Nadine Julitz
Nein. Und zu den von Ihnen ungeeigneten ausländischen jungen Menschen: Ausländische Azubis sind überhaupt der Grund, warum wir noch ein Wachstum bei der dualen Ausbildung haben. Und ob Sie es hören wollen oder nicht, das liegt vor allem am demografischen Wandel. Im Jahr 2000 hatten wir landesweit 19 ausländische Azubis – landesweit –, 2023 waren es 1.700. Die AfD sollte sich vielleicht lieber damit auseinandersetzen, dass es an Ihnen liegt, (Zuruf von Thore Stein, AfD) dass sich ausländische Fachkräfte gut überlegen, ob sie zu uns kommen wollen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Sprechen Sie mit den Unternehmen im Land, was die davon halten! Die sind in vielen Branchen darauf angewiesen, dass ausländische Fachkräfte, ob nun fertig ausgebildet oder in der Ausbildung befindlich, zu uns kommen. (Julian Barlen, SPD: Richtig! – Patrick Dahlemann, SPD: Genau!) In einer Welt, die sich ständig verändert und in der Fachkräftemangel zunehmend spürbar wird, ist es für junge Menschen unerlässlich, sich frühzeitig mit ihrer beruflichen Perspektive auseinanderzusetzen. Berufsorientierung ist mehr als nur die Auswahl eines Ausbildungsberufs oder Studiengangs, sie ist der Prozess, der dabei hilft, Stärken, Interessen, Werte zu erkennen und in den Einklang mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes zu bringen. In Zeiten, in denen in vielen Branchen, vielleicht sogar allen Branchen händeringend nach qualifizierten Fachkräften gesucht wird, gibt es einen stetigen Kampf und ein Überbieten der besten Ausbildungsbedingungen. In einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt gibt es zahlreiche Karrierewege – Tausende Studiengänge und Hunderte Ausbildungsberufe –, das kann junge Menschen überfordern, und das sollten wir bei den allen notwendigen Diskussionen, die wir hier führen, nicht außer Acht lassen. Und es fällt mir immer mehr auf, unsere Kinder und unsere jungen Heranwachsenden merken sehr wohl, was auf ihren Schultern lastet. Die Erwartungen sind groß, das Gemecker über die Arbeitsbereitschaft und die Prioritätensetzung sind noch größer. Vielleicht überlegen wir hier auch an der einen oder anderen Stelle mal, wie wir mit und über unsere nächsten Generationen sprechen. Mein Kollege Christian Winter hat am Anfang der Aussprache schon eingeführt, sodass ich mich an dieser Stelle vor allem mit der beruflichen Orientierung beschäftigen möchte. Das vor Kurzem vorgestellte BO-Konzept „Alle werden gebraucht!“ soll Heranwachsenden dabei helfen, die richtigen Weichenstellungen zu setzen. Generell soll mehr Praxis an Schule ermöglicht werden, und das auch bereits noch früher. So soll ab Klassenstufe 8 der wöchentlich stattfindende Praxislerntag einen besseren Einblick in den beruflichen Alltag bringen. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, wie wichtig vor allem im Kontext des Fachkräftemangels auch eine gendersensible Orientierung ist, um Stereotypen zu vermeiden. (Michael Meister, AfD: Das ist wichtig! Das ist wichtig!) Eine zusätzliche Anrechnungsstunde für die berufliche Orientierung für die zuständigen Lehrkräfte wird ab dem Schuljahr 24/25 eingeführt und soll auch weiterhin dazu beitragen und entlasten und mehr Raum bieten. Ich verlasse einmal das Konzept und komme zu unseren Berufsschulen im Land ganz konkret. Der Minister hat es schon gesagt – und wir dürfen zu Recht stolz auf unsere Berufsschulen im Land sein –, das RBB Müritz ist Deutschlands beste Schule geworden, und das zu Recht. Es gibt ganz viele … (Marc Reinhardt, CDU: Mit Außenstelle Malchin.) Mit Außenstelle Malchin, natürlich, Herr