Christian Winter
Ja, das ist wirklich auch, sehr geehrte Frau Präsidentin, wirklich schade, wenn ich auch Redezeit mit Unsachlichkeiten aufwenden muss, mich dann mit Ihnen auseinandersetzen muss. Da stimme ich Ihnen zu. Nichtsdestotrotz, es gibt einfach Dinge, auch als Landeskind, die kann ich hier so nicht stehen lassen. Und ja, das ist natürlich auch bezeichnend, was Sie da für Zahlen hier heranziehen. Armut wird ja aber nicht rein bemessen am BIP, sondern wenn Sie sich zum Beispiel mit dem HDI auseinandersetzen, das ist eine vielschichtige Messgröße, (Martin Schmidt, AfD: Was steht denn im Armutsbericht?) da werden zum Beispiel auch Dinge wie Gesundheit, Bildungsstand et cetera mit gemessen. Und von daher muss Ihnen doch auch klar sein, wenn Sie so eine Vokabel hier bewusst polemisieren, dass Sie damit etwas anderes im Schilde führen, als hier, sage ich mal, korrekte statistische Gegebenheiten abzubilden. Sie wollen hier das Land schlechtmachen, um daraus politisch Kapital zu schlagen. (Zuruf von Thore Stein, AfD) Das ist nämlich, und das haben Sie ja auch schon in vielen Punkten immer wieder aufgeführt, wenn es Deutschland schlecht geht, dann geht es der AfD gut. Das sind ja auch Worte Ihrer Vertreterinnen und Vertreter. (Michael Meister, AfD: Das ist die Wahrheit.) Das zeigt Ihr politisches Kalkül. Das ist ja nun auch bei populistischen Kräften bekannt. Wir setzen uns stattdessen dafür ein, dass wir die Bedingungen hier noch besser machen können. (Thore Stein, AfD: Ja, läuft ja super.) Es gibt, das sage ich gerne, in den letzten über 30 Jahren Dinge, die massiv besser geworden sind. (Michael Meister, AfD: 30 Jahre! Was soll denn in 30 Jahren passieren?) Aber es gibt auch vieles, was auch wirklich zu tun ist. Und ich glaube, da können wir uns hier auch alle ehrlich in die Augen gucken (Thore Stein, AfD: Nein.) und packen gemeinsam an. Was wir nicht brauchen, sind solche unsachlichen Kommentare. Und ich habe das jetzt in meiner Reaktion noch mal erwähnt, (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Was wir nicht gebrauchen können, ist die SPD.) Sie haben aber auch gesehen, dass ich in meinem, ja, viel längeren ersten Redebeitrag gar nicht auf Sie abgezielt habe, weil Sie in dem Punkt, Politik für gute Arbeitsbedingungen, Politik für starke Arbeitnehmendenrechte, da haben Sie einfach nichts zu bieten. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
