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Sabine Enseleit

FDP 14.12.2023 Sitzungen 8/70

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wieder haben wir das KiföG vor uns, dieses Mal das Vierte Gesetz zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes. Wie zu den anderen Änderungen des KiföG haben wir auch hier schon die Anhörung geplant, sollen Experten benannt werden und alles, was dazugehört. Leider ist es in der Praxis aber so, dass Experten sehr kurzfristig aufgefordert werden, Stellungnahmen abzugeben, was die meisten auch mit großem Aufwand, meist im Ehrenamt, tun (Jeannine Rösler, DIE LINKE: Das haben wir doch alles schon besprochen im Ausschuss.) beziehungsweise zur Befragung zur Verfügung stehen. Und was passiert am Ende damit? Nichts! (Torsten Renz, CDU: So ist es.) Das beklagt nicht nur die Opposition, sondern auch die Befragten, wie ganz aktuell – das wurde schon angesprochen – der Landesverband für Kindertagespflege Mecklenburg-Vorpommern. Diese wurden zu den Änderungen zum Haushalt angefragt, haben an der Befragung teilgenommen und eine schriftliche Stellungnahme abgegeben. Passiert ist nichts. Zu Recht beklagt der Verband darum, dass keine der Forderungen aufgenommen wurde und auch kein Austausch zu der prekären Lage vieler Kindertagespflegepersonen im Land stattgefunden hat. Dabei wäre das so wichtig, denn wie wir schon mehrfach diskutiert haben, ist die Lage in den Kitas angespannt. Die Kindertagespflege ist eine wichtige Säule in der Betreuungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Viele Eltern schätzen die individuelle und persönliche Betreuung in kleinen Gruppen nahe am Wohnort, doch diese Gruppe kommt in der Novelle eigentlich nicht vor. Im vorliegenden Gesetzesentwurf ist von frühkindlicher Bildung die Rede, der Absenkung des Fachkraft-Kind-Schlüssels und von Qualitätsverbesserungen. Wie gesagt, von den Kindertagespflegepersonen ist in diesem Zusammenhang gar nicht die Rede. Mehr Personal soll in die Kitas. Dazu wird der Fachkräftekatalog erweitert, die Alltagshelfer aufgenommen und eine Flexibilisierung bei den Quereinsteigern verordnet. So sehr der Reflex nach mehr Personal, egal welches, in den Kitas nachvollziehbar ist, für uns ist das alarmierend, denn es ist längst keine Frage mehr, dass die ersten Jahre der Kinder prägend sind, dass genau in den ersten Jahren der Wissenshunger und die Aufnahmefähigkeit für Bildung besonders groß ist. In vielen anderen Ländern wurde das längst erkannt und umgesetzt. Kinder lernen in ganz jungen Jahren spielerisch Fremdsprachen und sparen sich später mühsames Vokabellernen. In den ersten Jahren in der Kita können Buchstaben und Rechnen gelernt werden, um auf die Schule vorzubereiten, kann die deutsche Sprache vermittelt werden, damit die Einschulung erfolgreich ist. Dazu brauchen wir ausgebildete Pädagogen und auch akademisches Personal, das diese Lernkonzepte umsetzt. (Die Abgeordnete Jeannine Rösler bittet um das Wort für eine Anfrage.) Wir haben zu Recht hohe Anforderungen an die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher. Darum ist es wichtig, dem Anspruch der frühkindlichen Bildung und der Qualitätsverbesserung, wie es im Gesetz formuliert ist, …

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