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Hannes Damm

GRÜNE 08.11.2023 Sitzungen 8/66

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete der demokratischen Fraktionen! Herr Seiffert, ich bin Ihnen dankbar für das Beispiel mit Neustrelitz. Ich habe die in meiner Sommertour besucht vor ein paar Monaten, und die haben einen Umkreis von 90 Kilometern, aus denen das Holz rankam. Man stelle sich jetzt mal vor, die Stadt Rostock zum Beispiel überlegt sich jetzt auch, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ich verstehe den immer so schlecht. Können Sie mal lauter sprechen bitte?!) auf Holzkraftwerke umzustellen, (Heiterkeit bei Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Rostock überlegt nicht.) dann ist ja die ganze Republik ausgeräumt. Werter Kollege Herr Diener von der CDU, Sie und ich, wir beide sind uns darin einig, tatsächlich, dass Holz zur Wärme- und Stromgewinnung eingesetzt werden kann. Was unsere beiden Positionen allerdings grundlegend unterscheidet, ist die Frage, wie viel Holz verbrannt werden sollte. Genau wie unser Klimasystem haben auch unsere Wälder in M-V ihre Belastungsgrenze. Vergangene Woche wurde eine neue Studie zu den sogenannten planetaren Grenzen veröffentlicht, die untersucht hat, in welchen Bereichen der Planet Erde innerhalb der Grenzen seiner Belastbarkeit genutzt wird und wo wir diese Grenzen bereits überschritten haben. Nur noch in drei Bereichen liegen wir innerhalb der Grenzen, unter anderem bei der Ozonschicht in der Stratosphäre. Das immerhin ist eine gute Nachricht, denn das menschengemachte Ozonloch schließt sich. Ja, und das ist übrigens auch Folge konsequenten Handelns und sogenannter Verbotspolitik, weil wir entsprechende Treibhausgase eben oder ozonschädigende Gase hier verboten haben. Das zeigt also auch Wirkung, was wir hier tun, auch in Deutschland. In sechs Bereichen allerdings hat die Menschheit die Grenzen der Belastbarkeit überschritten, unter anderem bei der Klimaänderung, beim Artensterben auch. Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Menschheit natürliche Grenzen anstößt und sie sogar überschreitet. Manche hier mögen das als Einschränkung ihres Lebensstils wahrnehmen, aber tatsächlich leben wir Menschen besonders in den reichen Ländern einfach über unsere Maßen. Was wir in den letzten Jahrzehnten als Normalität wahrgenommen haben, das war in Wirklichkeit eine Ausbeutung von Natur und Ressourcen auf Kosten unserer eigenen Kinder und Enkel und auf Kosten der Bevölkerung in armen Ländern. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Bernd Lange, SPD) Was aber haben die planetaren Grenzen mit dem heimischen Kaminofen zu tun? Was hat die Benutzung der Ressourcen mit unseren Wäldern zu tun? (Zuruf von Petra Federau, AfD) Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich möchte Sie dann gerne aufklären. Im Jahr 2022 lag die direkte energetische Nutzung von Waldholz 32 Prozent über dem Durchschnitt der zehn vorhergegangenen Jahre. 32 Prozent darüber! Man mag sich fragen, wo all dieses zusätzliche Brennholz überhaupt hergekommen ist. Im Wesentlichen ist die Zunahme des Holzangebots in der Steigerung des Schadholzes zu begründen. Durch Hitze und Trockenheit geht es unseren Wäldern so schlecht, dass mittlerweile mehr als die Hälfte des eingeschlagenen Holzes Schadholz ist, also Bäume, die Sturm, Trockenheit oder dem Borkenkäfer und damit auch wieder Folgen der Klimakrise zum Opfer gefallen sind. Unsere Wälder sind wie ein Sparkonto, aber wir sind ins Minus gerutscht, und da müssen wir dringend raus. (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD – Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und unsere Herausforderung ist es jetzt, den Holzvorrat in den Wäldern wieder zu steigern, um auch in Zukunft nachhaltig mit unseren Wäldern wirtschaften zu können. Aber es wird ja auch nicht nur mit einer grünen Null gerechnet. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Die Wälder sollen ja auch Kohlenstoff senken für nicht vermeidbare Emissionen aus anderen Sektoren. Aber nur ein höherer Holzvorrat in den Wäldern bedeutet auch einen höheren Kohlenstoffvorrat im Holz und damit weniger CO in der Atmosphäre. Daraus folgt auch, dass die 2 Nutzung als Bauholz immer mehr Vorrang gegenüber der Verbrennung haben muss, denn auch ein Holzhaus ist ein Kohlenstoffspeicher und reduziert dadurch die CO - 2 Konzentration in der Atmosphäre. Unsere Wälder sind außerdem ein Schatz der Artenvielfalt, allerdings ein bedrohter Schatz. In den … (Am Rednerpult leuchtet die rote Lampe.) Haben wir halbe Redezeit angemeldet?

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