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Christine Klingohr

SPD 25.01.2024 Sitzungen 8/73

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! In Deutschland erkranken jährlich circa 500.000 Menschen neu an Krebs. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) In Mecklenburg-Vorpommern gehen wir von circa 11.000 Neuerkrankungen pro Jahr aus. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Jetzt haben Sie alle Krebssorten in einen Topf geschmissen.) Für viele Krebserkrankungen sind Entstehungsmechanismen noch nicht ausreichend bekannt oder die bekannten Auslöser lassen sich nicht beeinflussen. Präventionsstrategien stehen daher nur für wenige Tumorarten zur Verfügung. Darunter sind allerdings auch Krebsformen, die viele Menschen betreffen. Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge sind in Deutschland fast 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungsfälle durch vermeidbare oder zumindest beeinflussbare Risikofaktoren erklärbar. Zu diesen Risikofaktoren gehören, haben wir gehört, Humane Papillomviren, abgekürzt HPV. Diese werden sexuell übertragen und können Auslöser bestimmter Krebserkrankungen sein. Gebärmutterhalskrebs wird fast ausschließlich durch HPV verursacht. Junge Frauen können effektiv gegen Gebärmutterhalskrebs geschützt werden, indem eine Infektion mit HPV verhindert wird. Die HPV-Impfung ist die wirksamste Maßnahme, um einer Erkrankung vorzubeugen. Die Ständige Impfkommission – das haben wir auch im Bericht von Minister Pegel schon gehört – empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren beziehungsweise, die Impfung bis zum Alter von 17 Jahren nachzuholen. Die Erfahrungen und Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Impfung gegen HPV sicher und gut verträglich ist. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Es gab zwei Todesfälle.) Wir möchten Eltern die klaren Vorteile der Impfung aufzeigen. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Daher ist es hoch wichtig und richtig, vermehrt für die Impfung zu werben, und genau das hier im Landtag. Genau hier sind wir damit an der richtigen Stelle. Da bin ich unserem Koalitionspartner dankbar, dass wir genau diese Initiative mit diesem Antrag hier heute starten können, um auch die Initiative der Landesregierung, der Sozialministerin zu unterstützen, um gemeinsam Schwerpunkte zu setzen. Wir haben zwar noch die höchste Impfquote, angesichts der Zahlen zu Neuimpfungen wird diese Quote sinken in den nächsten Jahren. Und deshalb ist es genau richtig, hier darauf aufmerksam zu machen und diesen Antrag auf den Weg zu bringen. In den letzten Jahren sind die Impfzahlen stark zurückgegangen. Experten sprechen von einer dramatischen Entwicklung. Insgesamt erhielten im Jahr 2022 in Mecklenburg-Vorpommern fast 60 Prozent weniger Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren erstmalig eine Impfung gegen HPV-Viren als noch in 2019. Ich sage es noch einmal erneut: Um schwerwiegenden Krebserkrankungen vorzubeugen und Kinder und Jugendliche zu schützen, ist es notwendig, Eltern über die Vorteile der HPV-Impfung zu informieren. Und natürlich sind wir froh darüber, dass wir auch in diesem Zusammenhang im Rahmen der Nationalen Impfkonferenz in Warnemünde, deren Ausrichter wir ja in diesem Jahr mit Sachsen-Anhalt zusammen sind, die im Juni dann auch stattfindet – und die Landesregierung soll das daher gemeinsam mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten tun –, mediale Aufmerksamkeit für das Thema HPV-Impfung schaffen, um die Impfquote zu erhöhen. Ich denke, da können wir alle nur dafür sein, nämlich das heißt Leben schützen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Nikolaus Kramer, AfD: Jetzt wollte ich eine Zwischenfrage stellen.)

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