landtag-mv.de ↗

Dr. Till Backhaus

14.11.2024 Sitzungen 8/91

… das zur Kenntnis! Nein, jetzt nicht. Insofern will ich ausdrücklich noch mal sagen, für uns innerhalb des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist seit vielen, vielen Jahren die Frage der Moorbewirtschaftung, die Moorrenaturierung, und auf der anderen Seite die Frage, wie kommen wir zu Wertschöpfungsketten, von entscheidender Bedeutung. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Dass Sie sich das immer noch fragen. Nach so vielen Jahren müssten Sie doch wissen, dass es keine Wertschöpfungsketten gibt.) Und ich glaube, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Steuergeld.) das Greifswalder Moor Centrum, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Mit Steuergeld.) das wir im Übrigen auch mit finanziellen Hilfen ausgestattet haben, von der Moorprofessur angefangen bis hin zu den Gutachten der Treibhausgasemissionen, (Zuruf von Christian Winter, SPD) und auf der anderen Seite im Übrigen auch das Konzept zur Erarbeitung von Paludikulturen (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Wer soll euren Quatsch eigentlich noch alles erarbeiten, echt?! – Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sind richtungsweisend und einmalig in Deutschland, in Europa und weltweit gewesen. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ja, tatsächlich einmalig. Einmalig ist das. Das ist tatsächlich einmalig.) Nicht umsonst sind im Übrigen die Fakultät und auch Professor Succow und auch gerade jetzt Frau Dr. Tanneberger hier mit hohen Auszeichnungen versehen worden. (Zurufe von Thomas Krüger, SPD, und Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Und deswegen glaube ich daran, dass im Übrigen, der Klimaschutz, die 6,1 Millionen Tonnen und damit ein Drittel ausdrücklich der Emissionen, die aus den degradierten Mooren oder den zum Teil zum Glück noch vorhandenen Mooren zu reduzieren sind, ist von entscheidender Bedeutung. Deswegen habe ich damals mit dem heutigen Innenminister, Christian, ich glaube, es war eine kluge Entscheidung, dass wir die 5.000 Hektar auf den Weg gebracht haben gemeinsam. Und wir sind uns einig, dass wir einen Großteil der Moorflächen in der Zukunft für eine landwirtschaftliche Urproduktion, sehr geehrter Herr Diener, aus meiner Überzeugung in der Form, wie wir es heute kennen, nicht mehr benötigen. Und deswegen brauchen wir alternative Nutzungsformen. Und eine alternative Nutzungsform ist ausdrücklich die Solartechnologie. (Rainer Albrecht, SPD: Jawoll!) Und es gibt große Interessen, auch aus der Landwirtschaft, von den Bodeneigentümern, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) und es gibt heute, wer auf der MeLa sich das mal in Ruhe angeschaut hat, gute Technologien, wo wir in dieser Frage – im Übrigen in Zusammenarbeit mit den Kommunen – nämlich Energie nicht nur in Form von Elektroenergie, sondern insbesondere auch in Richtung Wärme zu denken und auch die Mobilität, damit vor Ort in Wertschöpfungsketten zu kommen. Und ich bin der Landwirtschaft und dem Bodeneigentümer, den Kommunen ausdrücklich sehr, sehr dankbar, dass man das zusammendenkt, und wir werden in Kürze auch die ersten Projekte auch auf den Weg bringen. Und ich glaube auch, dass es so wichtig ist, dass die Anrechenbarkeit, und ich bin meiner Fraktion und den LINKEN sehr dankbar, dass wir das Thema hier heute mal klar benennen, nämlich die Anrechnung der Vegetationsfläche auf der Moor-PV-Fläche als kompensationsmindernde Maßnahmen und damit im Übrigen auch Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen mit zu nutzen, weil wir einen Mehrfachnutzen erreichen können, nämlich Wasserspeicherung, Energieproduktion und gleichzeitig natürlich auch damit die Artenvielfalt weiter stabilisieren und damit auch als Kompensationsmaßnahmen am Rand von Wiedervernässungen mit auf den Weg bringen können. Ich glaube im Übrigen auch, dass wir mit den Erträgen, die wir hier erzielen können, und damit auch den Bodeneigentümern … Wenn ich mir überlege, heute produzieren wir auf einem Hektar Photovoltaik in etwa ein MW, das ist, denke ich, bekannt, und auf der anderen Seite kriegen wir Pachterträge von zwischen 2.500 bis 4.000 Euro an Pachten. Das im Übrigen dann auch an die Bodeneigentümer als Anreiz mitzugeben und auch an die Landwirtschaft, diesen Prozess mit in Gang zu setzen in einer Wertschöpfungskette, halte ich jedenfalls für absolut richtig. Und wir wollen Anreize schaffen und Hürden abbauen. Das geht ja aus dem Antrag auch ausdrücklich hervor. Und ich persönlich sehe es auch so, die 178.000 Hektar, 35.000, sage ich immer wieder, haben wir bereits renaturiert. Es geht uns darum, den Fokus in den Blick zu nehmen, da, wo es Sinn macht, wo es Sinn macht, die 160.000 Hektar sich anzuschauen, und insbesondere, sage ich mal ausdrücklich, die 20.000 Hektar, die noch als Ackerland heute im Niedermoor als Ackerland bewirtschaftet werden mit einer zusätzlichen Anreizkomponente zu versehen. Im Übrigen nehme ich zur Kenntnis, dass mittlerweile auf uns auch große Landwirtschaftsbetriebe wie die Friedländer Große Wiese zukommen und sagen, das macht doch Sinn, lassen Sie uns hier gemeinsam nach Lösungen suchen. Und insofern, glaube ich, macht es Sinn, einen verbindlichen Leitfaden zur Vereinheitlichung grundlegender Gutachten und Regeln zu planerischen und technischen Gestaltungen von Moor-PV auf den Weg zu bringen. Und in Bezug auf die Klimaneutralität ist natürlich auch, und insbesondere mit der Wiedervernässung dieser Flächen, ist dies ein erstrebenswertes Projekt, wo wir Mehrfachnutzen erreichen können und Akzeptanz schaffen. Denn ohne Akzeptanz in der Fläche und ohne die Konfliktstreuung von den verschiedenen Seiten von ganz rechts bis was weiß ich wohin kann ich nur eines sagen, wenn wir hier Akzeptanz schaffen, dass die Menschen vor Ort einen Vorteil daraus erkennen können und diesen dann auch mitnehmen können, ob nun eine preiswertere Energie oder auf der anderen Seite im Übrigen auch einen Nutzen im Portemonnaie spüren, dafür schafft man dann Akzeptanz. Und dass damit einhergeht im Übrigen auch die Akzeptanz für Klimaschutz, dazu habe ich mich gestern klar geäußert, wir machen das hier nicht mit der Brechstange, sondern wohlüberlegt. Und im Übrigen ist das auch ein Thema der technischtechnologischen Entwicklung für Ingenieurleistungen und auf der anderen Seite der kleinen und mittelständischen Unternehmen im ländlichen Raum, die daraus dann auch einen Nutzen ziehen und die Landwirtschaft und die allgemeine Bevölkerung davon etwas haben. In diesem Sinne freue ich mich über den Antrag. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

Alle Reden von Dr. Till Backhaus Protokoll ↗