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Michael Meister

AfD 15.11.2024 Sitzungen 8/92

Jetzt bitte nicht. Gerne zum Schluss. Zweitens, Bildungsmangel. In Mecklenburg-Vorpommern verlässt jeder zehnte Schüler die Schule ohne Abschluss. Die Jugendlichen, die einen Abschluss schaffen, kommen oft ohne die notwendigen Qualifikationen und mit einer Arbeitsmoral in den Betrieb, die im freien Fall sind. Ein Land, das für seine duale Arbeits-, Ausbildungs-, oder für sein duales Ausbildungssystem weltbekannt ist, hat es zugelassen, dass seine Jugend derart schlecht auf das Berufsleben vorbereitet wird. Drittens, und das ist jetzt mein Lieblingsthema, soziale Fehlanreize und das Bürgergeld. (Zuruf von Daniel Seiffert, DIE LINKE) In Mecklenburg-Vorpommern erhält ein alleinstehender erwerbsfähiger, (Zurufe von Christian Winter, SPD, und Thomas de Jesus Fernandes, AfD) erhält ein alleinstehender erwerbsfähiger Bürgergeldempfänger im Durchschnitt 979 Euro pro Monat, und das, ohne dafür arbeiten gehen zu müssen. Ein Auszubildender hingegen verdient oft weniger. (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Wenn es so geil ist, machen Sie es doch selber!) Und auch, wenn Lehrjahre keine Herrenjahre sind, sehr geehrte Damen und Herren, ist dieses Missverhältnis nicht nur ein Hohn für jeden Jugendlichen, der sich für eine Ausbildung entscheidet, sondern ein Angriff auf die Arbeitsmoral und Eigenverantwortung, die unsere Gesellschaft zusammenhalten sollte. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Die Anreize sind falsch gesetzt, wenn es komfortabler ist, Bürgergeld zu empfangen, als eine Ausbildung zu absolvieren. (Christian Winter, SPD: Das war ehrlicherweise aber auch schon vorher so.) Solidarität mit denen, (Christian Winter, SPD: Da hat sich nichts mit der Bürgergeldreform geändert.) Solidarität mit denen, die auf Hilfe angewiesen sind, ist wichtig und richtig, Herr Winter. Denjenigen jedoch, die sich als Trittbrettfahrer in Richtung der sozialen Hängematte bewegen, sollte man entschlossen Konsequenzen aufzeigen. Und der Sozialstaat muss unterstützen, aber er darf keine Unterstützung oder Gegenleistung geben. Junge Menschen müssen verstehen, dass Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft der Schlüssel zum Erfolg sind. Das Bürgergeld darf keine Alternative zur Ausbildung oder zur Arbeit darstellen. Unabhängig davon wird der berechtigte Aufschrei nach mehr Lehrstellen dadurch konterkariert, wenn Ungelernte, ja, vielleicht sogar Schulabbrecher mit dem aktuellen Mindestlohn von 12,41 Euro pro Stunde 2.140 Euro pro Monat verdienen können. (Henning Foerster, DIE LINKE: Wollen sie auch senken.) Bei einer Anhebung des Mindestlohns auf 15 Euro pro Stunde wären es dann für ungelernte Schulabbrecher 2.600 Euro pro Monat. Wer will dann noch eine Berufsausbildung abschließen?! (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Viertens, nachlassende Arbeitsmoral und Eigenverantwortung. Unternehmen klagen zunehmend nicht nur über mangelnde Qualifikation, sondern auch über die fehlende Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Fleiß und Durchhaltevermögen, alles Werte, die unsere Arbeitswelt einst auszeichneten, werden zunehmend vernachlässigt. Und das ist kein individuelles Versagen, sondern das Ergebnis eines politischen Klimas, das Anstrengung und Disziplin immer weniger einfordert. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Christian Winter, SPD: Deswegen haben wir auch einen Rekord für die Überstunden, oder was?) Sehr geehrte Damen und Herren, viel zu oft wird die berufliche Ausbildung als zweite Wahl abgewertet und bei vielen so wahrgenommen. Das ist leider so. Wir, die AfD, stehen deshalb fest hinter dem dualen Ausbildungssystem, das weltweit anerkannt ist und das das Rückgrat unserer Wirtschaft bildet. Deutschland braucht nicht nur Akademiker, es braucht Handwerker, Techniker und Pflegekräfte, die mit Stolz und Engagement unser Land am Laufen halten. (Enrico Schult, AfD: Sehr richtig! – Zuruf von Christian Winter, SPD) Dazu gehört es dann aber auch, dass die Berufe endlich die Wertschätzung erhalten müssen, die sie verdienen. Und das kommt viel zu oft viel zu kurz. (Zuruf von Christian Winter, SPD) Aus diesem Grund setzen wir uns für eine stärkere Förderung der dualen Ausbildung ein. Und wir wollen, dass diese Berufe endlich die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen, denn diese Form der Ausbildung ermöglicht eine qualitativ hochwertige und praxisnahe Berufsvorbereitung. Und wir setzen uns dafür ein, dass die, die arbeiten, am Monatsende endlich mehr Geld im Portemonnaie haben, als es aktuell der Fall ist. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zurufe von Thomas de Jesus Fernandes, AfD, und Henning Foerster, DIE LINKE)

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