Nadine Julitz
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst erst einmal, jeder junge Mensch, der die Schule ohne Abschluss verlässt oder keine Ausbildung oder kein Studium beginnt, ist einer zu viel. Das Land unternimmt aber große Anstrengungen, alle dort abzuholen, wo sie stehen. Mit geeigneten Maßnahmen fördern wir junge Menschen, um eine erfolgreiche Schulkarriere abzuschließen und individuell den weiteren Karriereweg zu gestalten. Dass es dabei manchmal zu Brüchen kommt, lässt sich nicht immer – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen – vermeiden. Die im Antrag benannten Maßnahmen und ihre Rigorosität halten wir allerdings für ungeeignet. Wir setzen auf individuelle Förderung und Unterstützung statt auf repressive Maßnahmen. Ich werde im Folgenden einige Maßnahmen erläutern und hoffe, ich wiederhole nicht alles und habe genügend gestrichen, um nicht die Ministerin zu wiederholen. Ein wichtiger Aspekt für uns ist natürlich, dass wir möglichst früh beginnen. In der frühkindlichen Bildung wird ein bedeutender Grundstein für den weiteren Bildungsweg gelegt und eine verstärkte Förderung in diesem Bereich ist da ein wesentlicher Schwerpunkt. Auch im schulischen Bereich werden stetig Maßnahmen geprüft und umgesetzt, um den jungen Menschen bestmögliche Unterstützung zu bieten. Ein Beispiel hierfür ist das angelaufene Bund-Länder-Programm Startchancen, das an 42 Grundschulen, 19 Regionalschulen und 11 Berufsschulen für gleichwertige Bildungschancen sorgen wird. Die in diesem Jahr optimierte Stundentafelverordnung wird auch dazu beitragen, die Schülerinnen und Schüler noch besser auf den Übergang von Schule in den Beruf vorzubereiten. Eine wichtige Säule ist das heute mehrfach erwähnte Konzept zur beruflichen Orientierung „Alle werden gebraucht!“. Dieses Konzept bevorzugt keineswegs ausschließlich ein Studium. Vielmehr sollen die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und künftig noch früher umfassend über verschiedene berufliche Möglichkeiten informiert werden. Dies umfasst sowohl akademische Laufbahnen als auch die Berufsausbildung. Wir stellen sicher, dass junge Menschen eine fundierte Entscheidung über ihre berufliche Zukunft treffen können. Dies ist sicherlich auch eine gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Schule. Fähigkeiten, Interessen und Neigungen der jungen Menschen sollen dabei die Grundlage für die Entscheidung sein, ob sie ein Studium oder eine Ausbildung wählen. Wir sollten jedoch aufhören, Studium und Ausbildung ständig gegeneinander auszuspielen. Beide Bildungswege sind wichtige Säulen. Wir brauchen beide. Keiner dieser Ausbildungswege sollte, wie im Antrag formuliert, bevorzugt behandelt werden. Zusätzliche Möglichkeiten, um eine gute Wahl treffen zu können, bieten die verschiedenen Freiwilligendienste wie das Soziale, Kulturelle oder Ökologische Jahr. Wir stärken die Berufsschulen, sorgen für mehr Personal an den Berufsschulen und wir stehen zu den bestehenden Standorten. Seit dem Schuljahr 2023/2024 wurden die Zuschüsse für die Fahrt- und Unterkunftskosten angepasst. Sie sehen anhand einiger Beispiele, welche Schwerpunkte wir setzen bei der Bewältigung dieser wichtigen Aufgabe. Aus den genannten Gründen lehnen wir den Antrag ab. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
