Dirk Stamer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst einmal möchte ich Ihnen allen für diese konstruktive Diskussion danken, die wir hier im Sinne dieses Landes, im Sinne der medizinischen Ausbildung und Versorgung dieses Landes führen. Allerdings, glaube ich, gibt es hier ein paar Missverständnisse, und zwar, es ist absolut richtig, wir brauchen mehr Mediziner in diesem Land. Punkt! Wir haben offene Hausarztstellen, die nicht besetzt sind. Das ist eine vollkommen richtige Aussage, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist die Aussage genauso richtig, dass wir über Bedarf ausreichend Medizinerinnen und Mediziner ausbilden. Das ist genauso richtig, lässt sich auch nicht wegdiskutieren. Das heißt, in der Folge müssen – und diese Medizinerinnen und Mediziner nach ihrem Studium wandern ab –, das heißt, in der Folge müssen wir dafür sorgen, dass die Menschen, die ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen, in diesem Land bleiben. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und das ist der Fokus dieses Antrages, dieser beiden Anträge von uns. Dass diese Menschen hierbleiben, darum geht es bei dem Ansatz der Landarztquote. Das heißt, auch eine reine Erhöhung der Studienplatzkapazitäten löst dieses Problem nicht. Wir haben ja auch ganz deutlich gesagt, dass Herr Lauterbach gesagt hat, 5.000 Stellen, 5.000 Medizinerinnen und Mediziner benötigen wir deutschlandweit zusätzlich. Jetzt allerdings den Königsteiner Schlüssel anzulegen und hier zu sagen, dass diese 5.000 Plätze mit zwei Prozent, sprich 100 Stellen mehr, in Mecklenburg-Vorpommern einfach so runterzurechnen, ist einfach zu einfach unter der Berücksichtigung der Tatsache, (Zuruf von Wolfgang Waldmüller, CDU) dass wir deutlich mehr Medizinerinnen und Mediziner ausbilden, als es andere deutsche Länder tun. Das heißt, wir müssen dafür sorgen, dass alle deutschen Länder, alle 16 deutschen Länder auf eine gemeinsame Baseline sozusagen kommen und von da aus gucken, wer weicht positiv oder negativ ab. Wir erfüllen momentan tatsächlich über, das ist einfach schlicht und ergreifend die Wahrheit. Und deswegen, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) und deswegen möchten wir auch unseren Antrag so verstanden wissen, dass er der Auftakt einer Diskussion, die auch mit dem Bund und auch auf Bundesebene zwischen den deutschen Ländern geführt werden muss, wie man hier zu einer fairen Verteilung der daraus entstehenden Kosten, Aufwendungen et cetera kommt, wie wir das hinkriegen, dass wir das System Gesundheit in Deutschland in Gänze gelöst bekommen. Da sind wir ein Baustein, aber wie gesagt, nur ein Baustein mit 15, würden wir den Bund dazuzählen, mit 16 anderen Playern. So, das war … So! Darüber hinaus würde ich auch gern noch einmal die Landarztquote, die wir hier als Methode oder als Instrument sehen, diesen Klebeeffekt zu verbessern, da möchte ich vielleicht zwei Dinge noch einmal dazu sagen. Also die Landarztquote ist ein Anreizinstrument und kein Zwang, werte Frau Barbara Becker-Hornickel, an der Stelle, das ist mir noch mal ganz wichtig zu sagen. Das ist wie ein Vertrag, den zwei Personen oder zwei Organisationen miteinander schließen, unter gegenseitiger Verpflichtung. Das heißt, für mich ist es tatsächlich ein Anreizinstrument und hier an der Stelle kein Zwang. Darüber hinaus ist es mir auch noch mal wichtig zu sagen, dass andere deutsche Länder hier auch ihre Verpflichtungen mittlerweile auch schon erkannt haben und dabei sind, unter anderem medizinische Fakultäten zu gründen beziehungsweise ihre Studienplätze zu erhöhen. Aber wir müssen auch immer schauen, wo kommen sie her. Sie haben deutlich weniger als unter diesem von mir angesprochenen Durchschnitt ausgebildet. Das heißt, sie nähern sich erst mal von unten diesem Durchschnitt an und wir momentan liegen schon über diesem Durchschnitt. Und das muss man ganz deutlich an der Stelle berücksichtigen. Und deswegen setzen wir uns dafür ein, dass wir hier eine Diskussion auf Bundesebene anstoßen. Wir haben dazu Impulse geliefert, die wir berücksichtigt wissen wollen. Und das Landarztinstrumentarium ist tatsächlich aus unserer Sicht ein gutes Mittel der Wahl, hier etwas zu tun. Und nun bedanke ich mich zum zweiten Mal für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
