Barbara Becker-Hornickel
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Die Erhaltung und Pflege unserer Denkmäler ist zweifellos ein ehrenwertes Ziel. Diese Zeugen unserer Geschichte und Identität verdienen unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz als unser aller kulturelles Erbe. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Aber der vorgeschlagene Ansatz, eine staatliche Denkmalbörse zu etablieren, ist aus unserer Sicht der falsche Weg. (Beifall René Domke, FDP) Eine staatliche Plattform zur Vermittlung von privaten Eigentümern, von Denkmälern und Investoren erzeugt eine gefährliche Illusion. Sie vermittelt den Eindruck, dass der Staat in private Transaktionen eingreift, und das ist inakzeptabel. Es kann zu Verzerrungen auf dem Markt führen und potenzielle Investoren durchaus abschrecken. Wir als FDP glauben an die Stärke und den Unternehmergeist der Menschen. Ich bin immer wieder überrascht vom Mut der Menschen, die sich mit – Frau Hoffmeister hat das sehr charmant hier vorgetragen – morbiden Gebäuden, morbiden Gemäuern auf verschiedenen Ebenen auseinandersetzen. Ich selber wohne in einem Dorf, einer Gemeinde, wo der ganze Dorfkern geschützt ist. Wir sind immer stolz auf unser Denkmaldorf. Aber reden Sie mal mit denen, die wirklich privat investieren, wenn es um Bürokratie geht! (René Domke, FDP: Ja.) Also es ist schon immer interessant: Leg dich nicht mit dem Denkmalschutz an! (Heiterkeit bei Sandy van Baal, FDP) Das ist wirklich nicht so einfach. Privateigentümer und Investoren sollten schon in der Lage sein, eigenständig Kontakte zu knüpfen und Lösungen für den Erwerb und die Sanierung von Denkmälern zu finden. Zugegeben, einfach ist das nicht. Statt unnötige bürokratische Schritte hinzuzufügen, sollten wir Interessen, Interessenten – Entschuldigung – ermutigen, ihre eigenen Wege zur Erhaltung unseres kulturellen Erbes zu finden. Wir lehnen diesen Antrag in seiner derzeitigen Form entschieden ab. Wir wollen nicht in die Freiheit und Eigenverantwortung der Menschen eingreifen (Thore Stein, AfD: Tun wir doch gar nicht!) und unnötige staatliche Eingriffe vermeiden. Es gibt Wege, um unsere Denkmäler zu schützen und zu erhalten. (Zuruf von Thore Stein, AfD) Als ein konkretes, erfolgreich praktisch umsetzbares Beispiel können wir an dieser Stelle auch auf Denkmalstiftungen hinweisen. Viele Regionen haben bereits erfolgreiche Denkmalstiftungen eingerichtet, die private Spenden und Unterstützung sammeln, um auch auf diesem Weg die Erhaltung und die Restaurierung von Denkmälern zu finanzieren. – Ich danke. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und FDP)
