landtag-mv.de ↗

Enrico Schult

AfD 21.09.2023 Sitzungen 8/64

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Werte Bürger! In der Tat, ich habe mich auch gewundert über diesen Antrag. Wir haben im Juli-Plenum ausgiebig darüber debattiert, alle Fraktionen haben dem zugestimmt, dass tatsächlich die Künstliche Intelligenz ein Gewinn sein kann für unsere Schulen. Der Antrag der Fraktionen DIE LINKE und der SPD, ich kann daraus zitieren: „Lehrkräfte weiterhin über die Möglichkeiten und Potenziale von KI im schulischen Kontext umfassend aufzuklären … eine Handreichung zum Einsatz von KI in Schulen zu erarbeiten …, wie KI im Unterricht und im schulischen Alltag gewinnbringend eingesetzt werden kann. … Fortbildungen für Lehrkräfte anzubieten, … die Chancen von KI in der Schule zu nutzen und dabei gleichzeitig die möglichen Grenzen abzuwägen“. Insofern hat mich dieser Antrag, werte FDP, jetzt dann doch gewundert. (René Domke, FDP: Der ist konkreter und besser.) Ich habe so den Eindruck, als hätten Sie den gerne selber gestellt, sind aber ein bisschen spät dran, sind ein bisschen spät dran gewesen und haben gesagt, okay, jetzt legen wir noch mal zwei/drei Punkte drauf. Ich meine, dass wir mit diesem Antrag, den wir da beschlossen haben im Juli, schon ganz gut aufgestellt sind, da ist das konkret sozusagen abgehandelt worden. Ich möchte auch jetzt nicht meine Ausführungen noch mal wiederholen, die ich damals gemacht habe. Für uns ist die Künstliche Intelligenz durchaus ein Gewinn für die Schule, keine Frage, aber wir sehen eben auch die Risiken, die damit einhergehen. In Gesprächen wurde uns gespiegelt, vor Kurzem gerade, „Jung sein in M-V“, da gab es eine Podiumsdiskussion im Theater drüben, dass die Jugendlichen das natürlich schon nutzen, diesen ChatGPT, (René Domke, FDP: Ja, eben.) um ihre Hausaufgaben zu machen und so weiter, und da sind wir natürlich dann auch gehalten, und das führte die Bildungsministerin ja auch aus, dort ganz genau, (René Domke, FDP: Die sind schneller, als die Schule ist. Das ist das Problem.) ganz genau zu schauen und die Lehrer in die Lage zu versetzen, ob der Schüler oder die Schülerin auch selber Urheber dieser Aufgaben ist oder dieser Hausaufgaben oder dieses Aufsatzes. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das konnte Frau Oldenburg selber nicht rausfinden. – René Domke, FDP: Genau, das konnte sie selber auch nicht herausfinden.) Genau. Da brauchen wir aber auch keine Modellschulen, Herr Domke, da haben wir diesen Handlungsleitfaden und die Lehrer müssen jetzt nach und nach damit umgehen können. (René Domke, FDP: Ja.) Und ich sehe tatsächlich die Gefahr, (Zuruf von René Domke, FDP) dass – und Sie haben jetzt ja diese massive Digitalisierung, da sehen Sie das ja auch immer so als Heilsbringer in den Schulen – das die Lehrer auch schon jetzt sehr überfordert. (René Domke, FDP: Trotzdem findet sie ja statt.) Also ich sagte ja, viele Schulbesuche halten wir ab hier als AfD und da unterstützen sich die Lehrer tatsächlich selber. Und wenn wir jetzt noch mit, (René Domke, FDP: Trotzdem läuft es ja.) wenn wir jetzt noch mit ChatGPT kommen und jetzt noch Modellschulen ausweisen, dann sind wir der Meinung, dass es tatsächlich die Lehrer überfordert, die ohnehin schon bürokratisch sozusagen am Limit sind. Die AfD-Fraktion ist der Meinung, (René Domke, FDP: Die sollen ja auch entlastet werden.) die AfD-Fraktion ist der Meinung, dass wir mit dem Antrag von DIE LINKE und SPD diesem Thema genug Rechnung getragen haben. (Zuruf von René Domke, FDP) Wir machen auch noch mal darauf aufmerksam, dass eben der Lehrer eine wichtige Person, Bezugsperson ist, der ja auch die sozialen Fähigkeiten im Unterricht vermitteln soll und eben zum kritischen Denken auch anregen soll. Und das passiert bei ChatGPT nicht. Wir haben es gehört, der ChatGPT hat sich sofort entschuldigt, das würde ja auch dem Schüler passieren, Entschuldigung, ich habe mich geirrt. Also der ChatGPT widerspricht dem Schüler nicht sozusagen und entschuldigt sich dann wieder. Es ist kein adäquater Ersatz für einen Menschen, (René Domke, FDP: Hängt vom Programm ab.) es ist kein adäquater Ersatz für einen Lehrer, und deshalb sagen wir als AfD, dass wir zum kritischen Denken anregen durch den Lehrer selbst, (René Domke, FDP: Ja.) frei nach dem Motto von Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Das passiert bei dem ChatGPT nicht. Gleichwohl, die Chancen sind da, die Risiken auch. Wir sind als Schule dort gut aufgestellt mit diesem Handlungsleitfaden. Diesen Antrag der FDP braucht es nicht. Ich habe so den Eindruck, dass es bei Ihnen mittlerweile irgendwie schon zum Fetisch geworden ist, (René Domke, FDP: Das wäre nicht das Schlechteste für die Schulen.) Digitalisierung und Künstliche Intelligenz und so weiter, dass Sie sich immer diesen Themen widmen, aber wir meinen, dass, wie gesagt, diese Schulpolitik oder die Bildungspolitik an anderen Dingen nachgesteuert werden muss, das ist der Punkt der AfD. Es geht uns zu weit definitiv mit Modellschulen. (René Domke, FDP: Mehr Mut, mehr Mut, Herr Schult!) Wir sind gut aufgestellt mit dem Antrag vom Juli, und deshalb wird meine Fraktion diesem Antrag auch nicht zustimmen. Gleichwohl stehen wir der Künstlichen Intelligenz, Herr Domke, natürlich positiv gegenüber, das noch mal zum Abschluss. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Alle Reden von Enrico Schult Protokoll ↗