landtag-mv.de ↗

Thore Stein

AfD 25.04.2024 Sitzungen 8/79

Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Ich danke erst mal meinem Kollegen Horst Förster, der jetzt nicht mehr im Raum ist, für seine Kurzintervention als Erwiderung auf die Ausführungen von Frau Schmidt. Ich denke, damit kann ich es mir jetzt ersparen, das noch einmal zu wiederholen. Er hat das da sehr zutreffend und auch sehr berührend dargestellt. Herzlichen Dank, Horst! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Herr Damm, Sie führen aus, dass die unzähligen Gedenksteine, die wir in den Gemeinden unseres Landes finden … Ich weiß nicht, ob Sie sie schon mal bewusst wahrgenommen haben, wenn Sie vor einem schlichten Granitstein, einem Findling stehen, in dem nichts anderes eingemeißelt ist als die Namen der Toten mit den Geburts- und den Daten, wann sie gefallen sind. Erklären Sie mir einmal, was daran eine Heldenverehrung ist, wenn man ganz schlicht und nüchtern aufzeigt, dass 18-, 19- und 20-Jährige ihr Leben gelassen haben im Krieg! Das ist keine Heldenverehrung, das ist eine Art der Trauerbewältigung der Hinterbliebenen. Und wenn Sie das hier als eine schändliche Heldenverehrung diskreditieren, sollten Sie sich schämen. Aber es wundert mich, ehrlich gesagt, bei Ihnen auch nicht. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Frau Hoffmeister, Sie haben die Hälfte Ihrer Redezeit darauf verwendet, festzustellen, dass es diesen Antrag von einer AfD-Fraktion in Sachsen gab. Ja, es ist ja nicht unüblich, dass wir als AfD in Mecklenburg-Vorpommern die gleichen Themen vertreten, die gleichen Ansichten vertreten wie unsere Kollegen in Sachsen – soll, glaube ich, bei der CDU auch hin und wieder vorkommen. (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) Dann führen Sie im zweiten Teil aus, wie unglaublich hilfreich der von der CDU eingesetzte Kirchensanierungsfonds ist, wie also dank öffentlicher Fördermittel Gedenkstätten in Kirchen – Sie erwähnten diese Holztafeln – erhalten bleiben konnten, und sagen dann, dass unser Antrag nicht zielführend ist. Wir haben nichts anderes gefordert, als Ihr Kirchensanierungsfonds letztlich auch bewirkt hat, (Nikolaus Kramer, AfD: Richtig!) dass – in dem Fall eine Kirche –, in dem Fall wären es wahrscheinlich die Kommunen, die in die Lage versetzt werden, mit Fördermitteln etwas umzusetzen, was ihnen ohne diese Gelder so nicht möglich wäre. Sie widersprechen sich, aber sei es dahingestellt. Frau Schröder, ich danke Ihnen tatsächlich für Ihre wirklich sehr umfassenden Ausführungen. Es war mir tatsächlich eine Freude, Ihnen zuzuhören, weil ich auch ein sehr geschichtsinteressierter Mensch bin, auch kulturinteressierter Mensch bin. Und da schätze ich wirklich Ihre Expertise. (Heiterkeit bei Nikolaus Kramer, AfD) Vielleicht sei noch zu erwähnen, weil Sie es ja auch noch mal angesprochen haben, auch Ihnen gebe ich es mit auf den Weg: Die allerwenigsten Denkmäler, Sie sprachen eben von der Glorifizierung in der Zwischenkriegszeit, ja, das sind sicherlich die Gedenkstätten, die wir hier und dort haben. Ich sprach Teterow an, da mag man das in die Kategorie reinbringen. Aber auch das ist ja eine Art der Trauerbewältigung gewesen. Man hat, man hat ja versucht, nach diesem doch Novum des Ersten Weltkriegs, in dem ja Menschen gefallen sind in Zahlen, die bisher vorher gar nicht denkbar waren, hat man ja versucht, sich das auch irgendwie zu erklären und diesen Völkermorden auf allen Seiten einen Sinn und Zweck zu geben. Das mag aus unserer heutigen Sicht vielleicht etwas seltsam wirken, aber einfach mal 100 Jahre zurückgedacht, war das vielleicht für die Menschen auf allen Seiten der Konfliktparteien … Denn auch die Franzosen, auch die Engländer haben ja die gleiche Art von Denkmälern errichtet, nicht nur die Deutschen, wo sie eben versucht haben, dem Tod ihrer gesamten Jugend irgendwo einen Sinn zu stiften. Und dass wir da heute uns hier hinstellen und die Nase darüber rümpfen und sagen, so was ist alles rückständig, so was brauchen wir nicht mehr, ich glaube, das tut diesen Menschen Unrecht und verkennt einfach das große Leid, was über Europa mit dem Ersten Weltkrieg hereingebrochen ist. Und nein, der Erste Weltkrieg war kein deutscher Krieg, der Erste Weltkrieg war ein Krieg, den viele Nationen angezettelt haben und letztlich in die Urkatastrophe dieses Jahrhunderts geführt haben. Und deswegen gebe ich Ihnen mit auf den Weg: Wenn Sie das nächste Mal vor so einem Stein stehen, schauen Sie sich die Namen an, schauen Sie sich an, wie jung diese Menschen sterben mussten, und dann fragen Sie sich ernsthaft, ob das eine Heldenverehrung ist oder einfach nur ein stilles und gerechtes Gedenken! – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Alle Reden von Thore Stein Protokoll ↗