Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Es gibt manchmal Situationen, wo man seine Technik nicht gebrauchen kann, die Rede nicht aufgerufen wird. Aber es gibt ja die Möglichkeit, auch aus dem Stand eine Rede zu halten. Und da fange ich gleich mal an und beginne mit einem ausdrücklichen Lob für den Antrag der beiden Fraktionen und vor allen Dingen für die Rednerin Frau Rahm-Präger. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD und Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und das Lob heißt, dass diese logische Herleitung in dem Feststellungsteil von Punkt 1 bis Punkt 6 zu begrüßen ist, weil diese überhaupt erst die Voraussetzungen dafür bieten, rational zu einem Management mit gesundem Menschenverstand zu kommen und ohne Hysterie. Denn das sind die Voraussetzungen, dass man überhaupt in die Diskussion geraten ist, in Europa den Schutzstatus zu ändern und an Gegebenheiten auch anzupassen. Und da hat sich die Rationalität ja der vergangenen Diskussion auch gelohnt. Und ich kann mich noch gut erinnern, als ich in den Landtag hier jetzt einzog, war das ja gleich Thema in den ersten Landtagssitzungen und auch bei uns in der Fraktion. Und wir haben uns damals mit der Kollegin, die dafür zuständig war bei uns und eigentlich nach wie vor auch zuständig sein wird, wenn sie wiederkommt, Anne, darauf geeinigt, wir müssen den gesunden Menschenverstand auch einsetzen. Und das ist genau erfolgt jetzt, und auch mit dem Einsatz von verschiedenen Leuten und auch mit der Diskussion, die wir geführt haben, sind wir jetzt auf dem Stand, dass – mithilfe meinetwegen auch des Landwirtschaftsministers, weiß ich ja, aber auch mit der Umweltministerin, die in Europa ja zugestimmt hat, dass die Schutzstatussache verändert werden soll – wir in dieser Situation sind und wir uns jetzt darüber unterhalten, wie das konkret ausgestattet werden wird in Zukunft mit dem Wolfsmanagement. Und da ist es doch völlig klar, wenn man ein vernünftiges Management machen will für den Wolf, dann braucht man Monitoring – Informationen über den Wolf –, da werden wir investieren müssen, das kann technisch sein, das kann aber auch ein Netzwerk sein. Es ist ja darauf schon hingewiesen worden, dass es dann auch Sinn macht, Informationen der Jägerschaft und von vielen anderen, die sich in der Natur aufhalten, mit heranzuziehen, damit man eine konkrete Zahl bekommt über die Zahl der Rudel. Und diese, sagen wir mal, Diskussion darüber, wie schnell sich die Rudel entwickeln, ich glaube, da ist jetzt die Frage einer exponentiellen Entwicklung der Rudel in Mecklenburg-Vorpommern, glaube ich, eher ein Irrglaube. Aber dass sie mehr werden, liegt klar auf der Hand. Und deswegen sind wir ja an diesem Punkt der Diskussion, dass wir uns darüber unterhalten, wie muss jetzt ein vernünftiges Management aussehen. (Thore Stein, AfD: Das müssen Sie nicht mir erklären) So, und da wird es auch wieder darauf ankommen, dass man Maß hält zwischen den, ja, auch Beteiligten. Auf der einen Seite wollen wir den Wolf ja nicht wieder ausrotten – habe ich hier auch nicht gehört, dass er wieder ausgerottet werden soll –, auf der anderen Seite gibt es die Interessen der Weidetierhalter, und das muss gesund abgewogen werden (Beifall Sandy van Baal, FDP) und nicht die einen gegen die anderen sozusagen ausgespielt werden in der Diskussion. Und dann nützen uns solche Diskussionen nicht, die ja eher hysterisch sind, zu sagen, die Wolfsrudel umkreisen die Kindergärten. Also ich meine, wo führt denn das hin?! (Thore Stein, AfD: Nein, das ist ein konkreter Vorfall gewesen. Nein, das ist ein konkreter Vorfall gewesen.) Das ist doch Unsinn, so zu argumentieren. Sondern die Sache ist die – vernünftiges Monitoring, vernünftige Abwägungen des Managements. Im Jagdgesetz haben auch wir mitgestimmt, dass sozusagen dann, wenn es darum geht, wer darf denn Wölfe schießen, nicht jeder, der durch die Gegend geht, hier Wölfe schießen kann, sondern es muss auch nach gesetzlichen Vorgaben geregelt werden oder nach Verordnungsvorgaben, und dann kommen wir doch zu einem vernünftigen Ergebnis. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
