Sabine Enseleit
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Gerne hätten wir zum Stand der Inklusionsstrategie die Stimmen der Schülerinnen und Schüler, der Eltern, der Lehrkräfte, der Sonderpädagogen und anderer Experten gehört. Doch eine Überweisung des Antrages haben SPD, LINKE und GRÜNE abgelehnt. Es ist bedauerlich, dass Sie die Sorgen und Ängste der Eltern sowie der Schülerinnen und Schüler hier nicht ernst nehmen. Die von Wirtschaftsminister Meyer in Auftrag gegebene Prognos-Studie zu den Arbeits- und Fachkräftebedarfen in Mecklenburg-Vorpommern geht davon aus, dass bis 2030 zusätzlich 2.500 Erzieherinnen und Erzieher in der Kinderbetreuung nötig werden. Im gleichen Zeitraum benötigen wir 7.000 Lehrerinnen und Lehrer, allein um die Lehrkräfte zu ersetzen, die in Pension gehen. Zusätzliche Lehrkräfte, um kleinere Klassen zu ermöglichen oder die Wochenstunden zu senken, sind da noch gar nicht eingerechnet. Dazu kommt der steigende Unterrichtsausfall durch immer mehr Krankmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern. Dazu kommen die hohen Abbruchzahlen unter den Lehramtsstudierenden. Und dann bleibt abzuwarten, ob die Seiten- und Quereinsteiger auch tatsächlich im Lehrerberuf Fuß fassen. Diese Menschen müssen sich ja überhaupt erst einmal die pädagogischen Fertigkeiten aneignen. Wie wollen sie sich denn gleichzeitig auch noch auf die Inklusion vorbereiten? Möglicherweise steigen hier die Abbrecherzahlen noch. Wir werden dem Antrag der CDU auch heute zustimmen, und zwar nicht, weil wir gegen Inklusion sind. Wir stehen für eine vielfältige Bildungslandschaft und ein Schulsystem, in dem alle Kinder bestmöglich und individuell gefördert werden. (Beifall René Domke, FDP) Wir stimmen für den Antrag, weil Sie, die Landesregierung, mit den aktuellen Herausforderungen im Bereich Bildung und Kinderbetreuung ohnehin schon überfordert sind und wir nicht sehen, dass Sie die Herausforderungen der Inklusion bis 2027 meistern. Die Umsetzung der Inklusion ist eine der größten Herausforderungen in unserem Schulsystem. Mit reinem Schönreden werden wir hier nichts erreichen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall Beate Schlupp, CDU, und René Domke, FDP)
