Barbara Becker-Hornickel
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Ja, es ist ein wichtiger Antrag, der uns hier vorliegt. Aber auch mir stellt sich die Frage: Sie können es doch tun! Im November hat die Sozialministerin schon verkündet, dass hier etwas im Wege ist, und ich finde es dann irgendwie, es hier uns nur noch einmal abnicken zu lassen, das, denke ich, ist nicht der wirklich würdige Umgang mit uns. Hier ist jetzt ganz viel Kluges schon gesagt, von meinen vielen Seiten ist nicht viel übrig geblieben, und ich möchte es uns eigentlich ersparen, all die Daten noch einmal zu wiederholen. Ich kann die Forderung der Ärzte, für die Vorteile der HPV-Impfung zu sensibilisieren und aufzuklären, einfach nur nachvollziehen. Es ist wirklich wichtig. Wir hatten auch gestern eine Diskussion, mehrere Diskussionen zu den Themen. Man muss vorbeugen. Prävention – und hier haben wir ein Instrument in der Hand, wo man wirklich etwas bewirken kann –, wir können die Prävention, die Ergebnisse der Prävention schon wirklich vortragen. Wir haben Zahlen, wir wissen, es wirkt. Und ich würde nur sprachlich etwas abrüsten. Wenn wir hier im Landtag wieder von Impfoffensive sprechen, sind schnell Parallelen und Erinnerungen an die Corona-Zeit hervorgerufen. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Sie selber haben jetzt ja auch schon von einer Initiative gesprochen. „Offensive“ in dieser Zeit klingt in meinen Ohren auch immer etwas martialisch, und wir müssen Impfung wieder positiv besetzen und auch sagen, ja, es ist eine individuelle Entscheidung. Und auch hier gilt: Nur, wer um die Gefahren weiß, der trifft die für sich richtige Entscheidung. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Die Argumente sprechen einfach für sich. Ich bin ja nun, das ist nicht unbekannt, ein relativ altes Semester, und ich hätte mir gewünscht, dass es diese Impfung auch früher gegeben hätte. Vielen Frauen – ich habe es erlebt aus meinem Bekanntenkreis – wäre viel Leid erspart geblieben. Und mir fehlen hier noch ein/zwei Sätze. Es ist richtig, im Alter von 9 bis 14 Jahren idealerweise, aber es ist auch dann nicht zu spät. Ich habe die Diskussion mit meiner Tochter gehabt, als diese Impfung dann wirklich zu erhalten war. Sie war dort etwa um die 20 Jahre alt, und wir haben uns informiert. Wir sind auch noch einmal gemeinsam bei meiner Frauenärztin gewesen, und ja, sie hat sich für diese Impfung entschieden. Bei meinem Mann – Entschuldigung –, bei meinem Sohn habe ich mich nicht durchsetzen können. Er hat so gedacht, ach, lass die Frauen mal reden! Und ich denke, es ist ganz, ganz, ganz wichtig, hier etwas zu tun. Aber auch ohne diesen Antrag, so habe ich das verstanden, hätten Sie es ja getan. Ich möchte noch etwas zum Flyer sagen des LAGuS. Der ist in meinen Augen wirklich zu empfehlen. Und wichtig ist auch, Eltern und Jugendliche gemeinsam dafür zu sensibilisieren. Noch mal: Aufklärung, Prävention kann es nie genug geben. Wir werden diesen Antrag befürworten. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und FDP)
