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Torsten Koplin

Die Linke 10.07.2024 Sitzungen 8/84

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Rede von Harry Glawe war nicht nur getragen davon, dass er als einer der handelnden Akteure weiß, worüber er redet, sondern ich fand, lieber Harry Glawe, die Rede auch sehr ausgewogen, weil sie deutlich machte, in welcher Situation wir uns alle damals befanden, was gelungen ist, wo auch an Grenzen gestoßen wurde. Und in erwartbarem Maße war das von Herrn de Jesus Fernandes bei der Einbringung des Antrags eben etwas ganz anderes. Ich bin davon ausgegangen, dass Sie Teile Ihrer Rede recyceln werden, weil ja auch das Thema immer aufs Neue gesetzt wird. (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Aber dagegen ist nichts zu sagen, das Thema zu setzen, ist wichtig, weil es uns noch lange beschäftigen wird. Ich habe auch sehr wohl vernommen, dass es seitens der AfD-Fraktion in der Tonlage Nuancen gibt. Aber letztendlich, ich bleibe jetzt mal bei der Einbringungsrede, die war sachfremd, die war ideologiegetrieben und die war tendenziös und insofern des Themas nicht angebracht. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Haben Sie nicht zugehört, Herr Koplin?!) Aber ich habe sehr aufmerksam zugehört, weil ich dann natürlich suchte die Anknüpfungspunkte für diese Rede. Ich habe wahrgenommen, dass es keine Einordnung dieses welterschütternden Ereignisses gegeben hat und keine Differenzierung, sondern reinweg Anklage, bis hin „die Strafe wird uns noch ereilen“, also „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, und so weiter – keine Fakten, sondern nur Behauptungen, keine Belege, sondern nur Beschreibungen, und mit Verlaub auch keine Ernsthaftigkeit. Dafür habe ich vernommen eine Bagatellisierung dieser Pandemie, und das ist unangebracht, sehr geehrte Damen und Herren, das ist unangebracht! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und was uns betrifft – das ist von der Ministerin gesagt worden, das ist vom Exminister gesagt worden, und ich kann das auch für unsere Fraktion, auch für mich persönlich sagen –, wir haben die Verantwortung getragen und wir stehen auch zu dieser Verantwortung. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Anscheinend ja nicht!) Und sehr wohl schauen wir uns an die Gutachten, die vorliegen, die Gutachten, die jetzt erstellt werden, die Berichte, die kommen, und wir haben die Gespräche mit den Betroffenen. Wir hatten jetzt Ende Juni den 1. Fachtag Long Covid. Und neben einigen Mails, die gekommen sind von Personen, die noch mal sich bedankt haben, dass wir so etwas überhaupt machen, dass wir uns ins Gespräch begeben, kommen natürlich die Einzelfälle auf den Tisch. Und wir werden sie so gut, wir werden den Dingen, so gut es geht, immer nachgehen, das ist gar keine Frage, und nicht nur, weil wir, weil wir uns eben aus der Verantwortung daraus in der Pflicht sehen, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Na dann reden Sie doch mal über Ihre Maßnahmen! Das haben Sie ja mit keiner Silbe getan.) sondern natürlich, weil wir die Menschen im Blick haben. Die hatten wir im Blick und die haben wir im Blick, dessen können Sie ganz sicher sein, dessen können Sie sicher sein! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und wir haben ein unbedingtes Interesse an Aufklärung, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Sie hatten alle die Möglichkeit, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzuberufen, jeder von Ihnen!) ein unbedingtes Interesse daran, auch zu schauen, was haben wir richtig gemacht und was haben wir nicht richtig gemacht, weil selbstverständlich solche grassierenden, in Zeiten der Globalisierung, der globalen Welt solche Ereignisse wiederkommen werden. Und wir müssen gewappnet sein. Es ist vorhin ganz richtig gesagt worden, dass zwischen den Ereignissen 2017/2018 bis Anfang der 2020er-Jahre und dem, was uns mit der Corona-Pandemie ereilte, eben so viele Jahre einfach nicht mehr daran gedacht wurde – es gab auch viele andere, brauche ich jetzt alles nicht auszuführen. Das darf uns aber nicht noch mal passieren, weil – als ich losging, waren Herr Barlen und ich gerade noch mal dabei, zu schauen, welche Auswirkungen diese Pandemie weltweit hatte, Peru ganz an der Spitze – es gibt Länder, da sind Bevölkerungsgruppen, ganze Landstriche ausgerottet worden von der Corona-Pandemie. Das zu bagatellisieren, verbietet sich einfach, muss ich sagen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und wir werden nach dem 1. Fachtag – jetzt kommt, schließt sich an, weil es nämlich in die Fachlichkeit geht – (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das ist genau derselbe Duktus, mit dem Sie die ganze Zeit Politik gemacht haben. Das ist genau das Gleiche, Herr Koplin!) ein Fachmeeting durchführen und für den 20. November unter Federführung unserer Kolleginnen und Kollegen der SPD-Fraktion dann einen Fachtag Long Covid, der sich speziell mit der Situation von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Das machen wir. Das machen wir und haben natürlich auch die psychischen Auswirkungen im Blick, weil wir den Menschen ganzheitlich sehen. Auch dessen kann ich Sie versichern. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Suchen Sie nach Familien, die ihre Angehörigen verloren haben in der Einsamkeit!) Sehr geehrte Damen und Herren, ich stelle fest, Sie haben sich mit Ihrem Verhalten in der Pandemie und danach, Sie haben sich mit Ihrem, (Julian Barlen, SPD: Sie machen doch gar nichts außer hier dicke Backen! Wissen Sie, wer dann kommt?!) Sie haben sich mit Ihrem Verhalten in und nach der Pandemie, mit Ihrem Auftreten und Ihren Reden auch heute die Legitimation für eine sachliche und dem Ereignis angemessene und würdige Diskussion selbst entzogen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das ist eine Frechheit von Ihnen!) Das stelle ich fest. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Sebastian Ehlers, CDU)

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