Enrico Schult
Da gehen Sie richtig davon aus, Frau Landtagspräsidentin. Ja, Herr Winter, zunächst zu Frau Julitz, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, da habe ich überhaupt nichts dagegen. Aber ich hatte ja, ich habe ja, ich habe ja angesprochen, dass man sich dann, wie gesagt, wenn man sich äußert, sich dann auch fachlich äußert. Und das habe ich ja Ihrer Kollegin vorgeworfen. Nun kann sie sich halt nicht mehr dagegen wehren oder dazu Stellung nehmen, dass sie diese Fahrtkostenrichtlinie überhaupt nicht verstanden hat. Es geht nämlich um diese Obergrenzen für die Azubigehälter und da hat sie völlig am Thema vorbeigeredet. Deshalb musste das noch mal sein, dass ich ihr das hier – können Sie ihr ja ausrichten dann –, dass ich ihr das noch mal zur Lektüre anrate. (Beifall Jens-Holger Schneider, AfD) Zu den Abbrüchen bei den Azubis ist es in der Tat so, 37 Prozent, sagte ich – habe ich mir nicht selbst ausgedacht, kommt aus der IHK-Studie, der Ausbildungsumfrage der IHK –, das ist so, dass ganz viele Schüler in elementaren Bereichen, Lesen, Schreiben, Rechnen, da gibt es Defizite. Und ich weiß nicht, dann sollten Sie mal zu einer Jobmesse gehen, sollten sich mal mit Kammern und Verbänden auseinandersetzen und mit denen das Gespräch führen. Das habe ich getan, und deshalb sind die ja, die Unternehmen, in der Zwangslage, 37 Prozent schon Nachhilfe anzubieten. Früher war es so, da haben sie zehn Jugendliche gehabt, die haben sich beworben für einen Ausbildungsplatz, da konnten sie die Besten sich raussuchen. Jetzt finden sie gar keine geeigneten Bewerber mehr. Und wenn sie dann halt Bewerber finden, dann müssen sie die noch umständlich nachschulen. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ja, das ist einfach, für die wirtschaftliche Prosperität ist das ein großes Problem, und ein Problem – das wurde mir auch in den Gesprächen immer wieder gespiegelt –, dass sie einfach nicht das schulische Wissen mitbringen aus der Schule, aus der ganz normalen schulischen Ausbildung. Und ihre Sprachdefizite, die Sie ansprachen, also wenn ich jetzt eine Regionalschule, einen Mittlere-Reife-Abschluss habe oder eine Berufsreife, den habe ich ja auch irgend- wie bekommen, dann muss ich, da kann ich doch nicht solche Sprachprobleme haben, dass ich beispielsweise in der Berufsausbildung nachher scheitere. Also das ist mir zu einfach, werter Herr Winter. Da braucht es unbedingt Anstrengungsbereitschaft oder da müssen wir halt die Daumenschrauben anziehen und wir müssen uns da auch ganz ehrlich machen, (Zuruf von Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) warum ist es so, (Torsten Koplin, DIE LINKE: Daumenschrauben?) warum ist es so, dass ganz viele, (Torsten Koplin, DIE LINKE: Folterinstrumente? Folter?) dass ganz viele Schüler die Regionalschulen verlassen in Richtung Gymnasium. Weil in der Regionalschule halt dieser Unterricht nicht mehr so vermittelt werden kann, wie es eigentlich notwendig wäre. Förderschüler sollen jetzt auf die Regionalschule kommen. Und das ist ein Teufelskreis. Und das Ende oder das Ergebnis sehen wir, wir schmieren in der Bildung, in der beruflichen Bildung ...
