Dr. Till Backhaus
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss schon sagen, ich bin ein Stück weit erschüttert, denn wer sich mit diesem wunderbaren Land auseinandersetzt, das ist zumindest schon mal angeklungen, der weiß, dass wir das erste Bundesland sind im Übrigen – das ist auch meine eigene Initiative gewesen –, nämlich eine unterirdische Raumordnung umzusetzen. Und ich finde, auch das muss man in diesem Land wissen, dass wir ein Landesamt für Umwelt und Geologie haben in Güstrow und dass im Übrigen in der DDR, was die Frage der Rohstoffe anbetrifft, nach allem, aber auch nach allem gesucht worden ist. Nicht umsonst haben wir im Besitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern den gesamten Bohrkernspeicher von allen Bohrungen, die hier stattgefunden haben. Ich muss das jetzt aus dem Kopf machen: Ich kann Sie nur einladen, nach Sternberg mal mitzufahren zum Tag der offenen Tür. Da haben wir eine der tiefsten Bohrungen, die es überhaupt jemals in der Bundesrepublik Deutschland/DDR gegeben hat, bei Mirow, 5.600 Meter tief, also über fünf Kilometer in die Erde rein. Und das ist nicht nur ein Beweis dafür, dass wir sehr genau wissen, wie die geologischen Formationen sich hier darstellen, sondern damit natürlich auch alle Fragestellungen zu den Risiken verbunden sind. Und es ist zum Glück zumindest schon mal angesprochen worden, dass wir natürlich bedenken müssen … (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Herr Damm, jetzt müssen Sie wirklich zuhören, sonst werde ich deutlich, sehr deutlich, weil Sie stellen hier immer Dinge in den Raum, die einfach so nicht gehen! Und Sie müssen dann auch der Ehrlichkeit halber sagen, dass, wenn es um die CO -Verpressung geht, CCS-2 Technologie geht, dann geht es darum, dieses nicht als Speicher zu nutzen – ein Speicher ist für mich etwas, was ich dann auch wieder heraushole und dann nutze in sinnvoller Weise –, sondern Sie müssen der Wahrheit getreu auch sagen, was die CO -Verpressung anbetrifft, 2 ist das eine Deponierung, und zwar eine endgültige Lagerung. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wollen Sie das? Wollen Sie das? Sie schütteln zum Glück mit dem Kopf. Darüber bin ich froh. Und deswegen kann ich nur noch mal zusammenfassen – und das haben wir auch dem Wirtschaftsministerium ja mit rübergegeben –, ausdrücklich sagen, für die Speicherung von CO werden folgende geologischen 2 Voraussetzungen benötigt, erstens geeignete Speicher mit Barrieregesteinen. Wollen Sie, dass das wieder austritt und wir dann die Gefahr haben, noch mit ganz anderen Problemen behaftet zu werden?! Im Übrigen, wenn dann eine Bohrung abgeteuft wird in Richtung CO , kommt die gesamte andere Formation, die 2 da ist, von der Erdwärme bis hin zu Salzen und anderen Rohstoffen, die wir vielleicht noch mal für intelligenteste Lösungen brauchen. Die muss man nämlich zu Ende denken und nicht einen Schritt nach dem anderen machen und dann sich wundern, dass die Menschen nicht mehr mitkommen mit diesem ganzen Wahnsinn! Ich sage das mal ausdrücklich. (Beifall Bernd Lange, SPD, und Petra Federau, AfD) Und deswegen noch mal, wir haben geeignete Speicher und Barrieregesteine, die geologische Falle, die gegebenenfalls entstehen kann, nämlich, wenn das nicht dicht ist. Und wir haben ja auch das eine oder andere Problem, das werden Sie auch zur Kenntnis genommen haben, auch mit dem Gasspeicher, gar nicht weit weg von hier, dass wir eine Kaverne im Übrigen schon außer Betrieb nehmen mussten. Wissen Sie das nicht?! Dann