Mandy Pfeifer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Dass seitens der AfD das Benennen von 50 Prozent der Gesellschaft in unseren Gesetzen als Ideologie bezeichnet wird, ich finde, das spricht für sich. (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) Und den Sprachdialog, den wir jetzt hier gehört haben, und auch die Einführung möglicherweise germanistischer Ausführungen und so (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) haben am Ende nichts anderes zum Ziel, als das zu tun, was Herr Förster hier gemacht hat, nämlich den Kampf aufzurufen, den allein die AfD hier und in anderen Parlamenten seit Monaten führt. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD – Horst Förster, AfD: Da irren Sie, da irren Sie! Die Leute reden ihre Muttersprache.) Meine Damen und Herren, und wieder befasst sich der Landtag mit dem Thema Sprache, und wieder ist es die AfD-Fraktion, die hier eine volle Aussprachezeit dazu verwendet, das Thema Sprache zu problematisieren, (Petra Federau, AfD: Richtig! – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Da sehen Sie, wie wichtig uns das ist.) obwohl zu diesem Gesetzentwurf bereits bei seiner Einbringung alles gesagt wurde. (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Das Ziel ist klar, Sie wollen einer veränderungsmüden Gesellschaft, einer Gesellschaft, der aufgrund äußerer Umstände (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) wie Klimawandel, Corona, Pandemie, Ukrainekrieg, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Energiekrise und nun der unmenschliche Angriff der Hamas auf Israel und seine Folgen, Sie wollen dieser Gesellschaft, der aufgrund dieser äußeren Umstände viel abverlangt wurde, nämlich Kontaktbeschränkungen, (Zuruf von Petra Federau, AfD) die Erkenntnis, dass die lange Zeit des Friedens in Europa offenbar vorbei ist und es wieder einen Krieg in Europa gibt, die Aufnahme von ganz vielen zusätzlichen Kriegsflüchtlingen, insbesondere aus der Ukraine, die Einsicht, dass Deutschland in der Frage der Energie nicht abhängig sein darf und das massive Umsteuern der Politik, (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) die Veränderungen im alltäglichen Leben und nun auch die Tatsache, dass Menschen in Deutschland wieder in Angst leben müssen, dieser Gesellschaft wollen Sie nun suggerieren, (Horst Förster, AfD: Sie wollen doch die Sprache verändern! – Zurufe von Petra Federau, AfD, und Thomas de Jesus Fernandes, AfD) dass ihnen auch noch ihre Sprache genommen werden soll, und das ist schlicht nicht wahr. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Anders als bei Ihren bisherigen Anträgen wenden Sie sich nicht nur gegen eine Minderheit, sondern gegen 50 Prozent der Gesellschaft, 50 Prozent der Gesellschaft, die wir übrigens brauchen, wenn es darum geht, unseren Wohlstand zu erhalten, der Ihnen ja auch an der einen oder anderen Stelle immer wieder sehr wichtig ist. Und das ist neu, aber es passt zu dem, was Sie sonst noch fordern, nämlich, dass die Frauen sich auf das Kinderkriegen reduzieren, (Horst Förster, AfD: Das ist ja alles lächerlich! – Zuruf von Petra Federau, AfD) um die Köpfe, die uns aktuell fehlen, biodeutsch zu ersetzen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ojemine!) Frauen aus den Gesetzen zu streichen, lässt vermuten, dass die AfD, wenn es so nicht ist, Angst vor ihnen hat, (Heiterkeit bei Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Vor Ihnen?!) Gleichstellung offenbar als ein Luxusgut empfindet. Und ich sage Ihnen, wir können uns das überhaupt nicht leisten, (Heiterkeit bei Thomas de Jesus Fernandes, AfD) diese Debatte in dieser Form zu führen. Zur Unsäglichkeit Ihres Gesetzentwurfes habe ich bereits in der letzten Landtagssitzung ausgeführt. Ich will das heute hier nicht wiederholen, aber ich sage noch einmal ganz deutlich: Die Einzige, die hier immer wieder sagt, dass irgendjemand zu einer bestimmten Sprache gezwungen werden soll, ist die AfD. Die Einzige, die tatsächlich jemanden zur Verwendung einer bestimmten Sprache zwingen will, ist die AfD. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Richtig!) Auch wenn Ihnen, meine Damen und Herren, an dem Bildschirm was anderes suggeriert wird, (Michael Noetzel, DIE LINKE: Niemand sonst, niemand sonst!) gibt es in diesem Land keine Sprachpolizei, nicht in Mecklenburg-Vorpommern und nicht in Deutschland. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Reden Sie gern, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist! Schön wäre, wenn Sie dabei achtsam sind. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Neulich saß ich auf einer Veranstaltung und die Rednerin am Pult artikulierte das Gendersternchen ein wenig unsauber, sodass es dann wirkte wie „liebe Mitstreiterinnen“. Und ein gestandener Mann, der neben mir saß, stieß mich an und sagte, jetzt weiß ich, wie ihr euch fühlt, wenn nur Männer angesprochen werden. Und was zeigt dieses Beispiel exemplarisch? Sprache spielt eine Rolle, wenn es um den Adressatenkreis geht. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Das ist insbesondere wichtig, wenn es um die Formulierung der Regeln in unserer Gesellschaft geht. Nichts anderes reflektiert die hier nun angegriffene Regelung des Gleichstellungsgesetzes. Und es ist Aufgabe der Landesregierung, alle mitzunehmen. Deshalb braucht es die Regelung in Paragraf 4 Absatz 2 Gleichstellungsgesetz. Lehnen Sie diesen Gesetzentwurf ab! (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: In der Schule hätte man gesagt, Sechs, setzen, Thema verfehlt!) Die SPD-Fraktion macht das gerne und aus tiefer Überzeugung. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
