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Enrico Schult

AfD 12.07.2024 Sitzungen 8/86

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen! Sehr geehrte Kollegen! Sie sind ja auf den Kern meiner Forderungen oder unserer Forderungen gar nicht eingegangen, denn das Ergebnis, die Prüfung, die zeigt doch ganz deutlich, inwieweit die Vermittlung des Unterrichtsstoffs funktioniert hat. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und das ist sozusagen der Nachweis dessen, ob es funktioniert hat oder ob es nicht funktioniert hat. Und das ist das, was Sie nicht verstehen wollen, weil Sie nämlich genau wissen, dass es da große Probleme gibt in unseren Schulen. Und das wissen nicht nur Sie, das wissen wir alle, das wissen auch die Unternehmer, das wissen alle, dass sozusagen die immer mit viel weniger Wissen in den Beruf starten. (Zuruf von Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und das zeigen ja auch diese Bildungstests, die wir hier durchführen. Ich möchte gerne auf die einzelnen Punkte jetzt noch einmal eingehen, zum einen natürlich auf Frau Oldenburg. Frau Oldenburg hat nichts zur Fehlerquote gesagt. Niemand von Ihnen hat etwas zur Fehlerquote gesagt, die aussagt, Fehler in Orthografie/Grammatik fünf Prozent der gesamten Prüfungsnote. Das heißt, die können völlig agrammatisch schreiben, die können das vollhauen mit Fehlern, die kriegen noch eine 1,0. (Zurufe von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD, und Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Da hat niemand von Ihnen was dazu gesagt, weil es so ist und weil es ja absolut unmöglich ist oder unglaublich, dass so etwas in unseren Schulen praktiziert wird. Und da wollen wir ran, da wollen wir ran! Da wollen wir Ihnen sozusagen das anzeigen, dass hier Handlungsbedarf ist. Und das ist das, was wir als AfD mit diesem Antrag bezwecken. Und Frau Oldenburg zitierte tatsächlich aus der Mittleren-Reife-Prüfung von diesem Jahr 2024, (Zurufe von Andreas Butzki, SPD, und Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aber sie zitierte aus dem Teil B, werte Kollegen. Und den Teil B, den wollen wir ja auch gar nicht anpacken. Im Gegenteil, den wollen wir noch höher werten, denn der hat derzeit eine Gewichtung von 41 Prozent. Und da sollten wir doch ran! Wir müssen natürlich wieder textbezogen und literarisch erörtern. Das wollen wir nämlich noch in den Mittelpunkt stellen. Und wir wollen diese Multiple-Choice-Verfahren, die wollen wir zurückdrängen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Diese Ankreuzdinge, die führen nämlich nur dazu – die machen 59 Prozent der Prüfungsnote aus –, die führen dazu, dass sie die Prüflinge durch die Prüfungen bringen, obwohl sie vielleicht vieles gar nicht wissen und dieses Wissen gar nicht abrufen können. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und das ist das, das möchte ich Ihnen kurz erläutern, und ich habe mir die Prüfungen natürlich auch noch mal herausgesucht von Frau Oldenburg. Frau Oldenburg, Sie hätten ja auch zitieren können, da ist natürlich auch wieder so eine Ankreuzaufgabe drin in der Prüfung von 2024. (Andreas Butzki, SPD: 2023 hatte sie. Ich hatte 2024.) Da geht es darum, warum junge Menschen Sprachnachrichten lieben, ältere aber so gar nicht. Wieder das Typische, ein Text, da muss man wieder irgendwelche Zeilen hier zuordnen, wo das gesagt worden ist. Zum Beispiel hier: „Sprachnachrichten werden sich in allen Generationen durchsetzen. Ist das richtig?“ (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Wo wurde das sozusagen abgefordert oder wurde das aufgeschrieben? Und dann ist hier eine banale Aufgabe, da steht dann: „Welche Altersgruppe bevorzugt welches Kommunikationsmittel?“ Dann haben Sie hier einen älteren Mann, da ist jetzt ein Telefon, da sollen Sie dann einen Pfeil vom Telefon zum älteren Mann machen. (Heiterkeit bei Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD – Zurufe von Horst Förster, AfD, und Torsten Renz, CDU) Dann haben Sie mittleren Alters jemand, der ist da mit dem Handy, da sollen Sie dann einen Pfeil machen zu der Frau, die jetzt mittleren Alters ist, und da ist ein ganz junger Bursche mit der Kappe, der spricht dann halt Sprachnachrichten und so weiter. Und glauben Sie ernsthaft, das ist Mittlere-Reife-Prüfung?! Das wird in unseren Prüfungen abgefordert. Und da stellen Sie sich hin und sagen, das ist eine ganz klasse Sache, und die Anforderungen – hat Herr Butzki jedenfalls gesagt –, die Anforderungen werden nicht abgesenkt, durch diese Ankreuztests wurden die sozusagen noch angehoben. Ja, also, Herr Butzki, da weiß ich nicht, Sie sind viele Jahre Lehrer gewesen, das betonen Sie ja auch unentwegt hier an dieser Stelle. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und davor habe ich auch Hochachtung. Aber dann müssen Sie wissen, das ist ja das, was wir auch als Rückmeldung von Ihren Kollegen bekommen, Herr Butzki. Und seien Sie ehrlich, Sie wissen ganz genau, was an unseren Regionalschulen los ist! Genau diese Kollegen haben mir nämlich erzählt, dass sie ganze Aufgabenstellungen gar nicht mehr stellen können, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) weil die Schüler gar nicht in der Lage sind, die Schüler sind nicht in der Lage, diese Aufgaben zu lösen. Und deshalb kommen Sie ihnen entgegen und vermindern die Prüfungsanforderungen, und da sind wir grundsätzlich dagegen, werte Kollegen. (Zurufe von Andreas Butzki, SPD, und Horst Förster, AfD) Und das zeigt ja auch das Beispiel, was Sie sagten, das Polizeidiktat. Jeder dritte Bewerber bei der Polizei rasselt durchs Diktat. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Bei der Polizei gibt es ein Diktat, und da gibt es auch eine Fehlerquote. Anders als in der Mittleren-Reife-Prüfung gibt es da eine Fehlerquote. 200 Wörter müssen sie da schreiben, eine Seite. 10,5 Fehler dürfen sie haben, jeder Dritte rasselt da durch. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und warum ist das für die Mittlere-Reife-Prüfung nicht möglich? Warum ist das für die Mittlere-Reife-Prüfung nicht möglich? (Andreas Butzki, SPD: Da sind auch Abiturienten durchgefallen.) Da sehen wir doch, dass wir eklatante Schwächen haben in der Orthografie und in der Grammatik. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und ich schreibe es Ihnen oder ich sage es Ihnen noch mal, in der Bewertungsvorlage für Lehrer steht tatsächlich drin, hohe Fehlerzahl auch in gängigen Worten und Konstruktionen, elementare Verstöße gegen die grammatischen Regeln, Einschränkung der Textverständlichkeit. Das sind ja wesentliche Dinge, da kriegen sie fünf Prozent abgezogen, sechs Bewertungseinheiten von 120. Sie haben noch 114 Punkte, das ist immer noch eine glatte 1,0, werte Kollegen. Und darauf sind Sie nicht eingegangen, und Sie lügen sich hier in die Tasche. Das muss man so ganz klar sagen! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Die Realität da draußen – sprechen Sie mit den Unternehmen, sprechen Sie auch mit den Lehrern, (Andreas Butzki, SPD: Mach ich.) sprechen Sie mit den Eltern –, die Realität sieht anders aus. (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Die Tests weisen das ja auch aus. Der IQB-Bildungstrend, der Nationale Bildungsbericht, die weisen ja auch aus, dass wir immer weiter abschmieren in den Kompetenzen. Und Sie liefern da Prüfungen ab und sagen, Mensch, ja, wir haben richtig gute Zensuren wieder eingefahren. Aber Sie können eben das nicht halten, was später dort gefordert wird. Frau Becker-Hornickel hat irgendwie am Antrag – da sollten Sie vielleicht mit Ihrem Referenten noch mal sprechen –, Sie haben am Thema vorbeigesprochen. Das war mitnichten so, wir wollen ja gerade dieses Literarische, das Interpretieren, das wollen wir, oder das Textverständnis, das wollen wir noch mehr in den Fokus rücken. Das haben Sie offensichtlich nicht verstanden. Und Frau Rösler sprach von einem Marathon. Aber, Frau Rösler, auch gerade ein Marathon, da muss ich ja den Willen haben, mich erst mal in Bewegung zu setzen, zu trainieren. Sie kommen ja nicht einfach an und sagen … Sie ist gar nicht mehr da. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Ich sage es ihr.) Sie kommen ja nicht einfach an und sagen, Sie starten zu einem Marathon. Da brauchen Sie auch diese Anstrengungsbereitschaft. