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Christine Klingohr

SPD 13.06.2024 Sitzungen 8/82

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Vielen Dank für diese Diskussion zu unseren Anträgen! Das hat gezeigt die Wichtigkeit dieser Anträge und natürlich das Befassen in dieser Aussprache jetzt dazu mit diesem Thema. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Deshalb vorweggeschickt, ich glaube, wir sind uns genau alle einig, dass wir die gesundheitliche Versorgung in diesem Land weiter vorantreiben wollen, weiterentwickeln wollen und für stabile Verhältnisse sorgen wollen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Ich habe auch bereits ausgeführt, dass wir natürlich Sorge dafür tragen müssen und dass es unser Ziel ist, dass die bei uns ausgebildeten angehenden Mediziner nach Abschluss ihres Studiums bei uns im Land bleiben und tätig werden. Mit diesem Ziel wurde das Landarztgesetz – viele haben es angesprochen – auf den Weg gebracht und mit diesem setzen wir uns für die Weiterentwicklung der Landarztquote ein. In diesem Zusammenhang besteht aktuell eine weitere Herausforderung: Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass der Beruf der Hausärztin und des Hausarztes attraktiv bleibt. Und natürlich gibt es da genau die Dinge, die schon angesprochen sind. Es gehören dazu flexible Arbeitszeiten, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Entlastung von bürokratischen Aufgaben. Außerdem wollen wir junge Medizinerinnen und Mediziner schon während ihrer Ausbildung für die Arbeit auf dem Land begeistern. Und genau deshalb ist ja der Punkt 1 in dem Antrag „M-V begeistert“, die Zielvereinbarung weiter- und fortzuschreiben, mit enthalten, dass wir genau dafür schauen, dass wir in diesen Zielvereinbarungen dann schon mit festschreiben, was brauchen junge Leute hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür müssen alle Akteure gemeinsam an praktikablen Lösungen arbeiten. Das Land und die Kassenärztliche Vereinigung fördern gemeinsam die Absolvierung des allgemeinmedizinischen Teils des praktischen Jahres in den von den Universitäten Rostock und Greifswald anerkannten Lehrarztpraxen. Für die Dauer von vier Monaten erhalten Studierende in diesem Rahmen finanzielle Unterstützung, wenn sie in einem als förderwürdig anerkannten ländlichen Gebiet ihr Wahltertial absolvieren. Grundsätzlich werden wir die viel umworbenen Medizinerinnen und Mediziner, genauso wie Pflegekräfte und Beschäftigte in den Medizinfachberufen, nur im Land halten, wenn wir umfassend attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen schaffen und weiterentwickeln. Und auch das wurde schon von Dr. Terpe angesprochen, ein wichtiger Partner hierbei ist das BioCon-Valley-Netzwerk, wo Ideen für neues Arbeiten und Fachkräftesicherung entwickelt und getestet werden. Erst im vergangenen März kamen über 60 Akteure aus der gesamten Vielfalt der Gesundheitswirtschaft – ich glaube, über das gesamte Thema sprechen wir hier nämlich, wir sprechen nicht nur über die Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte, sondern über alle Gesundheitsfachberufe und über die Gesundheitswirtschaft –, es kamen über 60 Akteure aus der gesamten Vielfalt der Gesundheitswirtschaft in M-V von Medizintechnik, Biotechnologie über das Gesundheitswesen, den Gesundheitstourismus bis hin zur Ernährungswirtschaft zusammen, um Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung zu diskutieren, auszuloten und weiterzuentwickeln. Die zentrale Frage, ob ein Medizinstudent zukünftig Landarzt oder Landzahnarzt in Mecklenburg-Vorpommern werden möchte, werden wir jedoch nicht vollumfänglich nur durch diese Begleitbedingungen bewirken. Hier wird es besonders darauf ankommen, junge Menschen zu identifizieren, die neben ihrem Interesse an der Medizin ein spürbar stabiles Interesse an unserem Bundesland besitzen. Das mag ganz banal klingen, aber ich glaube, es ist ganz besonders wichtig, das hier noch mal zu betonen. Die Wirksamkeit aller Investitionen in die Ausbildung wird entscheidend davon beeinflusst, ob wir junge Menschen mit einer Perspektive für den Verbleib in M-V gewinnen. Hierbei geht es nicht nur um die Bedingungen der Ausbildung, sondern auch um die zukunftsorientierte Gestaltung und Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum. Auch da haben wir heute noch einen Antrag der FDP vor uns liegen, zur Krankenhausreform. Auch das spielt genau hier mit rein. Die