Jutta Wegner
Vielen Dank, Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen, Preisverleihung, die Zweite. Nach dem Betriebs- und Personalrätepreis jetzt also noch ein Betrieblicher Präventionspreis für Mecklenburg-Vorpommern. (Sebastian Ehlers, CDU: Der Preis ist heiß.) Sie arbeiten Ihren Koalitionsvertrag ab. Chapeau! (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Ist in Ordnung, ist ja auch Ihre Aufgabe, haben wir gar nichts dagegen. Allerdings werden im Antrag Probleme skizziert, für die der Präventionspreis auf den ersten Blick gar keine Lösung bietet. (Beifall René Domke, FDP) Klein- und Kleinstunternehmen haben, so schreiben Sie, oft Wissensdefizite hinsichtlich Betrieblicher Gesundheitsförderung. Auch der Faktor Zeit wird als Hemmnis für mehr Betriebliche Gesundheitsförderung angeführt. Da stellt sich mir und uns wirklich ein bisschen die Frage, wie mit Blick auf diese Problemlage die Verleihung eines Präventionspreises zielführend ist. (René Domke, FDP: Ja.) Einen Preis zu verleihen, ja, das schafft Öffentlichkeit, liefert Best Practice, aber ob das die Klein- und Kleinstunternehmen dazu bringt, sich plötzlich reihenweise dem Thema der Gesundheitsförderung in ihrem Betrieb stärker als bisher anzunehmen, wo so viele andere Dinge drängen?! Wünschenswert wäre es allemal, weil die Bedeutung des Themas einfach bei vielen Firmen nach wie vor unterschätzt wird. (Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Genau darum geht es doch, werte Kollegin!) Aber sicher bin ich mir da nicht. Dabei ist betriebliches … (Zuruf von Henning Foerster, DIE LINKE) Ich kann ja erst mal zu Ende reden und dann können Sie mit mir meckern. (allgemeine Heiterkeit – Zuruf von Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Dabei ist betriebliches Gesundheitsmanagement ja wirklich wichtig für die Mitarbeitenden selbst, für die Betriebe, die von gesundem Personal in jeder Hinsicht profitieren, und nicht zuletzt gesamtwirtschaftlich. Erst kürzlich machten Berechnungen des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen die Runde, wonach die deutsche Wirtschaft ohne die vielen Fehltage 2023 nicht um 0,3 Prozent geschrumpft, sondern um 0,5 Prozent gewachsen wäre. Das zeigt, dass flächendeckende gute Betriebliche Gesundheitsförderung innerbetrieblich, aber eben auch volkswirtschaftlich positiv beeinflussen kann. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine Damen und Herren, wir reden bei betrieblichem Gesundheitsmanagement aber natürlich auch über ein Instrument, das indirekt den Fachkräftemangel abfedern kann, denn gerade bei der derzeit älter werdenden Belegschaft in Deutschland und M-V können gesundheitsfördernde Maßnahmen am Arbeitsplatz dazu beitragen, vorzeitiges Aussteigen aus dem Berufsleben wegen gesundheitlicher Probleme zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Vorzeitige Erwerbsaustritte wegen Gesundheitsproblemen, das gilt es mit Blick auf das knappe Arbeitsangebot zu vermeiden. Jeder und jede wird aktuell als Arbeitskraft gebraucht. Insofern ist alles, was zu mehr Betrieblicher Gesundheitsförderung in Klein- und Kleinstunternehmen im Land führt, gut und aus Sicht unserer Fraktion zu befürworten. Jedenfalls schadet ein Preis an dieser Stelle auch nicht. Dem Thema mittels eines Preises mehr Öffentlichkeit zu geben, stimmen wir daher zu. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
