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Simone Oldenburg

10.07.2024 Sitzungen 8/84

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Sie werden händeringend gesucht, Lehrerinnen und Lehrer. In nahezu allen Bundesländern sind sie Goldstaub. Allein in Mecklenburg-Vorpommern fehlen in den kommenden Jahren circa 2.500 Lehrkräfte, die nicht in unserem Land in einem grundlegenden Lehramtsstudium ausgebildet werden. Es ist also offensichtlich, dass wir alles unternehmen müssen, um diese 2.500 fehlenden Lehrkräfte auszubilden. Dazu braucht es neue Wege, Kreativität, aber auch etwas Mut. Deshalb haben wir uns für verschiedene Maßnahmen entschieden, von denen ich drei gerne konkret beschreiben möchte. Erstens. Wir steigern die Attraktivität des Referendariats und werben somit auch für das Kommen und Bleiben der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer, indem wir die Möglichkeit, das Referendariat auch in Teilzeit zu absolvieren, aufnehmen, das verbindliche Gespräch und die daraus resultierenden Festlegungen für eine weitere Unterstützung in der ersten Phase des Referendariats einführen, ebenso, wie wir die Hausarbeit in eine erweiterte Lehrprobe, die verbindlich in die Bewertung einfließt, weiterentwickeln. Darüber hinaus können Vordienstzeiten als Vertretungskraft auf die Dauer des Referendariats angerechnet werden, um so fachlich und pädagogisch Vorgebildeten die Chance zu geben, ein bis zwei Monate früher das Examen abzulegen. In diesem Zusammenhang haben wir sehr gerne die Anregung aus der Anhörung aufgenommen, dass nicht allein die Dauer von praktischen Erfahrungen zählt, sondern selbstverständlich vor allem die Qualität. Obwohl dieser Passus in der Lehrervorbereitungsdienstverordnung bereits enthalten ist, ist es richtig und wichtig, dass der fachliche Anspruch für die Anrechnung ausschlaggebend sein muss und somit auch nochmals im Gesetz erwähnt wird. Die zweite Verbesserung ist eine neue Ausbildung für Lehrkräfte im Seiteneinstieg. Zukünftig können Personen mit einem pädagogischen Berufsabschluss neben der Ausbildung in einem Fach die Weiterbildung im sozialpädagogischen Bereich absolvieren. Somit gelingt es uns, zwei Professionen miteinander zu verbinden, nämlich die der Lehrkraft und die der unterstützenden pädagogischen Fachkraft. Dadurch stärken wir die dringend notwendigen multiprofessionellen Teams an den Schulen. In ihrer 4-jährigen Ausbildung haben diese Fachkräfte natürlich auch die Möglichkeit, zusätzlich in einem zweiten Unterrichtsfach ausgebildet zu werden. Eine dritte Maßnahme ist der Erwerb eines weiteren Unterrichtsfaches und einer weiteren Lehrbefähigung für eine andere Schulart für grundständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Aber wir haben in die Gruppe der Lehrkräfte im Seiteneinstieg auch endlich die Personen aufgenommen, die bereits über ein abgeschlossenes Lehramtsstudium verfügen, aber nicht über das Referendariat. Sie hatten bisher überhaupt keine Möglichkeit, eine Ausbildung im Seiteneinstieg zu absolvieren, obwohl sie diejenigen sind, die ein mindestens 5-jähriges Pädagogikstudium erfolgreich abgeschlossen haben. Sehr geehrte Damen und Herren, wir müssen alles versuchen, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung der Lehrkräfte für eine qualitativ hochwertige Ausbildung der Kinder und der Jugendlichen zu ermöglichen. Dabei darf niemals der hohe Qualitätsanspruch ins Hintertreffen geraten, sondern muss Maßstab aller Änderungen und Neuerungen sein. Auch dazu haben die Vertreterinnen und Vertreter der Verbände, der Gewerkschaften, der Schulleitungsvereinigungen und der Elternvertretungen in den intensiven Erörterungsgesprächen sowie in der Anhörung im Bildungsausschuss beigetragen, und dafür ein herzliches Dankeschön! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Danke auch für die motivierte und umsichtige Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, ob grundständig ausgebildet oder auf dem zweiten Bildungsweg! Wir brauchen sie alle, den studierten Mathematik-/Physiklehrer und die Staatsanwältin, die seit Jahren in der Grundschule ihr Glück gefunden hat. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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