Christian Pegel
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst herzlichen Dank! Ja, ich würde unterschreiben, Güstrow ist für uns ein ganz elementarer Teil, im Übrigen in drei Bereichen: in der polizeilichen Ausbildung für mittleren und gehobenen Dienst, für die Verwaltungsausbildung, im Übrigen auch für die kommunale Familie, im gehobenen Dienst und in der Rechtspflege. Der Bereich ist kleiner, deswegen gerät er schnell aus dem Auge, aber da brauchen wir ihn ganz dringend, weil wir auch da verschiedene Ausbildungen für die Justiz durchführen dürfen. Wir haben in den letzten Jahren allerdings veränderte Bedingungen, und die versuchen wir mit dem Konzept aufzugreifen. Wir sehen, dass nach der Pandemie Lehr- und Lernbedingungen, die während der Corona-Pandemie mit sehr viel Distanzunterricht umgesetzt worden sind, das im Übrigen in Justiz und Verwaltung einen Tick leichter als bei Polizei, weil ich bei der Polizei zuweilen eben auch körperliche Dinge üben lernen muss, gleichwohl hat auch die polizeiliche Ausbildung relativ viel Distanzunterricht abgebildet, und wir erleben, dass wir heute auf Auszubildenden- und Studierendenzugangszahlen blicken, die von uns die Erwartung haben, dass ein Teil der damals gelernten Dinge nicht aus der Not weitergeführt werden, sondern aus dem Willen. Ich sehe auch, dass die Hochschule sich dem sehr klar stellt. Aber damit verbunden ist die Frage, die das Finanzministerium uns zu Recht gestellt hat, was heißt das eigentlich auf die jeweiligen Flächen bezogen, wie viel tatsächliche physische Unterrichtsräume benötige ich noch, wie viel wird künftig prognostisch und welcher Anteil digital stattfinden, bei den Bereichen, wo es geht. Das finde ich auch deshalb überzeugend, weil bei uns zumindest in der Ausbildung aus dem ganzen Land Menschen kommen. Die sind da natürlich in Güstrow mit Unterkunftsmöglichkeiten versehen, aber die kommen in der Regel aus dem ganzen Bundesland und nicht selten sogar über die Grenzen hinaus. Und das gilt noch stärker bei der zweiten zentralen Aufgabe in Güstrow, nämlich der Fortbildung von unseren Kolleginnen und Kollegen. Und dann fahren auch die aus Ueckermünde, aus Boizenburg und anderen Orten im Zweifel für eintägige Fortbildungen hin. Und da ist die Anforderung, die Erwartung an den Dienstherren Mecklenburg-Vorpommern, das häufiger digital möglich zu machen, noch mal stärker. Das ist eine der großen Überschriften, denen sich die Hochschule dort stellt. Zweitens die Frage, wie einige Ausbildungsinhalte in Zukunft aussehen. Auch da hat die Hochschule in den letzten anderthalb Jahren relativ viel zugearbeitet. Wir haben als Innenministerium mit dem Finanzministerium intensiv in der Arbeitsgruppe gesessen, das tun wir auch noch, haben die Schritte Stück für Stück abgearbeitet, auch bei der Frage, reichen Räumlichkeiten und wie sehen Konzepte aus. Ich gehe davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr gemeinsam dieses Konzept abschließen werden, der Landesregierung, also dem Kabinett vorstellen können und dann auch in Güstrow. Güstrow hat aber massive Impulse dafür geleistet, damit wir in die weitere Umsetzung gehen können und sich daraus dann im Übrigen auch Ableitungen treffen lassen, was passiert auf Personalseite und was passiert auf baulicher Seite. Wichtig ist mir, weil diese Unsicherheit immer im Raume stand, es gibt keine weitergehenden Bestrebungen – die waren ja immer mal kolportiert worden, ohne dass die Landesregierung ihren Beitrag dazu geleistet hatte –, dass Güstrow seine Hochschule verlöre, sondern der Standort ist von uns ja auch schon mit viel Geld aufgepäppelt worden. Von daher gibt es ein hohes Interesse, dort selbstverständlich zu bleiben, was nicht ausschließt, noch mal, dass man in einer digitalen Welt den anderen Bereich auch ausbauen muss und wird und das Konzept genau auch da noch mal einen zusätzlichen Schwerpunkt setzt.
