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Dr. Harald Terpe

GRÜNE 25.01.2024 Sitzungen 8/73

Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es ist ja schon viel gesagt worden vom Minister über das, was alles existiert. Auch die anderen Rednerinnen und Redner haben schon dazu beigetragen, uns den Horizont für die HPV-Impfung zu erweitern. Ich möchte nur punktuell noch ein paar Zusätze dazu bringen. Ich fange noch mal an mit Herrn zur Hausen, noch mal damit, dass man auch wirklich stolz darauf sein kann, dass er diese Forschung gemacht hat, und dass er dafür den Nobelpreis gekriegt hat, das ist eine gute Sache. Es sind diese HPV-Viren, wovon es viele gibt, das ist ja auch gesagt worden, ich glaube, vom Redner der AfD. Für uns in Deutschland sind die Typen 16, 18 und 31 die wichtigsten, und in dem Impfstoff sind zwei weitere HPV-Viren mit abgedeckt. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Wir leben hier weltoffen.) Wie? (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Wir leben hier weltoffen, da können Sie jetzt nicht in deutschen Grenzen denken!) Nein, deswegen sind ja auch weitere Sachen zugefügt worden für den Impfstoff, der in deutschen Unternehmen ja auch entwickelt worden ist. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Merck!) Was auch dazugehört, ist, dass man damit jetzt hier nicht in irgendeine Diskussion gerät, ob Impfen gut ist oder nicht. Das ist eine freiwillige Angelegenheit und das wird auch freiwillig bleiben. Die Impfung, wenn sie vorgenommen wird, möglichst früh, bevor die sexuelle Aktivität der Jugendlichen zunimmt, ist in der Lage, die Papillomvirusinfektionen zu verhindern und damit kurativ oder nicht kurativ, sondern damit sozusagen die Ursache für Zervixkarzinome der Frau und auch für die Hautkarzinome, die möglich sind, zu beseitigen. Aber was auch noch gesagt werden muss, ist, dass wir den Erfolg, gerade was das Zervixkarzinom betrifft, noch nicht vollständig geerntet haben. Das ist ja auch ganz klar. 2008 ist im Bundestag, oder 2009 ist dann beschlossen worden, dass die Kassen das übernehmen damals. Ich kann mich noch erinnern, wie das mit der Bereitstellung der Impfstoffe war. Und dann hat es ja auch erst angefangen. Und wir wissen, dass die Ausbildung von Krebsen auch schon eine Zeit dauert. Also es ist nicht so, dass man eine Infektion kriegt und dann hat man gleich zum Beispiel ein Zervixkarzinom. Es ist so, dass vor 20 Jahren die Zahl der Zervixkarzinome in Deutschland dreimal so hoch war wie jetzt. Das waren über 20.000, die zweithöchste Krebsrate bei Krebsen der Frau nach dem Brustdrüsenkarzinom. Es ist also jetzt schon deutlich zurückgegangen, aber das ist nicht alleine auf die HPV-Impfung zurückzuführen – ich hatte ja schon die zeitlichen Zusammenhänge gesagt –, sondern auch darauf, dass sozusagen das andere Präventionssystem, nämlich die zytologische Untersuchung bei Frauen, als Vorsorgeuntersuchung auch finanziert und anerkannt wird. Und ich spreche mich deutlich dafür aus, dass das auch weiterhin parallel gemacht werden muss, weil man erstens damit die Frauen erreicht, die nicht sozusagen rechtzeitig geimpft worden sind, und man vielleicht auch im Vergleich mit den Werten dann sagen kann, wie hoch ist der Benefit sozusagen durch die Impfung. Mit diesen Bemerkungen wollte ich eben darauf hinweisen, es ist wichtig, diese Impfung. Diese zytologischen Untersuchungen muss man auch weitermachen. (Am Rednerpult leuchtet die rote Lampe.) Und letzter Satz jetzt wirklich.

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