Enrico Schult
Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin! Ich sagte es, hoher Privatschulanteil hier in Schwerin, auch die Ministerpräsidentin hat ihre Kinder wohl auf die Privatschulen geschickt. Das zeigt, dass die staatlichen Schulen halt nicht mehr dieses Vertrauen genießen, und da sind Sie natürlich auf dem richtigen Weg insofern, werte CDU, dass wir da was machen müssen. (Zuruf von Patrick Dahlemann, SPD) Bloß alleine sind Sie da nicht glaubwürdig, weil Sie ja viele Jahre dort verantwortlich zeichneten. (Zuruf von Patrick Dahlemann, SPD) Es ist so, (Zuruf von Daniel Peters, CDU) dass in den Gymnasien schon diese lange … (Zuruf von Daniel Peters, CDU) Wie reagieren die Gymnasien jetzt auf diesen lange anhaltenden Ansturm dieser Schüler? Es ist so, dass da die Anforderungen sukzessive abgesenkt werden, Herr Renz, und das wissen Sie auch. Die Anforderungen werden abgesenkt, die Inhalte werden reduziert und das Aufweichen strenger Maßstäbe ist da gang und gäbe. Und wer es nicht glaubt, schauen wir uns doch … Herr Barlen, Sie schütteln mit dem Kopf. 2021 hat das Matheabitur, das fiel nicht so gut aus, da hat das Bildungsministerium gesagt, okay, Corona, da legen wir noch mal zwei Punkte obendrauf, ja, okay. 2023 war das Matheabitur wieder nicht so gut, da gab es Proteste und die Aufgabenstellung war so schwer, hat das Bildungsministerium gesagt, ja, komm, wir legen jetzt noch mal wieder einen Punkt obendrauf. Aber das kann doch nicht unser Ziel sein, werte Kollegen! Das sind doch Abiturienten, die nachher auch wieder an die Hochschulen und Universitäten strömen. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und der Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz, der ehemalige, Herr Alt, hat gesagt, dass sie schon an den Hochschulen Grundlagensemester einführen, weil die Abiturienten einfach nicht mehr in der Lage sind, sie bringen nicht mehr das Wissen mit, um das Studium sofort aufzunehmen. Das zeigt doch, dass auch an den Gymnasien etwas falsch läuft. Das zeigt doch, dass ganz viele Regionalschüler an die Gymnasien strömen und dass dort nicht mehr der Unterricht abgehalten werden kann, wie wir ihn eigentlich bräuchten, um sozusagen die Schüler studierfähig zu machen. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und das ist, das können Sie gerne in dem Buch von Ihrem Kollegen Herrn Brodkorb nachlesen – und Frau Koch –, der das in dem Buch „Der Abiturbetrug“ sehr gut aufgeschlüsselt hat. Wir haben mittlerweile, werte Kollegen, so viele 1,0-Abiture wie schon lange nicht mehr, aber dennoch ist die Leistung der Schüler nicht mehr adäquat. Sie können oftmals in der Berufsschule nicht mehr mithalten und sie können oftmals auch im Studium nicht mehr mithalten. Und das ist, werte Kollegen, natürlich auch ein Grund der Lehrerausbildung. Frau Martin sagte es völlig zu Recht, 45 Prozent der Lehramtsstudenten im Bereich Gymnasialstufe brechen das Studium ab – eine hohe Quote. 70 Prozent der Lehramtsstudenten im Bereich Regionalschule brechen das Studium ab. Aber ich würde Ihnen da widersprechen, Frau Martin, zu sagen, dass es einzig allein daran liegt, dass jetzt die Mathematiker oder die Lehramtsstudenten Mathematik mit den Mathematikern zusammen in der Vorlesung liegen, sitzen – liegen nicht, sitzen. Es ist einfach so, dass auch dort die Abiturienten nicht mehr das Rüstzeug mitbringen, um ein Lehramtsstudium sozusagen durchzuhalten und durchzustehen. Wir hatten jetzt eine Anhörung im Bildungsausschuss, da sind – und das will ich Ihnen mal sagen, werte Kollegen – sieben Prozent der Mathematiklehrer, sieben Prozent haben es in der Regelstudienzeit geschafft, Mathematiklehrer zu werden. Das sind doch alarmierende Zahlen. Das kann uns doch sozusagen nicht kaltlassen. Und da brauchen wir auch nicht irgendwo an kleinen Stellschrauben zu drehen, wir müssen das Gymnasium wieder stärken. Wir müssen dafür sorgen, dass wieder die leistungsstärksten Schüler aufs Gymnasium gehen. Und dazu müssen wir natürlich auch die Regionalschulen stärken. Da haben Sie, werte CDU, wenn Sie es ehrlich meinen, uns an Ihrer Seite als AfD. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Ich möchte, ich möchte Ihnen das noch mal an einigen Zahlen exemplarisch verdeutlichen, denn nicht nur die Eltern sehen das, dass der Unterricht an den Regionalschulen schwierig ist, es sehen auch ganz viele Lehrer. Ich habe mir das mal rausgesucht, die Lehramtsstudenten, quasi die Referendare, die sich fürs Gymnasium entscheiden und für die Regionalschule entscheiden: An der Regionalschule haben wir derzeit 50.000 Schüler, auf dem Gymnasium haben wir derzeit 30.000 Schüler. Das heißt, es müssten sich eigentlich mehr Referendare für die Regionalschule entscheiden – tun sie aber nicht. Ich sage es Ihnen: 2022, 83 Referendare wollten an der Regionalschule arbeiten, 234 – die Relation allein –, 234 am Gymnasium, 2023, 66 an der Regionalschule, 169 am Gymnasium, auch 2024 37 an der Regionalschule, 81 am Gymnasium, das Jahr ist ja noch nicht vorbei. Und das zeigt ja, dass auch die Lehrer mit den Füßen abstimmen und wollen eben einen anspruchsvollen Unterricht an dem Gymnasium durchführen. Und deshalb bewerben sich halt ganz viele fürs Gymnasium. Und da muss ich auch ganz deutlich der Ministerin widersprechen. Wenn das tatsächlich geplant sein soll, einen Sekundarstufenlehrer auszubilden, der dann an der Regionalschule unterrichtet und gleichzeitig am Gymnasium, dann werden wir uns als AfD ganz klar dagegen aussprechen, denn wir brauchen Exzellenz statt Gleichmacherei. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Wir brauchen gut ausgebildete, grundständig ausgebildete Lehrer. Und um diese Statistik jetzt zu schönen, zu sagen, jetzt gibt es gar keine Gymnasiallehrer mehr, da sind wir als AfD ganz klar dagegen. Wir sagen ganz offen, werte Kollegen, die Forderung der AfD, die wir schon mehrfach gestellt haben, Erhalt der Förderschulen, ganz wichtig. Es ist nicht gut, wenn die Förderschüler jetzt auch noch auf die Regionalschulen gehen, dann geht da alles drunter und drüber. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Wir wollen die Erhöhung der Anforderungen für die Mittlere-Reife-Prüfung, dazu gibt es am Freitag einen Antrag. Das zeigt eben auch, dass wir da nachschärfen müssen und die Regionalschulen stärken müssen. (Beifall Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Wir wollen eine Erhöhung der Anforderungen für den Wechsel aufs Gymnasium, dass nicht zu viele Kinder von der Regionalschule aufs Gymnasium wechseln, sondern dass sie eben auch das Leistungsvermögen haben. Und wir wollen natürlich auch den Nachweis von Deutschkenntnissen bei der Beschulung von ausländischen Kindern. Denn derzeit sind die Lehrer dort die Leidtragenden, die sich um alle möglichen Förderschüler, ausländische Schüler und so weiter kümmern müssen und natürlich auch um die anderen Schüler, die ja vernünftig unterrichtet werden sollen. Also, werte Kollegen, es war wieder mal ein Sturm im Wasserglas von der CDU, Herr Peters. Lassen Sie Ihren Ankündigungen Taten folgen! Sie hatten die Möglichkeit in der Regierung viele Jahre, und diese ganze Kampagne, wie sie aufgezogen wurde, trägt wirklich nicht zur Glaubwürdigkeit bei. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Wenn Sie inhaltlich was ändern wollen, haben Sie die AfD an Ihrer Seite. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