Attraktivität unseres Landes, die maßgeblich in diese Frage hineinspielt, ist letztlich, egal ob direkt oder indirekt, auch eine Frage unserer gemeinsamen Werte und Ziele in diesem Zusammenhang. Unsere Überzeugung ist, dass, wer im Laufe seines Studiums und seiner Facharztausbildung zufrieden und glücklich in Mecklenburg-Vorpommern lebt, bleibt uns mit höherer Wahrscheinlichkeit auch darüber hinaus erhalten. Folglich müssen wir uns dafür einsetzen, dass junge Menschen nach dem Abschluss gerne in M-V arbeiten und leben. Und dazu gehört natürlich auch, dass wir ein weltoffenes, familienfreundliches und pluralistisches Land sind, in dem jeder und jede gemäß den eigenen Vorstellungen leben kann. Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit sind auch in diesem Zusammenhang ein klarer Standortnachteil, den wir uns schlicht nicht leisten können. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und natürlich haben wir der Bundesregierung da zu danken, dass wir da auch im letzten Jahr das Fachkräfteeinwanderungsgesetz geschaffen haben. Da hakt es noch an der einen oder anderen Stelle. Sagt doch gar keiner, dass es alles auf Anhieb klappt! Aber wir machen uns auf den Weg, wir haben dieses Gesetz und wir kümmern uns, dass wir genau die Qualifikationen, die Erfahrung und Potenzial von Bewerbern berücksichtigen können, die nicht aus Deutschland kommen und hier bei uns aber arbeiten und leben wollen. Ich will noch einmal kurz eingehen auf die Beiträge, einmal von Dr. Terpe. Ich fand unsere Anträge total variabel. Wir haben da eine andere Auffassung, einen anderen Draufblick zu. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Vor allem eine andere Selbstwahrnehmung.) Und ich denke ... Ich kann ja für mich sprechen, und das dürfen Sie gern zur Kenntnis nehmen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Habe ich gerade bestätigt.) Ich finde, ich finde, dass wir genau mit diesen drei Punkten, die in dem Antrag „M-V begeistert“ enthalten sind, uns sehr variabel auf den Weg machen, einmal mit den Zielvereinbarungen, die es natürlich gibt. Die erfinden wir gerade nicht neu, die gibt es bereits, Frau Hoffmeister. Damit erfinden wir das Fahrrad nicht neu, wir wollen sie nur fortschreiben, mit den Zielen und mit den Stärken, die wir jetzt für unser Bundesland brauchen. Und natürlich haben Sie gesagt, Herr Dr. Terpe, wenn das Paket für die Absolventen nicht passt, dann sind sie weg. Genau deshalb haben wir diese Anträge auf den Weg gebracht. Und mein Kollege Torsten Koplin hat es erklärt noch mal, wie wir zu den Studienplätzen stehen. Wir haben im Moment Studienplätze, die in ausreichendem Maße vorhanden sind. Aber mit dem Bevölkerungsrückgang werden wir schauen, was brauchen wir für unser Land. Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Wir können jetzt nicht sagen, warum brauchen wir jetzt 100 mehr. Wie viel bleiben von den 100 mehr? (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Wir können uns da nicht festlegen. Wir wollen da genau flexibel bleiben. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD) Und, liebe Frau Hoffmeister, ihr braucht uns mit der Enthaltung keinen, (Sebastian Ehlers, CDU: Wenn keiner hier bleibt, können wir einpacken.) ihr braucht uns mit eurer Enthaltung keinen Gefallen zu tun. Das möchten wir nicht, weil, das ist nicht ehrlich. Das ist nicht ehrlich, weil eine Enthaltung heißt ja, ihr wollt draußen im Land natürlich sagen, wir kümmern uns um das Thema, aber wir können, (Zuruf von Wolfgang Waldmüller, CDU) wir können hier nicht dazu stehen. (Wolfgang Waldmüller, CDU: Meine Herren!) Deshalb brauchen wir diese Enthaltung für unseren Antrag nicht. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD) Ihr seid herzlich, (Sebastian Ehlers, CDU: Wir dürfen noch abstimmen, ja?!) Sie sind herzlich eingeladen, Herr Ehlers, Sie sind herzlich eingeladen, (Sebastian Ehlers, CDU: Fragt sich nur, wohin.) auch vielleicht kleine und vielleicht aus Ihrer Sicht banale Schritte zu gehen. Aber wenn wir keine Schritte gehen, dann bringen wir dieses Land nicht voran. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Aber Sie gehen doch gar keine Schritte!) Diese Schritte sind ganz wichtig für die, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) für die Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung in unserem Land. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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