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Dr. Harald Terpe

GRÜNE 14.11.2024 Sitzungen 8/91

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Sie haben einen ziemlich konfusen Antrag vorgelegt, finde ich, ein buntes Durcheinander bei Feststellungen und Forderungen. Jugendliche ohne Schulabschluss, junge Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung, junge Leute, die ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig auflösen, und so weiter und so fort. (Enrico Schult, AfD: Alles veritable Probleme.) Also eine Reihe von Problemlagen sind dort bezeichnet. Aber der Antrag zeigt auch, dass, obwohl wir denken, dass die Problemlagen natürlich nicht wegzudiskutieren sind, dass in Ihren Feststellungs- und Lösungsansätzen, die Sie präsentieren, Sie viel zu pauschalisierend vorgehen und wenig passgenau zu diesen genannten Problemlagen sich äußern. Davon – also um ein Beispiel zu sagen – zeugte eigentlich auch Ihre Ausführung zu der Kontrastierung von dualer Ausbildung und Studium. Was der Kontrast und der Problemaufriss hier zu tun haben mit der speziellen Lösung von Problemlagen, will sich mir nicht erschließen. Und ein weiteres Beispiel ist zum Beispiel Punkt I.4, der meines Erachtens von eingeschränkter Wahrnehmung zeugt. Dort wird ja von Ihnen, zusammengefasst werden Jugendliche beschrieben, die bloß faul, motivationslos, schlecht erzogen und auch ohne Ausdauer sind. (Enrico Schult, AfD: „Bloß“ ist doch Quatsch! Auch, Herr Terpe, auch!) Ja. (Enrico Schult, AfD: Seien Sie fair, bitte!) Und das Zitat geht durchaus weiter, aber dabei gehen Sie ja gar nicht darauf ein, dass das Handeln der Jugendlichen dadurch zustande kommt, dass die vielfältigen Problemlagen für sie sich darstellen, für die sie oftmals wenig können. Und diese Einschätzung kommt Ihnen offenbar kaum in den Sinn. Denn es ist doch so, Jugendliche scheitern doch nicht freiwillig und aus Bequemlichkeit in der Schule oder in der Ausbildung, (Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Richtig!) so, wie Sie es suggerieren in Ihrem Antrag, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) denn Sie wissen doch auch, dass die Problemlagen durch vielfältige andere Ursachen zustande kommen. Armut wird bei uns im Lande leider immer noch vererbt. Jugendliche aus bildungsfernen Haushalten sind nach wie vor in vielerlei Hinsicht benachteiligt, haben nicht die gleichen Chancen wie ihre Mitschüler/-innen. (Zuruf aus dem Plenum: Die Eltern haben halt zu viel Einfluss.) Und diese Nachteile werden im Kita- und Schulbereich auch immer noch nicht adäquat ausgeglichen und so häufig an die nächste Generation weitergegeben. Das ist doch der Fakt! Es wird noch zu wenig gefördert, unter anderem, weil Kitas und Schulen zu wenig Ressourcen für den Nachteilsausgleich bereitgestellt bekommen. Das ist also die Realität. Und um es dann kurz zu machen, das zieht sich durch Ihren ganzen Antrag, dass die Lösungen nicht passgenau zu den Problemlagen sind. Und deswegen möchte ich abschließend noch mal betonen, dass die Darstellungen in Ihrem Antrag konfus und wenig zielgerichtet sind. Wir werden Ihren Antrag ablehnen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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