Enrico Schult
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen! Sehr geehrte Kollegen! Wie es zu erwarten war, sehen Sie keine Notwendigkeit, hier in Sachen Handschrift aktiv zu werden. Ich habe es in meinem Eingangsstatement gesagt, ich habe auch die Pressemitteilung des VBE zitiert, ich habe diverse Studien zitiert, ich sage es noch mal, mehr als jeder zweite Junge und fast jedes dritte Mädchen hat Probleme beim Schreiben. Wenn man Ihnen hier so zuhört, dann denkt man ja, es ist alles in Ordnung. Ich weiß gar nicht, was die Leute denn vom VBE hier schreiben. Das Tempo des Schreibens, die Leserlichkeit und die Schreibstruktur machen unseren Kindern arge Schwierigkeiten. Sie sind der Meinung, dass hier kein Handlungsbedarf besteht. Frau Bernhardt sprach für die Bildungsministerin, der Bildungserfolg ist nicht von der Handschrift abhängig. Das möchte ich insofern infrage stellen, weil es ja durchaus wichtig ist, ob ich jetzt das sofort notieren kann, insbesondere die Schnelligkeit, kann ich vernünftig schreiben, kann ich leserlich schreiben, dass, wenn vorne ein Dozent steht oder ein Lehrer und dergleichen, ob ich das überhaupt dann auch aufschreiben kann. Insofern ist das natürlich wichtig, dass ich eine Handschrift ausgebildet habe oder mir angeeignet habe, um das einfach auch vernünftig aufzuschreiben. Sie sagten selber, Frau Bernhardt, auf fachdidaktischer Ebene wird das kontrovers diskutiert, ob nun die Schreibschrift oder die Druckschrift, es ist keine Reihenfolge festgelegt. Und dann noch mal der Hinweis an Herrn Butzki, es ist in der Tat keine Reihenfolge festgelegt in den Rahmenrichtlinien, und die wollten wir ja mit diesem Antrag hier festlegen, weil wir der Meinung sind, dass der Schreibschrift, der gebundenen Schreibschrift, der gebundenen Schrift mehr Bedeutung zukommen müsse. Herr Butzki sprach es an, er sagt, er kann das gar nicht feststellen, dass da irgendwie jetzt Defizite sind. Herr Butzki, ich habe mal geschaut, Sie sind ja seit 2011 Politiker hier im Landtag. Ich weiß nicht, ob Sie nebenberuflich noch in der Schule tätig sind, aber die Kinder sozusagen, die jetzt schreiben lernen, die waren noch gar nicht geboren, als Sie jetzt hier im Landtag waren. Ich weiß gar nicht, woher Sie Ihre Erkenntnisse nehmen. Also Sie können das gar nicht einschätzen. Mit Verlaub, Sie stellen sich hier hin (Andreas Butzki, SPD: Ich kann das einschätzen.) und erzählen dann hier was vom Pferd, aber Sie können das sozusagen gar nicht einschätzen. Und ich verweise noch mal auf die Pressemitteilung des VBE. Das ist wahrscheinlich, da ist eher der Wunsch Vater des Gedankens, Herr Butzki, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) den Sie jetzt hier vortragen, und Sie haben ja auch Ihren Rahmenplan gelobt, wie toll das ist. Und dieser Antrag käme zu spät. Ja, wenn dieser Antrag zu spät kommt, ich frage mich denn, warum es denn hier diese Kritik gibt von Lehrern. (Andreas Butzki, SPD: Welche Lehrer?) Und diese Kritik ist ja auch nicht neu, die wird ja auch von Eltern geteilt. (Andreas Butzki, SPD: Welche Lehrer?) Der VBE, also das ist immer der Verband für Bildung und Erziehung Niedersachsen. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und Sie glauben, in Mecklenburg-Vorpommern ist das anders? (Andreas Butzki, SPD: Ja.) Ja, das glauben Sie, (Andreas Butzki, SPD: Ja.) da haben Sie wahrscheinlich exklusiv diese Meinung. Es ist so, das Problem liegt auf der Hand. Deshalb haben wir das hier thematisiert. Und die Redebeiträge, die haben uns ja insofern bestärkt, dass wir einfach den Finger in die Wunde gelegt haben, denn die – und da muss ich jetzt natürlich noch mal auf Frau Enseleit zurückkommen, das war ja wirklich sehr abenteuerlich, von wegen, hier die AfD bringt jede Woche eine, möchte ein anderes Fach (Andreas Butzki, SPD: Ja, das stimmt.) sozusagen verbessern oder mehr Unterrichts-, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) mehr Unterrichtsstunden dafür zur Verfügung stellen. Liebe Kollegen, ich erinnere Sie noch mal daran, dass wir hier vor zwei Jahren gestanden haben, da hat meine Fraktion angeregt, mehr Deutsch und mehr Mathematik hier in den Unterricht einzubringen. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Die Vergleiche, die Bildungsstudien haben uns recht gegeben, und heute haben wir den Antrag fast diskutiert, hätte Herr Renz ihn nicht zurückgezogen. Aber das Bildungsministerium ist aktiv geworden, und deshalb meinen wir gerade auf diesem Weg auch Akzente setzen zu können. Und ich bin fest davon überzeugt, werte Kollegen, dass hier früher oder später auch klare Vorgaben des Bildungsministeriums kommen werden, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) denn die Praktiker sagen uns das, dass hier Defizite bestehen. Deshalb haben wir diesen Antrag gebracht und wir lassen uns davon nicht abbringen. Und glauben Sie mir, in zwei Jahren werde ich wieder hier stehen, und dann sind Sie endlich aktiv geworden. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD und Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner, fraktionslos)
