Jutta Wegner
Vielen Dank! Denn wir wissen zweitens auch, am Ende wird das Original gewählt. Hier gemeinsame Sache mit der AfD zu machen und auf diese politische Nebendebatte einzugehen, (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Nein, im Sinne der Bevölkerung.) Herr Renz, da sind Sie doch sonst kompetenter. (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Hören Sie doch mal zu!) Das gilt auch für unsere Bildungspolitik, um auf Ihren Antrag zurückzukommen. Lehrermangel, das zunehmend schlechte Abschneiden der Schüler/-innen in den Bildungsstudien, die Folgen von Corona, wir haben derart viele Probleme im Schulwesen, (Zuruf von Petra Federau, AfD) dass diese politische Rückwärtsrolle nun tatsächlich überflüssig ist. (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Ich bitte Sie auch, die Stellungnahme des Rats für deutsche Rechtschreibung im Detail zu lesen. Hier wird ganz klar von einer gesellschaftlichen Aufgabe gesprochen. Im mündlichen Sprachgebrauch wird dementsprechend auch eine geschlechtergerechte Sprache und ein sensibler Umgang damit ausdrücklich empfohlen. Aber wie sollen sich Gesellschaft und Sprache entwickeln, wenn diese von vornherein mit Verboten belegt werden? Wie sollen Schüler/-innen und Lehrer/-innen auf Augenhöhe darüber ins Gespräch kommen, wenn Genderstern, Doppelpunkt oder Unterstrich mit einer schlechten Note sanktioniert und junge diverse Menschen von vornherein ausgeschlossen werden? (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Was sind denn junge diverse Menschen?) Ich bin deshalb froh über die Verfahren, wie wir sie in Mecklenburg-Vorpommern haben, dass nämlich weder das eine noch das andere bei der geschlechtergerechten Sprache zu einem Fehler führt. Die Debatte, die Sie hier eben geführt haben, ob man dann jedes andere Wort auch schreiben kann, wie man gerade lustig ist, ist doch völlig abseitig an der Stelle. (Zuruf von Petra Federau, AfD) Es macht einen Unterschied, ob gegenderte Worte im Sinne der geltenden Rechtschreibung lediglich gekennzeichnet oder bestraft werden. Gerade jungen Menschen, so auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sollte man doch tolerant und zurückhaltend begegnen, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) wenn sie nicht amtliche Genderschreibweisen verwenden. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Der Rat selbst prüft darüber hinaus kontinuierlich, ob sich einheitliche Schreibweisen finden lassen, und wir sollten weder diesen noch den gesellschaftlichen Prozess durch Verbote stoppen. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) In diesem Sinne lassen Sie die jungen Menschen selbstbestimmt entscheiden! Lassen Sie der Gesellschaft einen freien Raum zur Entwicklung! Akzeptieren Sie, dass orthografisch geschlechtergerechte Schreibweisen in den Schulen höchstens gekennzeichnet werden, und kümmern Sie sich bitte um die echten Probleme in unserem Schulsystem! Wir lehnen deshalb den Antrag ab. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zurufe von Petra Federau, AfD, und Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD)
