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Sabine Enseleit

FDP 15.03.2024 Sitzungen 8/77

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Der Landtag soll feststellen, ich zitiere aus Ihrem Antrag, „dass der Erwerb einer gebundenen Handschrift für den Unterrichtserfolg wie überhaupt den Erwerb von Bildung essenziell ist“. Es scheint, dass der Erwerb von Bildung ohne eine gebundene Handschrift gar nicht möglich ist. Wohlgemerkt, Druckschrift gilt nicht, es muss im besten Falle Schönschrift sein, dann klappt das auch mit der Bildung. Aber letztlich ist es auch egal, denn Sie beantragen in fast jeder Sitzungswoche, dass ein anderes Fach stärker gefördert werden soll. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Beifall René Domke, FDP) Hätte das Parlament alle Vorhaben angenommen, dann würden die Schülerinnen und Schüler von morgens bis abends in der Schule sitzen und dann würden Sie mit einem Antrag um die Ecke kommen, der mehr Freizeit für die Kinder fordert. (Beifall und Heiterkeit vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Wenn Sie morgen eine vermeintliche Studie finden, dass 8-Klässler nicht alle Hauptstädte Europas benennen können, dann diskutieren wir im April darüber. Nein, dieses Theater nützt wirklich niemandem. Und Ihr Antrag wird im Verlauf ja auch nicht besser. In der Begründung erwähnen Sie die STEP-Studie. Diese Studie ist wohl mehr eine Befragung als eine wissenschaftliche Studie, eine Befragung, an der 841 Lehrkräfte teilgenommen haben, 841 von insgesamt über 800.000 Lehrkräften in Deutschland. Und diese 841 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich auch noch selbst für die Befragung entschieden. Von einer repräsentativen Umfrage kann also gar keine Rede sein, und Sie bauen darauf Ihre Argumentation auf. An anderer Stelle verweisen Sie auf das Karolinska Institut, das konstatiert, dass die Ziele der Nationalen Bildungsagentur, also Bildungs- und Chancengerechtigkeit, Unterrichtsverbesserungen oder gesellschaftliche Teilhabe durch die schwedische Digitalisierungsstrategie für das Schulsystem nicht erreicht werden. Aussagen zur Handschrift werden gar nicht getroffen. Aber ich kann dann wohl davon ausgehen, dass Sie uns im Laufe des Jahres einen Antrag vorlegen, in dem Sie das Verbot von digitalen Medien und die Rückkehr der Kreidetafel für die Grundschule fordern. Wobei, wenn ich mich korrekt erinnere, das Thema Heimatkunde hatten wir auch noch nicht. Der richtige Erwerb der Handschrift ist von Lehrkräften und Wissenschaftlern ein kontrovers diskutiertes Thema. Das hätten Sie darlegen sollen. (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Ich muss also davon ausgehen, dass Sie sich mit dem Thema, wenn überhaupt, dann nur oberflächlich auseinandergesetzt haben. Insofern, Ihren Antrag lehnen wir ab. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen DIE LINKE und FDP)

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