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Und da freuen Sie sich, und da freuen Sie sich ja auch, wenn die langsam starten und sie werden immer besser. Und das ist ja auch das, was wir wollen. Wir wollen aber die reale Abbildung des Leistungsvermögens. Wir wollen nicht irgendwelche Dinge, die Sie da aufschreiben und sagen, ja, okay, jetzt hat er diese Note bekommen oder auch eine andere Note, sondern wir wollen die reale Abbildung des Leistungsvermögens, und das ist auch das beste Beispiel mit dem Marathon. Da müssen Sie sich auch anstrengen, und das wollen wir halt in der Mittleren-Reife-Prüfung auch machen. Die ist uns vom Niveau her jetzt zu gering gewertet. Herr Renz hatte die politische Debatte sozusagen noch mal hier ins Feld gebracht. Da kann ich Ihnen als Landesvorsitzender – Sie haben ja sozusagen auch noch mal die Partei jetzt mit reingebracht –, als Landesvorsitzender kann ich Ihnen sagen, dass wir im Bildungsbereich tatsächlich und als bildungspolitischer Sprecher viele gute Anträge hier schon gebracht haben als AfD. Die waren so gut, dass Sie sie kopiert haben, beispielsweise bei der Inklusion, Schließung der Förderschulen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Also insofern, ich hätte mir von Ihnen da auch ein bisschen mehr Substanz gewünscht, (Zuruf von Torsten Renz, CDU) und nicht, dass Sie sich immer nur hinstellen und vergriesgnaddelt sozusagen halt immer das Verfahren, irgendwie dann das Verfahren geißeln, das Verfahren geißeln und gut. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Das ist so, ich mache mich hiermit nicht wichtig! (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Zumal, als Landesvorsitzender zu einem ehemaligen Landesvorstandsmitglied, Herr Renz, dafür hat es ja nicht mehr gereicht. Sie sind ja 2022 … (Zuruf von Torsten Renz, CDU) 2022 Landesvorstandsmitglied? Ja, war das doch noch? (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Ach so, okay, dann war es Innenminister a. D., Entschuldigung! Dann war es ja der Innenminister a. D., deshalb ist es ja wahrscheinlich bei Ihnen so, dass Sie so ein bisschen vergnatzt sind, was das angeht. Aber nein, unser Anspruch ist hier ganz klar, AfD-Anträge zu stellen. Das haben wir jetzt mit diesem Antrag auch gemacht, wieder einmal ein Antrag mit Substanz. (Heiterkeit bei Andreas Butzki, SPD – Torsten Renz, CDU: Gehen Sie auch inhaltlich auf mich ein?) Wieder einmal, wo wir sagen, schaut euch die Prüfungen an, werte Kollegen, schauen Sie sich die Prüfungen an! Wenn wir da wirklich an der Stellschraube drehen würden, dann würden wir ein reales Abbild des Leistungsvermögens bekommen, (Torsten Renz, CDU: Er geht inhaltlich gar nicht auf mich ein.) und nicht so, wie Sie das hier sozusagen sich alles schönrechnen. Die Zahlen sind alarmierend! (Zuruf von Torsten Renz, CDU) 3,1 die Prüfungsnote in der letzten Deutschprüfung, Mittlere Reife. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, wenn wir eine vernünftige Prüfung haben mit, wie gesagt, mehr Erörtern und Analysieren. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und das setzt ja auch vieles voraus, dass ich natürlich das Grundwissen habe. Das setzt doch das voraus. Wenn Sie eine vernünftige Prüfung hier abverlangen würden ohne diese Ankreuzaufgaben, dann wären Sie bei ganz anderen Ergebnissen. (Zurufe von Andreas Butzki, SPD, und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und noch mal ein letzter Satz, auch zu Herrn Renz, Sie sagten ja, dass es auch Kompetenzen angeht und Analysieren und so weiter, aber dazu ist doch auch das Wissen elementar. Das Wissen ist doch notwendig. (Torsten Renz, CDU: Habe ich gesagt.) Ihre schwierigen Geschichtszahlen, die Sie sagen, Sie können auch sagen, ja, Geschichtszahlen sind jetzt uninteressant oder sind nicht wichtig, aber Sie müssen das doch einordnen können. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Sie müssen doch, um zu analysieren, müssen Sie natürlich auch das Fachwissen haben oder das Wissen erst mal haben. Und das andere kommt dann ja noch mal on top. Und das ist das, was wir hier mit diesem Antrag begehrten, dass wir dort die Anforderungen anheben, Mittlere Reife. Beim letzten Mal war es so, da habe ich Ihnen das auch prophezeit, dass die Bildungstrends oder die Bildungstests uns da ein schlechtes Urteil ausstellen werden. Das haben sie getan, und bei diesem Thema wird es ähnlich sein. Glauben Sie mir, wir werden in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen haben, denn die nächsten Zahlen stehen an. Die Mittlere-Reife-Prüfungen laufen gerade, und wir werden das zu gegebener Zeit, auch wenn es der CDU offensichtlich nicht behagt, wieder auf die Tagesordnung bringen. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Denn das ist unsere Aufgabe hier. Wir sind Opposition und wir nehmen diese Aufgabe sehr gerne wahr. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Alle Reden von Enrico Schult Protokoll ↗