Michel-Friedrich Schiefler
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich wollte ich die Rede etwas anders anfangen. Also zum einen möchte ich als Erstes betonen, wie froh man sein kann, dass M-V wirklich ein weltweit einzigartiges Modell hier aufgebaut hat und eigentlich alle Fraktionen sich dahinterstellen können, um das auch nur zu loben. Also, und da muss ich sagen, da verstehe ich von Herrn Diener diese Schwarzmalerei nicht, dass wir seit 25 Jahren … (Thore Stein, AfD: Er ist ja auch von den Schwarzen.) Ja, die Situation ist nicht leichter geworden, aber immer nur darauf zu gehen, dass man sagt, die Fangquoten werden immer geringer: Ja, warum werden denn die Fangquoten geringer? Weil die Fische immer weniger werden. (Thomas Krüger, SPD: So ist es.) Und das hat was mit Überfischung zu tun, das hat was mit verdreckten Weltmeeren zu tun und ganz vielen anderen Einflüssen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Thore Stein, AfD: Mit den Kegelrobben.) Ja, ich möchte gar nicht verneinen, dass Kegelrobben und Kormorane auch ein Problem sind. Aber dann wünsche ich mir in einer Debatte, wo wir eigentlich alle hinter die Sea Ranger uns stellen wollen, auch irgendwie das angemessene Maß zu sagen, dann komme ich auch mit Ideen, wirklich die Situation zu verbessern, und nicht einfach nur zu poltern und ein Kostüm anzuziehen. (Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE und Marcel Falk, SPD) Das würde ich mir wünschen in der Diskussion. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Die Fischerei ist für uns als SPD, aber auch für alle Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ein sehr wichtiges und traditionsreiches Thema. Ich könnte jetzt anfangen, alles andere zu wiederholen, dass wir im Juni die Ersten ausgebildet haben, dass wir im Oktober 2023 angefangen haben mit der Förderung durch das Land, und ganz viele weitere Sachen. Was mir in der Diskussion aufgefallen ist, wir haben ja auch darüber gesprochen, dass es ein erhaltenswerter Beruf ist und wir das gerade für M-V und für den Norden bei uns behalten wollen und da junge Leute auch ranführen wollen. Und da ist mir in den Sinn gekommen – ich hatte letztens eine Besuchergruppe von Schülern, die auch gefragt haben, was sehen wir eigentlich für Möglichkeiten, Berufe zu erhalten –, und da ist mir in den Sinn gekommen, ja, in M-V die Sea Ranger. Das ist doch das beste Beispiel, was wir den Leuten zeigen können, wo wir sagen können, wir versuchen in M-V, alte Berufe zu revolutionieren, die wieder lebensfähig zu machen, dass die Leute davon leben können, aber die Traditionen, die unser Land auch so schön und stark gemacht haben, trotzdem zu erhalten, wo ganz viele von uns vielleicht Kindheitserinnerungen haben, Erinnerungen mit den Eltern, mit den Großeltern zusammen oder vielleicht einfach Erinnerungen aus dem eigenen Dorf, wo man das mal kennengelernt hat, oder aus der Stadt, wie es mit Fischerei und mit Angeln funktioniert. Und da, muss ich sagen, da können wir, glaube ich, wirklich alle froh sein, dass wir hier einen gewissen Konsens gefunden haben durch alle Fraktionen hinweg, dass so ein Programm durch Mecklenburg-Vorpommern, durch unseren Minister aufgelegt wurde. Und hier, dieses müssen wir jetzt aber gemeinsam tun, und da lade ich auch die anderen Fraktionen ein: Werben Sie gerne bei den Kolleg/-innen in den anderen Landesparlamenten, auch solche Programme mit aufzustellen! Werben Sie bei Ihren Kollegen im Bund, dass wir mehr Fördermittel aus dem Bund für unsere Programme bekommen! Weil dann, glaube ich, werden wir vor viel weniger Schwierigkeiten die nächsten Jahre auch stehen, wenn wir uns alle gemeinsam daranmachen, dieses Handwerk zu erhalten. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und ich glaube, zur Förderung wurde zwar schon viel gesagt, aber ich möchte es einfach noch mal herausstellen: Dass Gelder, die im Haushalt vorgeplant sind, vorbudgetiert sind, aus dem BMEL, die zurzeit aber noch auf sich warten lassen, da springt das Land Mecklenburg-Vorpommern selber ein und sagt, solange das noch nicht läuft, da sind wir für euch da, wir werden diese Last auf uns nehmen, ihr wisst uns an eurer Seite. Und ich glaube, ein viel größeres Commitment kann man kaum erwarten. Und deswegen muss ich auch sagen, ich glaube nicht, dass wir Ihren Antrag brauchen. Ich fand es gut, dass wir auf einer fachlichen Ebene darüber diskutiert haben. Ich habe jetzt aber keine Punkte gefunden, die nicht ohnehin schon gemacht werden. Deswegen werden wir den Antrag ablehnen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
