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Enrico Schult

AfD 14.11.2024 Sitzungen 8/91

Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Bürger! Ich möchte heute zu unserem Antrag sprechen, der meines Erachtens oder unseres Erachtens sehr wichtig ist. Wir hätten diesen Antrag allerdings gerne mit der Aussprache morgen kombiniert. Die Aussprache lautet: „Berufsorientierung und berufliche Bildung für die Fachkräfte von morgen“ sicherstellen, oder „stärken“. Das ist natürlich ein Antrag, der zusammen behandelt werden müsste, denn wir stellen hier auf Schüler und unbeschäftigte Jugendliche ab, die sozusagen auch das Fachkräfteproblem lösen könnten, haben hier diverse Vorschläge gemacht. Aber ich hörte, dass die SPD da kein Interesse hat, das in gemeinsamer Aussprache sozusagen zu behandeln. Das ist schade, denn inhaltlich gehört das tatsächlich zusammen. Es gibt, werte Kollegen, einen augenfälligen Widerspruch zu dem Programm, zu dem aktuellen Programm, was wir haben, „Jeder wird gebraucht“, oder andere Initiativen zur Sicherung der schulischen und berufsschulischen Ausbildung, zum Beispiel „Mission ICH“. Wir haben aber dennoch in Mecklenburg-Vorpommern 3.700 junge Menschen, die quasi einen Schulabschluss gemacht haben oder auch nicht, aber sich weder in einer Ausbildung befinden noch in einem Studiengang. Deutschlandweit sind es sogar 600.000 Leute, Jugendliche, die Fachkräfte werden könnten und uns aber dort fehlen. Die IHK-Ausbildungsumfrage der IHK Neubrandenburg bestätigt uns in unserem Ansinnen. Da berichten 43 Prozent der Betriebe, dass sie freie Ausbildungsplätze nicht besetzen können. Als Grund nennen sie, es wurden keine geeigneten Bewerbungsunterlagen eingereicht, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Und 37 Prozent der Ausbildungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern gaben sogar an, dass sie Schulabsolventen Nachhilfe anbieten, damit sie sozusagen die Ausbildung überhaupt schaffen. Das muss man sich mal vorstellen! Da kommen junge Leute von der Schule, Mittlere Reife oder Berufsreife, und sie können einfach die Ausbildung nicht durchstehen. Und das sollte uns wirklich zu denken geben, ob das Wissen noch vermittelt wird in unseren Schulen, was man für eine erfolgreiche Ausbildung braucht. Wir brauchen nämlich, werte Kollegen, wir brauchen die Fachkräfte, die Lehrlinge, die als Arbeiter oder Techniker dann in der Wirtschaft tätig sind. Wir haben – und das ist wirklich ein Widerspruch oder es ist ein augenfälliger Vergleich –, wir haben in Deutschland 23.000 Studiengänge, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, 23.000 Studiengänge. Im Vergleich dazu haben wir 324 Ausbildungsberufe. Und im Gegensatz zu den Studiengängen brauchen wir diese 324 Ausbildungsberufe tatsächlich. Aber da sieht man mal wieder, (Christian Winter, SPD: Worauf beruht dieses Urteil?) dass da das Pendel sozusagen zum Studium übergeschlagen hat, umgeschlagen hat, und dass wir da die duale Berufsausbildung deutlich stärken müssen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Das Bildungsministerium lobt nicht zu Unrecht das neue Berufsorientierungskonzept. Die meisten Praktikumstage – Frau Oldenburg sagte es vorhin in der Rede –, das begrüßen auch wir. Zusätzliche Tage zur beruflichen Orientierung, Praxislerntage, das finden wir auch als AfD richtig. Dennoch müssen wir konstatieren, dass es keinen richtigen Effekt gibt. Wir machen ganz viel, wir sind da rührig und umtriebig, aber dennoch haben wir in den Schulen 10 Prozent Abbrecher und wir haben 34 Prozent Azubis, die ihre Ausbildung abbrechen. Das ist einfach zu viel, werte Kollegen! Die gravierendsten Probleme, die liegen auf der Hand. (Unruhe bei Christian Winter, SPD) Das ist, sagte ich gerade, einerseits … Herr Winter, kommen Sie gerne zur Kurzintervention, dann beantworte ich Ihre Frage dazu gerne. Die gravierendsten Probleme sind zum einen schulisches Wissen. Das haben wir ja gerade durch die IHK-Umfrage noch mal bestätigt bekommen. Und ich kann, Sie haben ja wahrscheinlich alle auch das Schreiben, die Konjunkturumfrage im Herbst 2024 bekommen von der IHK. Da steht eben auch drin, am 6. November, vor Kurzem an uns gegangen, an die Abgeordneten: Stärkung der beruflichen Bildung. Und nicht zuletzt wünschen sich die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, Fordern und Fördern wieder in Einklang zu bringen, um Arbeitslose stärker zur Arbeitsaufnahme anzuregen. Das fordern auch wir mit unserem Antrag. Das ist ein Teilaspekt dieses Antrages, aber das ist in der Tat notwendig und wichtig. (Der Abgeordnete Christian Winter bittet um das Wort für eine Anfrage.) Ja, nun habe ich es dir angeboten, ne?! Wollen wir das im Anschluss machen? Ich würde darum bitten, dass wir das im Anschluss machen.

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