Heiko Miraß
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kollegin! Ich habe, wie bekannt ist, ja eine etwas längere berufliche Vita an der Bundesagentur für Arbeit hinter mir, habe eine ganze Reihe von Unternehmen von innen gesehen. Mich erstaunt so ein bisschen der Verlauf dieser Debatte, und das macht mich dann durchaus betroffen, weil ich glaube, Sie können uns nicht unterstellen, dass wir glauben, dass nur allein durch einen Preis die Situation in den Unternehmen maßgeblich verändert würde. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) So blauäugig ist in diesem Raum niemand. Es ist aber eine Erkenntnis, die wirklich durch säckeweise Studien belegt ist, dass wir ein strukturelles Thema haben, das eben allein durch die Tatsache, dass in kleineren mittelständischen Unternehmen die Spezialisierung auch in der Personalpolitik gar nicht so weit gehen kann, dass man diese Kompetenz, die vielleicht ein Industrieunternehmen mit ein paar Tausend Beschäftigten hat, mit einer eigenen Personalabteilung aufbauen kann, und dass es dadurch durchaus auch ein struktureller Nachteil für die kleineren und mittelständischen Unternehmen ist, wenn sie dieses Thema eben nicht in der Intensität bearbeiten können. Und dass man dann auf die Idee kommt zu sagen, lasst uns doch das Thema in die Öffentlichkeit, in den Fokus der Öffentlichkeit mit einem Preis rücken, der ja nie nur so ist, dass man ihn einfach überreicht und dann ist es gut und dann wird noch gegessen, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Nee, das macht immer ein SPD-Abgeordneter.) sondern das Thema wird diskutiert. Das wird gegebenenfalls begleitet mit fachlichen Veranstaltungen, man rückt die positiven Beispiele in den Fokus. Das ist doch viel besser, als wenn man umgekehrt irgendwie mit einer Schelte der schwarzen Schafe an den Start geht. Ich finde das absolut überlegenswert, so vorzugehen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