erzählen Sie hier bitte nicht solche Dinge, warum wir und weshalb wir auch mit dem Wirtschaftsministerium gemeinsam dafür plädieren, dieses Bundesland von dieser Frage der CO -Verpressung herauszunehmen, weil wir 2 geologische Regionen in Deutschland haben! Das wissen Sie auch ganz genau. Und Robert Habeck weiß es auch, hoffe ich jedenfalls, dass wir andere Regionen, insbesondere was Wirtgesteine anbetrifft, ganz andere sicherheitsrelevante Möglichkeiten haben, CO zu spei-2 chern, zu verpressen, im Übrigen, wo auch ganz andere Kapazitäten der CO -Emissionen überhaupt stattfinden. 2 Wir liegen in Mecklenburg-Vorpommern bei 16,2 Millionen Tonnen. Wie viel haben wir in Deutschland? 666 Millionen Tonnen. Das heißt, wir sind mit zwei Prozent an dem Problem beteiligt, und dafür haben wir zu sorgen, dass wir diese auf null setzen. Aufforstung, Sauerstoffproduktion von CO zu Sauerstoff, da liegen für uns die Schlüs-2 sel, die Speicherung von Energie, Wasserstoff, jawohl, in Richtung natürlich als Speicher, aber als Speicher, den wir dann nutzen können. Im Übrigen ist es nicht nur im Onshorebereich geprüft, sondern natürlich auch in dem Hoheitsgebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Offshorebereich. Ich kann Ihnen die Zahlen geben, und ich schlage auch unserem Vorsitzenden vor, dass wir das auf die Tagesordnung setzen und wir das im Umwelt- und Agrarausschuss und Klimaschutzausschuss Ihnen genauestens erläutern. Und deswegen noch mal: Ausreichende Tiefe und ausreichendes Speichermaterial sowie natürlich auch die Mächtigkeit, die Abdeckung der dichten Schichten oberhalb des geplanten CO -Speichers, das muss man doch 2 erkennen können, dass wir hier ein Problem haben, das wir so nicht lösen können! Und wenn wir es nicht lösen können, dann müssen wir das Risiko ausschließen, und dann können wir solche Ideen, die Sie hier vorgebracht haben, für Mecklenburg-Vorpommern in der Form nicht umsetzen. Und deswegen ist für mich Mecklenburg-Vorpommern onshore und natürlich auch die angrenzende Ostsee offshore ist bekannt, und sie können flächenmäßig auch mit guter Sicherheit angegeben werden. Sicherheit heißt, dass wir die Erkenntnisse genauestens haben, mit welchen Fragestellungen wir es hier zu tun haben. Und da sind Risiken, insbesondere was die CO - 2 Speicherung betrifft, enthalten. Deswegen wollen wir das nicht. Und insofern möchte ich Ihnen bitte noch mal an die Hand geben abschließend, da für CO -Speicher eine 2 Rückholbarkeit von CO nicht vorgesehen ist, handelt es 2 sich nicht nur um einen Speicher, (Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das stimmt aber auch nicht.) sondern um eine Deponie, also ein Endlager. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und das wollen wir nicht, weil wir diese wertvollen Möglichkeiten, die wir zur Verfügung haben, ausdrücklich für Wasserstoff nutzen wollen oder für die erneuerbaren Energien, als Energiespeicher zur Sicherheit im Übrigen der Energieversorgung. Und das gehört abschließend auch dazu, die CO -Verpressung, das wissen Sie auch, 2 ist sehr, sehr kostspielig, sehr, sehr kostspielig. Und wir wollen bezahlbare Energie haben. Und wir wollen im Übrigen auch energieintensive Unternehmen nach Mecklenburg-Vorpommern holen, die die Erneuerbaren nutzen, um damit in Wertschöpfungsketten zu kommen, damit den Menschen endlich Sicherheit gegeben wird, dass dieser Standort Mecklenburg-Vorpommern eine hervorragende Perspektive hat. Soweit aus meiner Sicht. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
