Enrico Schult
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich möchte natürlich noch auf das Gesagte hier erwidern und meine Position oder die Position der AfD dazu verdeutlichen, denn es ist vieles gesagt worden, aber vieles davon ist einfach auch so dahingeredet worden. Es entspricht nicht der Realität, (Zurufe von Christian Winter, SPD, und Torsten Renz, CDU) und darauf möchte ich jetzt noch einmal kurz eingehen. Die Ministerin sprach davon, dass wir keine Mindestlohndebatten wollen als AfD. Doch, Frau Oldenburg, wir wollen gerade die Mindestlohndebatten. Aber wir wollen die Schüler in die Lage versetzen zu erkennen, dass Sie da denen was vormachen wollen, indem Sie natürlich in die Tasche greifen und immer mehr Steuern und Sozialabgaben den Eltern abnehmen und sozusagen am Ende nicht viel übrigbleibt. Das ist nämlich das Rüstzeug, was sie mitbekommen sollen, die ökonomische Bildung. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und das, was Sie sagten, das wird bereits umgesetzt in Mecklenburg-Vorpommern, kann ich so nicht bestätigen. Und wenn man sich das anschaut, Sie sprachen an den Rahmenplan Wirtschaft, der existiert bereits. Ja, aber zur Wahrheit gehört dazu, dass der Rahmenplan Wirtschaft nur für die gymnasiale Oberstufe zutrifft. (Zuruf von Beatrix Hegenkötter, SPD) Also was ist denn, was sind denn in den Regionalschulen, was wird dort sozusagen vermittelt? (Zurufe von Andreas Butzki, SPD, und Torsten Renz, CDU) Und ich denke, dass Sie jetzt versuchen, das hier sozusagen darzustellen und Nebelkerzen zu zünden, um das einfach darzulegen, als wenn es alles in Butter wäre. Aber das ist es nicht, werte Kollegen, und das wissen Sie selbst, denn Herr Butzki sprach es an, eine Initiative für ökonomische Bildung vom Bildungsministerium, vom Bundesbildungsministerium, Finanzministerium, eine nationale Finanzbildungsstrategie wurde da auf den Weg gebracht. Aber warum macht man denn eine solche Strategie, Herr Butzki? Weil es natürlich Defizite in der Gesellschaft gibt, und die Defizite gibt es auch an unseren Schulen. Und in der Tat, die Vorgaben der Kultusministerkonferenz, die sind mir bekannt, Herr Renz, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) sie sind mir bekannt. Aber das sind – und das wissen wir als Bildungspolitiker natürlich, und das ist vielleicht für die Kollegen auch ganz interessant –, das sind lediglich Vorgaben. Die Umsetzung obliegt dem Land, das muss die Rahmenpläne quasi festlegen, und die Schulen erstellen dann die Lehrpläne. Aber wie das dann in den Schulen praktiziert wird, also das steht alles toll niedergeschrieben, das ist alles toll, aber wie es in den Schulen praktiziert wird, wissen wir doch alle, dass da eher der Wunsch Vater des Gedankens ist. Wir standen doch vor zwei Tagen da draußen, da standen die Schüler mit dem Mikrofon in der Hand und haben darum gefleht, dass sie endlich mal Mathematikunterricht bekommen und Physikunterricht. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und glauben Sie mir, Frau Rösler, Sie sprechen jetzt hier den AWT-Lehrer an, was glauben Sie denn, wie viel von dem, was dort in den Rahmenplänen steht oder auch in den Lehrplänen niedergeschrieben ist, wie viel von dem dann auch umgesetzt wird?! Und das ist doch der Casus knacksus, dem wir uns da stellen müssen. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Es ist alles toll, es ist alles toll niedergeschrieben, es wird aber in der Realität nicht umgesetzt, und deshalb haben wir dieses Thema auf die Tagesordnung gesetzt, mit einem eigenen Antrag, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) weil wir natürlich auch dafür sensibilisieren wollen, ob es nicht wie beispielsweise in Baden-Württemberg möglich ist, ein eigenes Fach, Herr Butzki, dafür einzurichten mit eigens ausgebildeten Lehrern. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Denn Sie wissen es doch selber, wir haben doch, mittlerweile werden doch schon Eltern dazu überredet, sich an der Schule auszuprobieren. Wir haben ganz viele Seiteneinsteiger an den Schulen. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und meinen Sie, dass die dann sozusagen jetzt noch die ökonomische Bildung, die finanzielle Bildung, wie es in den Rahmenplänen steht, dass die das dann auch so vermitteln können, wie wir uns das vorstellen und wie es in den Rahmenplänen steht, als Seiteneinsteiger?! Da braucht es grundständig ausgebildete Lehrer, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) und da braucht es natürlich auch den Blick über den Horizont hinaus, eventuell dieses Fach, auch gerade auf die Zukunft ausgerichtet, dieses Fach wirklich als grundlegendes Fach mit grundständig ausgebildeten, explizit ausgebildeten Lehrern für dieses Fach einzurichten. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Das haben wir mit unserem Antrag bezweckt, und davon gehen wir auch nicht ab, werte Kollegen. Und wenn Sie den Redebeitrag von Frau Enseleit gehört haben, die hat uns ja zugestimmt, die hat uns ja zugestimmt, dass eigentlich das nicht umgesetzt wird, dass da einiges im Argen ist, dass das gemacht werden müsste. Das Einzige, sie war nur ein bisschen bockig, dass sie nicht die Erste war, die diesen Antrag gestellt hat. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Aber dass es da tatsächlich Bedarf gibt, dass es da Bedarf gibt, das liegt auf der Hand. Oder glauben Sie mir, das kann ich Ihnen auch als Vater sagen – ich habe mich natürlich auch mit meinen Kindern da unterhalten, 10 Jahre, 14 Jahre –, glauben Sie mir, was da vermittelt wird an den Schulen, ökonomische Bildung, finanzielle Bildung, bei uns mag es sein, das funktioniert, wir reden darüber, aber in vielen Elternhäusern ist es eben nicht der Fall, dass darüber geredet wird. Und deshalb haben wir es hier noch mal so explizit eingebracht als Antrag. Niedergeschrieben ist da viel in den Rahmenplänen und so weiter in den Lehrplänen, aber was dann tatsächlich umgesetzt wird, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Und da wollten wir sensibilisieren für diesen Punkt.
