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Jutta Wegner

GRÜNE 21.09.2023 Sitzungen 8/64

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Ein bisschen Sachlichkeit tut uns vielleicht ganz gut. Bereits vor der Sommerpause haben wir in großer Einigkeit einen Antrag der Regierungskoalition verabschiedet, mit dem sich Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg gemacht hat, Künstliche Intelligenz auch in Schulen zu nutzen. Seit diesem Monat können alle Lehrer/-innen und Schulen im Land auf Fobizz zugreifen, sich hier weiterbilden und von KI unterstützen lassen. Besonders herauszuheben ist an dieser Stelle, dass die Schüler/-innen, die ChatGPT nutzen, anonym bleiben und der Datenschutz sichergestellt ist. Wir waren uns in der Fraktion alle einig, dass wir KI in den Schulen zulassen und fördern sollten, denn sie ist nicht nur nützlich bei der Onlinenachhilfe und den Hausaufgaben, sie kann auch die Lehrer/-innen entlasten, indem sie für Tests, Aufsätze oder andere schriftliche Arbeiten schnell und effizient zuarbeitet, Unterrichtspläne vorschlägt, Lehrmaterialien aufarbeitet und Ideen für Lehrmethoden gibt. Darüber hinaus bieten KI-Systeme spielerische Varianten, um sich Inhalte anzueignen. Anstatt stupide auswendig zu lernen und stumpf aus Büchern abzuschreiben, kann hier erforscht, entdeckt, weitergefragt, sekundenschnell individuell geantwortet und weitergelernt werden. Die intrinsische Motivation und der natürliche Entdeckungsdrang von Kindern und Jugendlichen kann hier in mannigfaltiger Weise genährt werden. Dabei sollte KI den Lehrer aber niemals ersetzen, weder im persönlichen, fachlichen, noch im zwischenmenschlichen Kontakt, denn nach wie vor gilt es, die Ergebnisse von KI einzuordnen. KI ist ein Werkzeug neben anderen und kann, effektiv genutzt, viele Vorteile bringen, motiviertes Lernen mit Spaß, individuelle Förderung der Schüler/-innen und Entlastung der Lehrer/-innen. Mit KI werden Schülerinnen und Schüler auch noch stärker als bisher in die Lage versetzt, selbstständig Themen zu erarbeiten. Es werden also Fähigkeiten verstärkt, die in unserer modernen Welt gebraucht werden. Und ja, vermutlich werden wir uns für Prüfungen neue Wege einfallen lassen müssen. Darum werden wir wohl nicht drum herumkommen, aber seien wir auch ehrlich, die Möglichkeiten von KI sind vorhanden. Wir haben die Wahl, sie gut vorbereitet in der Schule zu nutzen, anderenfalls nutzen die Schülerinnen und Schüler sie, ohne dass wir sie dabei begleiten können. (Beifall vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP – René Domke, FDP: Genau das ist der Punkt.) Aber eben darum müssen wir, genauso, wie wir KI zulassen und fördern, sie auch stets kritisch begleiten. Eine Notenempfehlung ist eine Empfehlung. Die Entscheidung muss die Lehrkraft treffen. Immer muss der Mensch wissen, was KI gerade macht, wie Ergebnisse entstehen. Er darf nicht Objekt des Handelns werden. Fehlentscheidungen müssen behoben werden können, und selbstverständlich muss der Datenschutz eingehalten werden. Die Einhaltung geltenden Rechts muss schon bei Modellprojekten immer selbstverständlich sein. Aus diesem Grund haben wir vor der Sommerpause auch zugestimmt, dass die Landesregierung hier weitergehende Leitlinien und Rahmenbedingungen entwickelt. Stand heute hat jede Schule in M-V die Möglichkeit, KI zu nutzen. Die Landesregierung hat auch versprochen, dies zu evaluieren und uns das Ergebnis vorzulegen. Wie genau das aussehen wird, wissen wir aber noch nicht. Die FDP hat nun, vermutlich um das Thema voranzutreiben, einen detaillierten Vorschlag zu Modellschulen gemacht. Ein Blick nach Bayern zeigt, dass dies in Deutschland schon an der einen oder anderen Schule gelebt wird, und wir denken, dass dies aus vielerlei Hinsicht eine sinnvolle Ergänzung sein kann. Gut ist, dass bereits jetzt jede Schule in M-V Modellschule sein kann. KI aber noch einmal gezielt und begleitend seitens des Landes an ausgewählten Schulen in verschiedenen Milieus zu testen, könnte darüber hinaus gehende gezielte Ergebnisse und Best-Practice-Beispiele bringen. (Beifall vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Es könnte zum Beispiel auch Schulen motivieren, KI zu nutzen, die das bisher noch nicht machen. Und es könnte Lehrer/-innen befähigen und ihnen zeigen, welche Chance in der neuen Technologie steckt. Aus diesem Grund stimmen wir dem Antrag der FDP zu und freuen uns auf eine zügige lmplementation an den Schulen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und Marc Reinhardt, CDU)

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