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Elke-Annette Schmidt

Die Linke 08.11.2023 Sitzungen 8/66

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Ich bin es eigentlich leid und ich möchte es gar nicht mehr, (Enrico Schult, AfD: Dann müssen Sie das Mandat zurückgeben, Frau Schmidt!) mich immer und immer wieder mit diesen, (Zuruf von Enrico Schult, AfD) mit diesen Vorschlägen der AfD auseinanderzusetzen, die Sprachform, die geschlechtergerechte Sprachform abzuschaffen. Zum wievielten Mal denn noch?! Sie haben doch die Argumente, (Horst Förster, AfD: Bis sie abgeschafft ist. – Zuruf von Thore Stein, AfD) Sie haben doch die Argumente hier von uns schon mehrfach gehört. Und es wird doch nicht besser, wenn Sie immer und immer wieder die gleichen Reden halten! Es sind die gleichen Reden in diesem Hause. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Die bringen uns nicht, (Zuruf von Thore Stein, AfD) die bringen uns überhaupt nicht weiter, in keinster Weise. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und wissen Sie, ich würde sehr gerne mit Ihnen hier mal über tatsächliche (Thore Stein, AfD: Dann machen Sie es doch!) oder andere Probleme der Gleichstellung sprechen, die wir in diesem Land zu lösen haben. Da habe ich noch nicht einen einzigen Vorschlag (Thore Stein, AfD: Machen Sie welche!) von Ihrer Seite gehört, noch nicht einen einzigen. Wir sind dabei, gemeinsam mit der Regierung hier ein Konzept zu entwickeln, wie wir das Land auch in diesem Bereich weiterbringen können, wie wir eben dafür sorgen, die Entlohnung, die eben immer noch ungleich ist, gerechter zu gestalten, wie wir mehr Frauen auch in Führungspositionen bringen wollen und so weiter. Es gibt viele Bereiche. Nicht ein Vorschlag von Ihnen dazu! Immer ziehen Sie sich auf die Sprachform zurück, und ich habe es satt, ehrlich gesagt! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Ja, genau, passen Sie mal auf! Und jetzt will ich Ihnen auch noch mal zu Ihrem Antrag etwas sagen, Herr Förster. Sie haben hier ausgeführt und sprechen immer von der gendergerechten Sprache. Was ist es denn? In diesem Gesetzentwurf geht es um die binäre Form, um die Benennung von weiblichen und männlichen Personen oder wie auch immer oder um einen neutralen Sprachgebrauch. Hier geht es gar nicht um Gendersternchen oder irgend solche Dinge. Darum geht es in diesem Gesetz gar nicht. (Beifall Michael Noetzel, DIE LINKE) Und das wird alles immerzu in einen Topf geworfen von Ihnen. Hier unterscheiden Sie in keinster Weise. Ich will Ihnen auch mal was sagen, die Lebensrealität sieht anders aus als das, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das haben Sie gut erkannt.) was Sie beschreiben. Ja, nein, die binäre Form hat sich sehr deutlich durchgesetzt in allen Bereichen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ist mir neulich im Kino auch aufgefallen.) Ja, da gratuliere ich Ihnen, wenn Ihnen das aufgefallen ist, das ist sehr in Ordnung! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) Also die binäre Form hat sich durchgesetzt, das ist überhaupt keine Frage. Natürlich verwenden wir heute ganz normal die weibliche und männliche Form. Und, Frau Berg, bei aller Bescheidenheit, diesen Satz, den haben wir vor 20 Jahren unter die Dokumente geschrieben, heute wollen wir das nicht mehr. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Christiane Berg, CDU) Das ist doch gar nicht so schwierig! Ich weiß gar nicht, wo Sie das Problem sehen! Ich kann es nicht verstehen. Und ich möchte Ihnen mal ein Beispiel nennen: Es war neulich Parlamentarischer Abend, die Energieunternehmen waren eingeladen und ich saß mit einem Projektentwickler am Tisch, und der kannte mich nicht, er kannte nicht meinen Hintergrund. Dass ich also gleichstellungspolitische Sprecherin bin, das wusste er alles nicht. Und er sagte zu mir, weil wir über den Fachkräftemangel sprachen, sagte er, wissen Sie, ich habe einen jungen Ingenieur jetzt verloren bei mir aus meinem Team. Ich sage, warum, was ist passiert. Ja, wir haben keine gendergerechte Sprache bei uns im Unternehmen angewandt, (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) das hat ihn massiv gestört. (Beifall und Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) Ja, da können Sie drüber lachen, da können Sie drüber lachen, aber junge Menschen haben einen anderen Anspruch, als Sie den haben, und zum Glück haben sie den! (Torsten Koplin, DIE LINKE: Denen ist das wichtig.) Da kann man eben nur gratulieren dazu. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und ich sage Ihnen noch eins: Dieser Unternehmer macht sich darüber Gedanken. Der wischt das nicht einfach weg, (Zurufe von Horst Förster, AfD, und Thomas de Jesus Fernandes, AfD) wie Sie das tun, und lacht es nicht einfach, lacht das nicht einfach weg, sondern er macht sich darüber Gedanken (Zuruf von Michael Noetzel, DIE LINKE) und überlegt, wie er jetzt diesen neuen Ansprüchen gerecht werden kann, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Thore Stein, AfD: Gehen Sie mal auf die Baustellen und fragen Sie die richtig arbeitenden Menschen, wie die das sehen! – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Das weiß ich nicht. In diesen Dingen bin ich nicht so bewandert. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) Sie können mich gerne zu fachlichen Dingen was fragen, Herr de Jesus Fernandes, das können Sie gerne tun. (Thore Stein, AfD: Biergarten ist sehr volksnah.) Viel mehr will ich hier an dieser Stelle auch nicht sagen. Die Argumente sind ausgetauscht, und die Zweite Lesung ist genauso unergiebig in den Argumenten, wie es die Erste war. Wir lehnen natürlich diesen Gesetzentwurf ab. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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