Simone Oldenburg
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ökonomische Bildung der Schülerinnen und Schüler muss gestärkt werden, das ist vollkommen richtig. Die Kinder und Jugendlichen müssen vertieft die finanzielle und die ökonomische Bildung, aber auch die Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft näher kennenlernen. Auch das Wissen über die Struktur von Unternehmen und deren Gründung sind als Schwerpunkt in der Bildung der Kinder und Jugendlichen unerlässlich. Und deshalb hat die Landesregierung ja nicht nur die Berufsorientierung mit dem neuen Konzept „Alle werden gebraucht!“ gestärkt, sondern auch einen Praktikumsleitfaden entwickelt. Weil wir eben auch um die Bedeutung rund um die Kenntnisse über den Aufbau, über die Struktur und über die Rolle von Firmengründungen wissen, haben wir darüber hinaus den Wegweiser zur Gründung von Schülerfirmen erarbeitet, und dann noch darüber hinaus haben wir eine Landeskoordinatorin eingestellt und die Begleitung und Unterstützung bestehender Schülerfirmen sowie die Neugründungen eben in den Fokus der Berufsorientierung gerückt. Und so ist es uns innerhalb kürzester Zeit gelungen, weitere zehn Schülerfirmen zu gründen, zwei davon stehen in Gründung. Und das ist eine wirklich tolle Entwicklung, auf die die Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrkräfte zu Recht stolz sein können. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Sehr geehrte Damen und Herren, in sieben Punkten fordert der Antrag eine verbesserte ökonomische Bildung. Schade, dass die Antragsteller weder auf unser neues Konzept, was aber auch schon seit einem Jahr veröffentlicht ist, noch auf den Wegweiser zur Gründung von Schülerfirmen und auch nicht auf den neuen Praktikumsleitfaden eingegangen sind. Und leider spielen auch die Rahmenpläne der Fächer hier keine Rolle. Und man kann nicht einfach einen Titel eines Faches durch eine andere Bezeichnung ersetzen. Da ist jahrelange Rahmenplanarbeit notwendig, wenn ich die Inhalte ändern will. Die Rahmenpläne werden regelmäßig fortgeschrieben. Und einfach zu sagen, ich ändere ein Fach in der Bezeichnung, ändert ja nicht die Inhalte, sondern die Inhalte eines Faches müssen ja gemeinsam erarbeitet und natürlich dann auch geändert werden. Deswegen werden ja die Rahmenpläne regelmäßig fortgeschrieben und auch geändert. Und genau wie die Gegenstandsbereiche des Schulgesetzes oder die der Verordnung der beruflichen Orientierung, die eben auch nicht berücksichtigt worden sind, denn die geforderten Veränderungen sind bereits Gegenstand des Unterrichts in den verschiedenen Fächern und Schularten, so werden sie laut geltendem Rahmenplan im Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik bereits als relevante Themen finanzieller Bildung behandelt. Hierbei wird sowohl auf die Grundlagenvermittlung des Wirtschaftssystems und der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre als auch auf die kritische Positionierung als Produzent und Konsument innerhalb der sozialen Marktwirtschaft eingegangen. Durch die Kombination von Inhalten der beruflichen Orientierung und der Technikbildung wird den Schülerinnen und Schülern ein breites Angebot zur Stärkung allgemeiner und spezifischer Kompetenzen angeboten. Auch sind die Wissensbestände über marktwirtschaftliche Prozesse, aber auch Optimierungsmöglichkeiten von Angeboten und Geldwirtschaft sowie ökonomische Schulwettbewerbe zu Wirtschaftsspielen wie JUGEND GRÜNDET im Rahmenplan verortet. Und genau deshalb, weil wir um die Notwendigkeit der Verbesserungen dieser Kenntnisse wissen, das ist unbestritten, haben wir die fachinhaltlichen Perspektiven durch das Konzept der beruflichen Orientierung, das zum kommenden Schuljahr verbindlich – jetzt aber selbstverständlich schon den Schulen freigestellt ist, es umzusetzen – in Kraft tritt. Und das wird flankiert und damit auch ein breites Fundament zur Stärkung der beruflichen Orientierung gegeben für die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Und darüber hinaus haben wir mit der neuen Stundentafelverordnung auch die Forderung nach Demokratiebildung durch das sogenannte Drei-Säulen-Modell fachübergreifend umgesetzt. Sehr geehrte Damen und Herren, die im Antrag benannte Forderung nach der Stärkung der Medienkompetenz ist für uns eine Querschnittsaufgabe und sollte nicht auf ein Einzelfach reduziert werden. Die prozessbezogene Kompetenzentwicklung der Lernenden besteht nämlich darin, kritisch mit Inhalten der analogen und auch der digitalen Medien umzugehen. Und dementsprechend ist Medienbildung einerseits in allen Fachrahmenplänen in Verbindung mit konkreten Kompetenzen und Inhalten verankert und zugleich eben eine Querschnittsaufgabe, die sich in dem seit 2018 veröffentlichten Rahmenplan „Digitale Kompetenzen“ wiederfindet. Auch damit folgt Mecklenburg-Vorpommern der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“. Ich verzichte jetzt auf die Aufzählung von Auszügen aus Rahmenplänen unter anderem der Fächer Arbeit-Wirtschaft-Technik, Sozialkunde/Politische Bildung und Geografie der verschiedensten Schularten, in denen sich die Forderungen des Antrages bereits als Inhalt wiederfinden. Weil wir aber wissen und weil es so ist, wie so oft, dass immer noch Luft nach oben ist, haben wir eben das neue Konzept entwickelt, um dann den Erwerb dieser bereits genannten Kompetenzen noch zu verstärken und zu vertiefen. Dieses Konzept sieht vor genau das, was Sie fordern: einen verbindlich wöchentlichen Praxislerntag, zusätzliche fünf Unterrichtstage, in denen das Zusammenwirken von Schule und Wirtschaft gestärkt werden kann – zusätzlich zu den 25 Praktikumstagen, die wir haben. Damit sind wir bundesweit ganz vorn, es gibt kein Bundesland, was mehr Praktikumstage anbietet als Mecklenburg-Vorpommern. Und wenn wir die neuen Konzepte, die ich jetzt ausgeführt habe, wenn die eingeführt wurden und werden und wenn die sich dann etablieren, dann verstärken sie die vermittelten Inhalte. Und dann können wir schrittweise die ökonomische Bildung der Kinder und Jugendlichen, die unbestritten verbessert werden muss, damit verbessern. Und wenn das nicht gelingt, dann können wir gerne gemeinsam an dem Konzept weiterarbeiten und dann auch Ihre Änderungsvorschläge zu dem Konzept einbauen, auch was die Gründung von Schülerfirmen betrifft. Da sind wir sehr gerne bereit. Aber wir sollten jetzt erst einmal die drei neuen Konzepte wirken lassen und gucken, was kann sich tatsächlich entwickeln. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
