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Jens-Holger Schneider

AfD 08.11.2023 Sitzungen 8/66

Liebe Landsleute! Liebe Tierfreunde! Wertes Präsidium! Meine Damen und Herren! Vorab, es gibt leider keine einheitliche Regelung. Qualzucht wird nicht eindeutig definiert. Ein Blick auf die Hundewiese verdeutlicht allerdings, dass der Qualzucht noch nicht entschieden genug entgegengetreten wird. Loriot, ein Mensch, den ich sehr schätze, der jetzt seinen 100. Geburtstag feiert, hat mal gesagt: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Ich kann die Tierfreunde verstehen, die für bestimmte Hunderassen besonders viel übrighaben. Wir haben in der Familie selber eine Französische Bulldogge. Aber das, was derzeit an Zuchtpraxis getrieben wird, geht eindeutig zu weit und bedarf einer Regelung. Das Tierwohl wird beeinträchtigt durch Qualzuchten, weil es zu oft schwere gesundheitliche Probleme und Leiden bei den betroffenen Tieren gibt. Dies widerspricht dem Prinzip des respektvollen Umgangs mit Tieren. Es gibt erhöhte gesundheitliche Risiken. Qualzucht kann zu genetischen Defekten und Erbkrankheiten führen, die die Lebensqualität der Tiere erheblich beeinträchtigen. Die Tierarztkosten durch die Qualzucht erfordern in der Regel intensivere tierärztliche Versorgung und können zu höheren, also zu sehr hohen Kosten für die Tierhalter führen. Die Verantwortung gegenüber der Tierpopulation ist nicht gewahrt. Qualzucht trägt zur Überpopulation von Tieren in Tierheimen bei, da viele dieser Tiere aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme oft abgegeben werden. Inzucht: Die Qualzuchtpraktiken, bei Qualzuchtpraktiken – Entschuldigung – wird auf eine enge Inzucht zurückgegriffen, was die genetische Vielfalt in Tierpopulationen verringert und die Anfälligkeiten für Krankheiten erhöht. Ein Beispiel dafür sind Englische Bulldoggen. Bei der Recherche habe ich feststellen müssen – ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt ist –, die gesamte Population Englischer Bulldoggen geht auf lediglich 68 Individuen zurück. Und wenn Sie gesehen haben, wie überzüchtet stellenweise Englische Bulldoggen sind, das sind wunderschöne Tiere, die ursprünglich mal zu einem bestimmten Zweck gezüchtet wurden, die aber durch die Überzüchtung völlig degeneriert sind und mit schweren gesundheitlichen Problemen herumlaufen. Qualzucht fördert ein schlechtes Beispiel. Es gibt eine Kultur, die Tiere lediglich als Accessoires oder Statussymbole sieht und ihnen den Status der Lebewesen nur mit eingeschränkten Bedürfnissen und Rechten zugesteht. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was diese sogenannten Teacup-Hunde sind. Das sind diese Taschenhunde, die so sehr modern sind, die überall mit herumgetragen werden können und die natürlich auch jeglicher Zuchtpraxis widersprechen. Selbst Chihuahuas sind ein Ergebnis von Qualzucht. Tierschutzgesetze müssen beachtet werden in vielen Ländern. Beispielhaft nenne ich die Niederlande, ich nenne Österreich, ich nenne die Schweiz, ich nenne, auch in Norwegen gibt es Verbote. Selbst in Großbritannien gibt es Überlegungen, bestimmte Rassen unter Beobachtung zu stellen und dort auch ein Rasse- und ein Zuchtkriterium zu erlassen, na ja, einfach die Qualzucht, die Art und Weise der Züchtung zu untersuchen und unter Beobachtung zu stellen. Ethik und Moral: Die Züchtung von Tieren mit schwerwiegenden genetischen Defekten oder Gesundheitsproblemen ist moralisch ausgesprochen fragwürdig und sollte nicht unterstützt werden. Und es handelt sich meiner Meinung und meiner Definition nach auch um eine Form von Tierquälerei bei Qualzucht, da Tiere unnötigem Leiden ausgesetzt werden. Es gibt langfristige Nachteile für die Populationen. Die Förderung von Qualzucht hat negative Auswirkungen, die sich nur schwer umkehren lassen. Und es gibt den Bedarf für gesellschaftliche Sensibilisierung. Ein Verbot von Qualzucht fördert das Bewusstsein für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden von Tieren in der Gesellschaft, es ermutigt Tierhalter und Züchter, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Es gibt auch Gesundheitsrisiken für den Menschen. Einige Qualzuchtrassen, wie zum Beispiel Hunde mit extremen Gesichtsformen, können Atemprobleme haben, was auch das Risiko für Tierhalter erhöht, von ihren Tieren gebissen zu werden, da diese unter Schmerzen leiden. Und wenn man sich beispielsweise gerade den von mir erwähnten Mops mal anguckt: ein Mops, der 1927 und in den 20er- und 30er-Jahren gezüchtet wurde, unterscheidet sich deutlich von den – ich hätte beinahe gesagt „Möpsen“ –, also von dem Mops, (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) von den Vertretern der Rasse „Mops“, (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD – Torsten Koplin, DIE LINKE: Ist das die Mehrzahl?) die heutzutage gezüchtet werden und, ich sage mal, unterwegs sind. Es geht um verantwortungsvolle Tierzucht. Die Förderung von verantwortungsvoller Zucht, bei der die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere im Vordergrund steht, ist notwendig, um die genetische Vielfalt und die Langlebigkeit von Tierpopulationen zu erhalten. Es geht auch darum, die Haustierhaltung nicht zu einer, ich sage mal, Frusthaltung zu machen, sondern zu einer erfolgreichen Haustierhaltung. Haustiere sollen als Begleiter und Familienmitglieder betrachtet werden können. Qualzuchtpraktiken können die Qualität der Beziehung zwischen Tierhaltern und Tieren erheblich beeinträchtigen. Es geht um einheitliche Standards. Qualzucht ist oft international umstritten, da sie von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt wird. Also wir sehen, es ist viel zu tun. Wir unterhalten uns gerne bei dem Thema auch noch ausführlicher im Ausschuss, und ich beantrage deshalb schon mal vorsorglich die Überweisung in den Landwirtschaftsausschuss. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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