Nikolaus Kramer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Domke, Sie haben das versucht, so ein bisschen jetzt noch mal klarzustellen. Das war auch der Grund, warum ich mich hier zur Kurzintervention entschlossen habe, weil ich finde, es ist einfach ein Schlag ins Gesicht eines jeden Bürgers mit DDR-Sozialisierung und auch vor allen Dingen insbesondere für die, die damals geflohen sind. Weil die sind ja nicht in erster Linie geflohen, Sie haben es ja eben selber auch gesagt, weil sie Berufsverboten unterlegen haben, sie sind nicht geflohen, weil sie ein Überraschungsei haben wollten oder eine Tüte Haribo. Sie sind geflohen, weil sie zu ihren Familien zurückwollten, weil sie Familienzusammenführung wollten. Sie sind geflohen, weil es eben um Berufsverbote ging. Jeder vierte Bürger in der DDR ist mindestens Inoffizieller Mitarbeiter gewesen. Die sind also vor diesem Staat geflohen, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Politisch verfolgt.) vor diesen Repressalien des Staates. Und sie sind nicht geflohen, weil sie sich irgendwas nicht leisten konnten oder keine Blue Jeans oder sonst irgendwas tragen konnten. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) Und das muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, in so einer hitzigen Debatte kann man sich auch mal verrennen. Passiert mir gelegentlich auch mal, aber ich denke, Sie hätten einfach Größe zeigen können, gerade nachdem Kollege Renz hier diese Gänsehautmomente ansprach: Mauerfall, die Rede von Genscher auf dem Prager Balkon. Wenn ich mir das heute bei YouTube anhöre, muss ich ganz ehrlich sagen, da bekomme ich noch Gänsehaut. Das sind wirklich Gänsehautmomente. Und es hätte Ihnen besser zu Gesicht gestanden, anstatt Sie hier rumeiern und versuchen, Ihre Aussage zu relativieren, sich einfach dafür zu entschuldigen. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ja, genau!)
