich nicht gesagt.) Und Sie haben hier ja auch die ... (Christian Winter, SPD: Sagen Sie mir einen Satz, in dem ich das gesagt hab!) Sie haben ja auch die Ausbildungsumfrage 2024 der Industrie- und Handelskammer zitiert. Was Sie allerdings gemacht haben, ist, dass Sie nur die positiven Dinge herauskristallisiert haben. (Christian Winter, SPD: Ja, wenn ich die ganze Umfrage vortrage, ist die Redezeit um.) Und da möchte ich Ihnen das noch mal kurz verdeutlichen, wo wirklich das Problem liegt. Wir haben, in Mecklenburg-Vorpommern haben wir das Problem, dass 43 Prozent der Betriebe nicht ihre Ausbildungsplätze besetzen können und dass – das will ich Ihnen noch mal deutlich sagen – 37 Prozent der Betriebe, (Christian Winter, SPD: Das hab ich erwähnt. Das hab ich erwähnt.) 37 Prozent der Betriebe müssen ihren Auszubildenden Nachhilfe anbieten, weil sie wahrscheinlich die Ausbildung nicht bestehen können. (Zuruf von Christian Winter, SPD) Und das ist das Dilemma, werte Kollegen, das ist das Dilemma, vor dem wir stehen. Sie kratzen immer nur an der Oberfläche, aber Sie gehen nicht in die Tiefe. (Heiterkeit bei Daniel Seiffert, DIE LINKE) Denn wir müssen konstatieren, (Zurufe von Christian Winter, SPD, und Daniel Seiffert, DIE LINKE) wir müssen konstatieren, werte Kollegen, dass sozusagen die Ausbildungsreife oftmals nicht gegeben ist bei den jungen Menschen, die von der Schule kommen. Und das sage nicht nur ich, das sagen auch die Praktiker da draußen. Ich will Ihnen ja auch gar nicht absprechen, dass sie viel unternehmen in dem Bereich Berufsorientierung. (Christian Winter, SPD: Insgesamt in beruflicher Bildung.) Das Konzept, was wir jetzt erarbeitet haben im Bildungsausschuss, super Sache, auch mehr Praktika in den Schulen ist eine tolle Sache, Praxislerntage. Auch Berufsorientierung im Gymnasium, hatten wir gestern gefordert, muss einen höheren Stellenwert erreichen gegenüber der Studienberatung im Gymnasium, oder auch die Praktikumsprämie, um dort mal reinzuriechen in die Unternehmen, das ist richtig. Aber wir müssen uns klarmachen, dass die Ausbildung, die schulische Bildung nicht das sozusagen, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Rüstzeug.) das Rüstzeug, das schulische Rüstzeug ist nicht mehr da, um die Ausbildung durchzustehen. Ich sage es noch mal, wenn ich mir das anschaue, die Zahlen: 16 Prozent der Abiturienten hier in Mecklenburg-Vorpommern gehen in die Berufsausbildung, die anderen gehen studieren. Und das ist so, dass viele von denen, ich sage es ganz offen, einfach nicht das Zeug haben, studieren zu gehen. (Zuruf von Christian Winter, SPD) Früher war es so, ich will nicht mit „früher“ anfangen, aber da hatten wir die Förderschulen, (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Früher war alles besser, ja, ja.) da hatten wir eben die Hauptschulen, Regionalschulen, und da wurde das Rüstzeug, dass man eine vernünftige Ausbildung im Handwerk, beispielsweise aber auch Techniker und so weiter, dass man da das Rüstzeug mitbekommt. Heute gehen viel zu viele studieren, und das führt dazu, dass sozusagen auch der Präsident, der ehemalige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz sagt, dass sie schon ein Grundlagensemester einführen müssen für diejenigen, die aus dem Abitur kommen, und dass sie erst mal studierfähig gemacht werden. Das ist doch das Dilemma, vor dem wir stehen, werte Kollegen. Und deshalb sagen wir noch mal ganz klar, die Anforderungen anheben – erstens Förderschulen erhalten, Anforderungen anheben an der Regionalschule. Wir haben da ganz viele Anträge gebracht, dass die besten Schüler studieren gehen, dass die dann, oder aufs Gymnasium gehen, dass die dann nachher auch weiterstudieren. Und dazu müssen wir in den Schulen anfangen. (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) Dazu müssen wir sozusagen das Rüstzeug mitgeben, mehr Substanz, und nicht wie Sie hier immer an der Oberfläche kratzen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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