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Simone Oldenburg

12.07.2024 Sitzungen 8/86

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit ist immer richtig und auch erforderlich. Ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit wird es aber nicht geben, wenn einzelne Bestandteile eines komplexen Systems getrennt voneinander betrachtet werden. Auch ein Armutskreislauf wird niemals durchbrochen werden, wenn die Armut eines Kindes losgelöst von der Armut der Familie betrachtet wird, denn Kinderarmut ist auch immer Elternarmut. Also können wir nur mehr Bildungsgerechtigkeit und weniger Armut erwirken, (Zuruf von Horst Förster, AfD) wenn die Komplexität und die Zusammenhänge auch bei dieser Diskussion beachtet werden. Wie gerecht oder ungerecht sind die Bildungschancen von Kindern mit verschiedenen familiären Hintergründen in Deutschland verteilt? Das war die Fragestellung der neuen Studie des ifo Instituts, die ja eben auch erwähnt wurde, vom Mai dieses Jahres. Und dieser Studie kann man entnehmen, dass Rheinland-Pfalz, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern in ihrem Bildungswesen eine hohe Chancengleichheit zu verzeichnen haben und Mecklenburg-Vorpommern in der Chancengerechtigkeit den ersten Platz einnimmt. Dazu tragen unter anderem die Entscheidungen bei, so kann man es auch nachlesen, dass die Empfehlungen für die weitere Schullaufbahn erst nach der sechsten Jahrgangsstufe erfolgt, und auch die hohe Besuchsquote in der Kita bei den Drei- bis Sechsjährigen ist maßgeblich, und die liegt bei uns bei 94,5 Prozent. Es gibt also laut ifo-Studie kein anderes Bundesland, in dem die Chancengerechtigkeit höher ist als in Mecklenburg-Vorpommern. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Torsten Koplin, DIE LINKE: Das hab ich bei Frau Wegner nicht gehört.) Und ohne Zweifel, und ohne Zweifel hat auch die beitragsfreie Bildung von der Geburt bis zum Ende der Ausbildung einen großen Anteil daran, die Bildungschancen zu erhöhen und ein gerechteres Bildungssystem zu schaffen. Denn weder für die Krippe noch für die Kita, auch nicht für den Hort, erst recht nicht für Schule und Studium und selbst nicht für eine Berufsausbildung an einer öffentlichen Schule muss in Mecklenburg-Vorpommern nur ein einziger Cent bezahlt werden. Sehr geehrte Damen und Herren, was unternimmt unser Land darüber hinaus, um die Bildungschancen von klein an zu erhöhen? Dazu haben wir unter anderem für den besseren Übergang, den Sie eben beschrieben haben, von der Kita in die Schule die Broschüre … (Unruhe vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Torsten Koplin, DIE LINKE: Frau Wegner weiß das schon.) Ich weiß nicht, Frau Wegner, mit wem wollten Sie die Aussprache führen? (Ann Christin von Allwörden, CDU: Die hört ja nur nicht hin. – Zuruf von Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Okay! (Heiterkeit bei Ann Christin von Allwörden, CDU: Die Lehrerin kommt da durch.) Nee, die kommt nicht durch, die ist da! (Ann Christin von Allwörden, CDU: Ja, ja!) Also, da muss ja, (Zuruf von Ann Christin von Allwörden, CDU) das ist … (allgemeine Unruhe – Torsten Koplin, DIE LINKE: Das ist eine Frage des Respekts. – Ann Christin von Allwörden, CDU: Ja, eben, ganz genau! – Glocke der Vizepräsidentin – Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE – Ann Christin von Allwörden, CDU: Als Ministerin braucht man nicht die Abgeordneten zur Rechenschaft zu ziehen, das gehört sich nämlich auch nicht. – Zuruf von Daniel Peters, CDU)

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