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Marcel Falk

SPD 22.09.2023 Sitzungen 8/65

Okay. Dann erzählen Sie immer so Geschichten über angebliche Begegnungen, die dem Erzählten mehr Glaubwürdigkeit geben sollen. Das geht dann so: Ich habe mich diese Woche mit einem echten Experten zu den Automobilzulassungszahlen getroffen. (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) Der hat nur gemeint, wenn das so weitergeht mit Elektrofahrzeugen, dann erreichen wir das Verbrennerverbot nicht einmal. Dann sind die Verbrenner vorher schon längst weg. Aber, meine Damen und Herren, allein im August dieses Jahres wurden 86.649 Autos mit reinem Elektroantrieb in Deutschland zugelassen. (Petra Federau, AfD: Das ist doch schön.) Das ist ein Plus von 170,7 Prozent. (Stephan J. Reuken, AfD: Insgesamt. – Zuruf von Daniel Peters, CDU) Der Marktanteil beträgt 32 Prozent. Dann kommen die hybriden Antriebe, Benziner nur noch bei 27,6 Prozent, (Horst Förster, AfD: Und da meinen Sie, das ist klimagerecht?!) Diesel bei 14,5 Prozent. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Der Experte, den Sie dann befragt haben, hat dann nur gemeint, wenn ich noch Aktien von Autokonzernen habe, die keine E-Fahrzeuge im Angebot haben, dann sollte ich die schnellstens verkaufen. Und Angst, Angst müsste ich nicht vor Tesla haben, Angst sollten wir vor dem chinesischen Markt haben, (Jens-Holger Schneider, AfD: Genau!) wo man im größten Binnenmarkt der Welt eben nicht auf Verbrenner setzt, sondern auf bezahlbare Elektromobilität. (Petra Federau, AfD: Aber bezahlbare Energie vielleicht mal.) MG, ehemals britische Traditionsmarke, unter der inzwischen chinesische Elektrofahrzeuge verkauft werden, GWM, Great Wall Motor, wo die chinesische Mauer bereits im Namen ist, oder bei BYD oder Nio, das sind alles Automarken, die noch gar nicht richtig in Deutschland angekommen sind, die fangen erst an. Als wir mit dem Wirtschaftsausschuss in Norwegen waren, da konnte ich mir auf der Prinsens Gate, der Prachtstraße zum Königsschloss, im Flaggschiffstore von Nio einmal anschauen, was an Autos bei uns überhaupt noch nicht erhältlich ist, aber bald erhältlich sein wird. (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD) Alles, alles Elektroautos und sehr schöne, wenn auch teilweise futuristische Elektroautos. Volkswagenchef Oliver Blume wurde vor einigen Jahren noch ausgelacht, als er die reine Elektrostrategie von Volkswagen verkündet hat. Aber mit Blick auf die Verkaufszahlen, mit Blick auf die auch in unseren Nachbarländern kann man heute schon feststellen, diese Entscheidung wird sich als goldrichtig erweisen. Der Irrweg in der Mobilität, der Irrweg zu glauben, dass Verbrenner im Massenmarkt eine Zukunft haben werden, ist genau der Irrweg. Als meine Fraktion in der letzten Legislaturperiode einen Antrag zu E-Fuels in diesem Landtag eingebracht hat, da war der Tenor, dass E-Fuels eine Option sind für Nischenbereiche, in denen wir möglichst leicht hohe Energiedichten benötigen, Flugverkehr zum Beispiel. Für den Massenmarkt, für die Individualmobilität, da gab es aber eine klare Absage. E-Fuels brauchen nicht viel zu viel Energie. Mit der Energie, die Sie brauchen, um einen Verbrenner mit E-Fuels fahren zu lassen, da fahren vier bis fünf reine Elektrofahrzeuge die gleiche Strecke. Und klar, wenn ein Elektroauto mit Braunkohlestrom fährt, dann ist die CO -Belastung höher als bei einem Bentley, 2 (Petra Federau, AfD: Auch schon bei der Produktion.) der auf 100 Kilometern 24 Super wegschlürft. (Stephan J. Reuken, AfD: Ab Produktionsbeginn an gilt das schon.) Aber das ist ja nicht Ihr Ziel. Energiewende heißt, dass wir ohne Elektrostrom auskommen wollen. Und wenn das Elektroauto dann seinen Strom aus dem Fusionskraftwerk bezieht, (Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD) zumindest habe ich da von Ihnen immer eine gewisse Präferenz vernommen, (Stephan J. Reuken, AfD: Schauen Sie mal beim ADAC!) wenn also das Elektroauto mit dem Strom aus dem Fusionskraftwerk fährt, dann sieht das mit der CO -Bilanz 2 ganz anders aus. Und das werde ich mir nächste Woche auch noch mal von Professor Klinger in Greifswald zeigen und erklären lassen. Ich weiß aber schon jetzt, dass auf dem Weg dahin auf jeden Fall Wind, Sonne und Wasserkraft deutlich günstigeren sauberen Strom erzeugen und damit unsere Fahrzeuge auch sauber voranbringen. (Zuruf von Daniel Peters, CDU) Und ich weiß ebenso, dass Sie den öffentlichen Verkehr stärken wollen. (Daniel Peters, CDU: Haben Sie sich damit schon mal befasst?) Minister Meyer hat die Pläne des Landes bei den Haushaltsberatungen vorgestellt: mehr Bahn, mehr Busse und Buslinien, Rufbussysteme so schnell wie möglich in allen Landesteilen. Das bedeutet im Kern dann perspektivisch weniger Fahrzeuge. Diese weniger Pkw werden aber nicht mehr 23 Stunden sich die Räder in die Chassis stehen, sondern fahren, was auch sinnvoll ist, weil Pkw sind Fahrzeuge und keine Stehzeuge. Lassen Sie mich kurz zusammenfassen: Elektromobilität ist gerade in Mecklenburg-Vorpommern der richtige Weg, wie wir die in unserem dünn besiedelten Bundesland weiterhin notwendige Individualmobilität klimaneutral realisieren können. Zuspruch zu Ihrer These „Elektromobilität ist ein Irrweg“ können Sie hier nicht mehr von uns bekommen. Ich schließe mit den Worten von Forrest Gump selbstverständlich: „Dumm ist der, der Dummes tut.“ (Heiterkeit bei David Wulff, FDP) Und zum Abschluss vielleicht noch mal ganz kurz, Kaiser Wilhelm sagte einmal: „Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd.“ Ich glaube, das ist bei Ihnen auch so. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall und Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD)

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