Reinhardt, da haben Sie recht. Und es gibt ganz viele Gründe dafür, doch ein Merkmal ist auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Schule mit den Unternehmen in der Region. Ein ganz regelmäßiger Austausch und ein Abstimmen, was gebraucht wird, welche technischen Voraussetzungen sind notwendig, ist ein Faktor des Erfolgs. Die Schule arbeitet auch ganz ausgezeichnet mit dem Landkreis zusammen. Und hier sieht man das Zusammenspiel Landkreis-Schule, und das trägt natürlich zu diesem Gelingen bei. An dieser Stelle möchte ich der Schulleitung, Frau Köpnick und ihrem Team, und auch dem Landkreis, allen voran Herrn Rautmann, für diese ausgezeichnete Arbeit danken. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Ich habe ganz am Anfang erwähnt, dass es wichtig ist, möglichst früh mit der Auseinandersetzung mit beruflichen Perspektiven zu beginnen. Das BO-Konzept geht darauf ein und beginnt bereits im Kleinkindalter. Und im Übrigen, gerade hier ist es wichtig, gendersensibel, auch mit der Sprache, mit den Berufen umzugehen. Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass sich Jungen und Mädchen jeweils Berufe nicht zutrauen, die in Klischees gedacht werden und immer rein männlich oder weiblich bezeichnet werden. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD und Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Das Konzept ist breit erarbeitet worden. Das hat auch die Anhörung in der letzten Woche noch mal bestätigt. Die Forderungen der Lenkungsgruppe fanden weitestgehend Berücksichtigung. Schülerpraktikum, Praxislerntag, die Zusammenarbeit mit Unternehmen – alles findet sich im Konzept, das von den Anzuhörenden breite Anerkennung fand. Um die Abbrecherzahlen zu senken, sind das Maßnahmen, die dazu beitragen können, diese eben zu senken. Noch bessere Kommunikation, auch die Zusammenarbeit mit den Elternhäusern müssen natürlich weiter genutzt werden, um auch Hürden frühzeitig in der Ausbildung zu erkennen und anzugehen. Da es sich um ein Konzept handelt, besteht natürlich die Möglichkeit, es mit Leben, oder soll es mit Leben gefüllt werden und an die Bedingungen der Schulen und der Gegebenheiten angepasst werden. Wenn Sie …. (Torsten Renz, CDU: Auch noch?!) Das haben wir in der Anhörung gehört. Ich weiß nicht … (Torsten Renz, CDU: Von wem?) Von den Anzuhörenden. (Torsten Renz, CDU: Von mir, weil ich es mal thematisiert hab.) Nee, nee, nee. Wenn Sie die Gelegenheit haben, schauen Sie sich die Jobmesse am RBB Müritz an! (Unruhe bei Torsten Renz, CDU) Besonders hieran ist, dass die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich diese Messe organisieren und ihre Fähigkeiten aus den Fachschaften nutzen, (Unruhe vonseiten der Fraktion der CDU – Glocke der Präsidentin) um eine, um diese jährlich stattfindende gelungene Messe zu organisieren. Es lohnt sich wirklich, dort hinzugehen. Wir stärken unsere Berufsschulen: – zusätzliche Verwaltungsfachkräfte entlasten die Schulleitungen, – Zuschläge zum Leitungspool, – eine Lehrerwerbekampagne speziell zur Gewinnung von Lehrkräften, für Lehrkräfte an beruflichen Schulen, – die LehrerbildungsLANDPARTIE für berufliche Schulen, – bessere Möglichkeiten für Lehrkräfte im Seiteneinstieg, – eine Übernahmegarantie für Referendarinnen und Referendare sind einige Maßnahmen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Der Minister hat es gesagt, schauen Sie sich unsere Berufsschulen im Land an! Sie werden erstaunt sein, welche guten Bedingungen und hochmodernen Geräte den jungen Menschen gute Lernbedingungen bieten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
