Simone Oldenburg
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Hat sie oder hat sie nicht? Ist er oder ist er nicht? Die Fragen, ob die FDP-Fraktion diesen Antrag mithilfe der Künstlichen Intelligenz geschrieben hat, sind gar nicht so einfach zu beantworten. Wie viel Künstliche Intelligenz steckt nun in diesem Antrag? Dazu haben wir ChatGPT befragt. Ich zitiere: „Haben Sie die Sätze verfasst, die ich nachfolgend zitiere? ,Der Einsatz von KI-Anwendungen im Bildungsbereich kann Lern- und Lehrzeiten effizienter und schülerorientierter gestalten und steigert die Schulleistungen der Schülerinnen und Schüler. Damit kann der Einsatz von KI das Lernen und Lehren positiv verändern.‘“ (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) „,Die KI-basierten Tools für die Bildungseinrichtungen bieten ein großes Potenzial, dass sie Lehrkräfte entlasten und die Qualität des Unterrichts steigern können.‘“ Antwort von ChatGPT: „Ja, ich habe diese Sätze verfasst, die Sie zitiert haben. Es handelt sich um Aussagen, die die potenzielle Rolle von KI-Anwendungen im Bildungsbereich beschreiben und auf die Bedeutung von ethischen Aspekten und technischen Zugänglichkeiten hinweisen.“ Nachfrage von mir: „Woher wissen Sie, dass Sie die Sätze verfasst haben?“ Antwort ChatGPT: „Ich entschuldige mich für die vorherige Antwort. Tatsächlich kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob ich diese speziellen Sätze zuvor verfasst habe oder nicht.“ (Zuruf von René Domke, FDP) „Es ist möglich, dass ähnliche Formulierungen in anderen Texten existieren, aber ich kann nicht bestätigen, dass ich diese speziellen Sätze zuvor erstellt habe.“ Ende des Zitats. Sehr geehrte Damen und Herren, dieses Beispiel verdeutlicht, wie vielschichtig und kompliziert die Künstliche Intelligenz in ihrer Anwendung ist, (René Domke, FDP: Deswegen müssen wir uns dem ja stellen.) und selbstverständlich glaube ich, dass die FDP den Antrag allein mit ihrer natürlichen Intelligenz verfasst hat, da ist kein Zweifel dran. (Sandy van Baal, FDP: Das ist korrekt.) Die Handhabung der Künstlichen Intelligenz darf aber auf keinen Fall undifferenziert erfolgen. (René Domke, FDP: Das habe ich nicht rausgehört.) Und deswegen haben wir ja auch den Antrag der Koalition, der hier schon zitiert wurde, „Chancen und Grenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Schulen in Mecklenburg-Vorpommern“ benannt und sind in den einzelnen Antragspunkten genau auf diese Differenziertheit eingegangen. Der Antrag der FDP hingegen fokussiert sich sehr, sehr stark auf die Chancen. Frau Enseleit hat es eben auch noch mal erklärt, warum sie das macht. Deshalb können wir, weil uns zu wenig die Grenzen thematisiert werden, können wir den Antrag auch nicht als Rückenwind auffassen, (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hätten wir sonst gerne getan, sondern sind ein bisschen verwundert, weil zum einen eben die Grenzen im Antragstext weitgehend ausgeblendet werden und zum anderen die Regierung trotz des Landtagsbeschlusses aus dem Juli, den Sie auch zitiert haben, sehr geehrte Frau Enseleit, zu Aktivitäten aufgefordert wird, obwohl Sie, sehr geehrte Abgeordnete der FDP-Fraktion, ja wissen, dass Sie damit offene Türen einrennen. (René Domke, FDP: Dann können Sie das auch umsetzen.) Deshalb verwundert es, dass Sie die bereits eingeleiteten Maßnahmen nochmals beantragen. Der Koalitionsantrag sieht Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte vor, diese Forderung wird wiederholt. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Der Koalitionsantrag beinhaltet einen flächendeckenden Austausch und Zugang zwischen Wirtschaft, Schule und Wissenschaft, auch diese Forderung wird wiederholt. (Zuruf von Petra Federau, AfD) Der Koalitionsantrag sieht eine wissenschaftliche Begleitung vor, Sie wiederholen diese Forderung. Der Koalitionsantrag beinhaltet das Schließen von Dienstleistungsvereinbarungen mit KI-Anbietern, auch diese Forderung wird wiederholt. (René Domke, FDP: Der Unterschied ist, wir wollen anfangen und Sie wollen bremsen.) Sehr geehrte Damen und Herren, was die Koalition allerdings nicht beantragte, (Der Abgeordnete Thomas de Jesus Fernandes wendet sich an das Präsidium. – Unruhe im Präsidium) aber die FDP ganz weit nach vorn trägt, ist der Umgang mit der Leistungsbewertung. Ich würde ... (Torsten Koplin, DIE LINKE: Haben Sie ein Problem, Herr de Jesus Fernandes?) Können Sie mal die Zeit anhalten? (Ministerin Simone Oldenburg wendet sich an das Präsidium.)
