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Thore Stein

AfD 26.09.2024 Sitzungen 8/88

Ach so, sehr geehrte Frau Präsidentin! Die FDP spricht nicht, das ist sehr schade. Ja, ich fange von hinten an. (Zuruf von Marcel Falk, SPD) Wir sind im Unwissen darüber, was in diesem Land alles schon getan wird. Soso! Offenbar tun Sie ganz viel, wie Sie eben ausgeführt haben, aber offenbar nicht sehr erfolgreich, denn wenn Sie sich einfach mal die Jagdstrecken angucken der letzten zehn Jahre, dann werden Sie feststellen, dass diese Strecken sich eher rückläufig entwickeln und nicht gerade ins Positive entwickeln. Das heißt, Ihre Maßnahmen, die Sie ja alle angeblich schon ergreifen, scheinen nicht ganz so wirksam zu sein. Vielleicht sollten Sie das noch mal überdenken, ob das, was Sie tun, denn ausreichend ist! Dann führen Sie weiterhin aus, dass die Renaturierung der richtige Schritt ist, um Niederwild konsequent zu schützen. Das mag im Einzelfall stimmen, aber jetzt schauen Sie sich mal den Feldhasen an. Glauben Sie denn, dass eine Feldhasenpopulation davon profitiert, wenn Sie riesige Flächen wiedervernässen? Also ich wüsste nicht, dass der Feldhase in Sumpflandschaften vorkommt. Aber das können Sie mir ja sicherlich gleich noch einmal, (Zuruf vonseiten der Fraktion DIE LINKE: Ein Hase! Das ist ein Hase!) das können Sie mir gleich gerne noch einmal mit Ihren wildbiologischen Kenntnissen darlegen. (Zuruf von Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Gleiche, Herr Dr. Terpe, Sie führen aus, dass gerade die grüne Agrarpolitik doch der Weg ist, um Niederwild zu schützen. Schauen Sie sich einmal an, wie sich die Flächennutzung in Mecklenburg-Vorpommern gerade im Hinblick auf ökologisch bewirtschaftete Flächen in den letzten 10/20 Jahren entwickelt hat! Und jetzt vergleichen Sie einmal die Jagdstrecken dieses Niederwildes, da müsste doch eine Korrelation da sein. Wenn ich mehr ökologisch bewirtschafte, desto mehr Niederwildbestände müsste ich haben. Auch das ist nicht der Fall. Also offenbar ist das auch nicht ganz korrekt, was Sie erzählt haben. Können wir uns aber gerne noch mal drüber aushalten. (Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Da muss man zuhören! Da muss man richtig zuhören, Herr Kollege Stein!) Das Gleiche gilt eben auch für Herrn Bruhn, der uns erst mal erklären wollte, dass wir da irgendwie falschliegen, wenn ich davon spreche, dass Niederwild ein Kulturfolger ist. Herr Bruhn, die Agrarstruktur, wie wir sie heute haben, geht ganz klar zulasten der Niederwildstruktur. Und generell, die Struktur unserer Landschaft hat sich eben in den letzten 50 Jahren deutlich verändert, und das geht eben zulasten von Arten, die davon über lange Zeit profitiert haben, und das sehen wir eben an den Strecken. Und das, wirklich das Spannendste ist ja die Ausführung der Ministerin, die das ja sicherlich nicht selbst geschrieben hat, sondern hier vertretungsweise vorgetragen hat, dass der Klimawandel der Hauptgrund dafür ist, dass es unseren Niederwildarten so schlecht geht. Zum Glück, zum Glück ist das Klima in Schleswig-Holstein ganz anders, denn die Vorkommen der Wildpopulation, die wir eben besprochen haben, Rebhuhn, Fasan, Hase, in Schleswig-Holstein, die steigen seit Jahren an. Also glücklicherweise ist das Klima in Schleswig-Holstein offenbar nicht ganz so dramatisch wie in Mecklenburg-Vorpommern. Auch da würde ich Sie doch bitten, ein wenig bei der Realität zu bleiben und nicht das eigene Unvermögen, (Beifall Horst Förster, AfD) hier konkret an Maßnahmen zu arbeiten, (Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das wissen Sie doch eigentlich besser, den Unterschied, Herr Stein.) darauf abzuschieben, dass irgendwo ein globales Klima sich ändern soll. Evaluierung der Totschlagfallen, wie wir sie im Antrag fordern, wird hier abgetan mit, das können wir ja ganz einfach aus den Jagdstrecken heraustun. Die Totschlagfallen haben wir vor einem dreiviertel Jahr verboten und Sie leiten jetzt schon ab, dass das alles keine Auswirkung hat. Wir haben gefordert, lassen Sie uns doch bitte über die nächsten Jahre einmal objektiv beobachten, ob es da eben Veränderungen gibt, die eventuell zu einer Korrektur führen sollten. Na ja, Sie sehen das offenbar als nicht wirklich relevant an. Am Ende ist es so, es sind einfachste Maßnahmen, die in ihrer Gesamtheit dazu führen können, dass wir unserem Niederwild helfen. Ich wiederhole mich, wir müssen darangehen, im großen Stil unsere Kulturlandschaft wieder niederwildfreundlicher zu gestalten. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt von Jägern, und nicht nur der Jäger, natürlich sollten da auch Landnutzer in Form von Landwirten mit an einem Strang ziehen. Aber zu sagen, die Landwirte haben damit gar nichts zu tun, das machen die Jäger alleine, ist ja völliger Blödsinn. Das weiß jeder, der im ländlichen Raum unterwegs ist. Und vielleicht sollten wir mal über einen anderen Aspekt nachdenken, der noch gar nicht zum Tragen kam, und das ist über die Verwendung von Pelzen, denn Niederwild und gerade auch Raubwild ist ja bekannterweise auch ein Pelzlieferant. Und wir haben natürlich in den letzten Jahrzehnten auch alles dafür getan, die Verwendung von Pelzen als Kleidungsstücke zu verteufeln. Wenn also solche zweifelhaften Organisationen wie PETA öffentlich quasi gegen die Verwendung von Pelzen hetzen dürfen, dann müssen wir uns nicht wundern, dass gerade der Markt für Pelze nicht mehr gegeben ist. Und vielleicht wäre auch das mal ein guter Ansatz, darüber nachzudenken, ob nicht eine artgerechte Jagd, eine anständige, eine waidgerechte Jagd auf Raubwild zur Verwendung von Pelzen nicht auch ein guter Weg ist, (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) um Ressourcen sinnvoll zu nutzen und zeitgleich eben durch die Prädatorenbejagung auch etwas Gutes zu tun. Die Zeit hier ist vorbei. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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