Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Als wir im November des vergangenen Jahres auf Antrag der SPD-Fraktion schon mal über dieses Thema gesprochen haben unter dem Titel „Die Kutter- und Küstenfischerei im Wandel – Transformationsprozesse forcieren und aktiv begleiten“, kamen all die Herausforderungen, die jetzt hier heute auch zur Sprache kommen, schon zur Sprache. Und ich möchte auch noch mal unterstützen, dass das Hauptproblem natürlich der Fischmangel ist. Letztendlich ist es ja ein Wirtschaftszweig gewesen, der vom Fisch gelebt hat. Und das ist auch heute zur Sprache gekommen und auch damals schon zur Sprache gekommen. Der Agrarausschuss war in diesem Zusammenhang in Freest, das ist auch schon gesagt worden. Herr Diener hat ja von diesen Freest-Erfahrungen auch schon berichtet. Und da die Küstenfischerei ein traditioneller Beruf hier im Lande ist, und ich komme ja nun aus Vorpommern, und Freest ist gleich um die Ecke, wo ich das Haus meiner Eltern habe, da weiß ich, dass die Fischer eben eigentlich erhalten bleiben müssten, und gerade die Freester Fischer. Aber wir müssen dann auch gucken, was für Perspektiven wir ihnen bieten können, damit überhaupt ein Erhalt dieses Berufszweigs möglich ist. Und da kommt das Konzept der Sea Ranger natürlich in Sicht und erweist sich als ein gutes Konzept, um den Fischern ein zusätzliches Standbein zu bieten. Und deswegen begrüßen wir, dass sich das Land zu diesem Thema engagiert. Der Minister, das heißt, die Ministerin hat für den Minister dargestellt, was alles passiert. Und insofern stehe ich da aufseiten der Landesregierung, denn ich sage auch, der AfD-Antrag ist so, wie ein bisschen Eulen nach Athen tragen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei den beteiligten Institutionen, die das Sea-Ranger-Konzept entwickelt haben, insbesondere die Leute vor Ort, Oliver Greve, Geschäftsführer der Fischereigenossenschaft Wismarbucht. Er und andere geben nicht auf und entwickeln Alternativen. Das verdient höchste Anerkennung und Unterstützung. Und wir werden uns für diese Alternativen auch mit einsetzen. Zu den Forderungen des AfD-Antrags kurz: Punkt 1: Wir sagen, ein Konzept für die Küstenfischerei nur für M-V zu erstellen, ist wenig sinnvoll, weil die Fischerei in Schleswig-Holstein ebenso betroffen ist. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Und deswegen gibt es ja auch eine Arbeitsgruppe, die einschließlich des Bundes an Zukunftskonzepten arbeitet, und im Rahmen der Zukunftskommission Fischerei tut sich das oder ist das ja auch intensiviert worden. Und da sollen die Ergebnisse April 2025 vorliegen und in einer gemeinsamen Erklärung zur Zukunftsperspektive abgeschlossen werden. Danach erfolgt die Umsetzung auch regional. Punkt 2: Das Land unterstützt die Sea-Ranger bereits, das ist schon gesagt worden. Und auch die Mittel aus dem Windenergie-auf-See-Gesetz sind schon angesprochen worden. Ziffer 3: Da würde ich auch unterstützen, dass sozusagen die Bewerbung natürlich die Sea Ranger erfolgreich auch selbst machen und allenfalls das Land dort finanzielle Unterstützung leisten kann. Das ist auch angesprochen worden, dass das schon erfolgt. Aber das ist eine Aufgabe der Landesregierung, originär ist das, glaube ich, eher nicht. Ziffer 4: Ist klar, ist zurückgezogen worden. Und Ziffer 5: Da ist es eben so, dass die Mittel aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds natürlich auch geprüft werden zur Unterstützung. Und es ist wohl durch meine Rede klar, dass wir den Antrag ablehnen. – Ich danke für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
