Torsten Renz
Meine sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nun ist es doch noch eine etwas größere bildungspolitische Debatte geworden. Und der Redebeitrag von Herrn Butzki hat einfach herausgefordert, hier Positionen klarzustellen, sich zu positionieren, was man von der Einheitsschule hält. Wenn er hier eine Jubelveranstaltung daraus machen will und sozusagen das gegliederte Schulsystem verantwortlich macht für den schlechten Zustand unserer Schulen, glaube ich, braucht es eine Erwiderung. Und wenn Sie sich auf den Weg begeben wollen, da haben Sie ja die Unterstützung von der linken Seite, Herr Butzki. Die wollten ja schon immer alle in eine Klasse stecken bis Klasse 10. Wenn das jetzt auch Ihr Ansatz ist, um die Bildungspolitik in diesem Lande voranzubringen, dann will ich Ihnen ganz klar sagen, wofür die CDU steht: Wir sind froh und werden weiterhin dafür kämpfen, wenn Sie versuchen, es abzuschaffen, das zweigliedrige Schulsystem, in dieser Form in Mecklenburg-Vorpommern zu erhalten, weil wir nämlich keine Gleichmacherei wollen, weil wir ein Leistungsprinzip im Bildungssystem brauchen, was wir dann auch in der gesamten Gesellschaft brauchen. Und wenn Sie da die Axt anlegen wollen am Bildungssystem und die Gleichmacherei vorantreiben wollen, dann müssen Sie den Leuten das deutlich sagen und dann wird es eine bildungspolitische Auseinandersetzung in dieser Frage geben. Wir wollen nämlich schärfere Zugangsbedingungen zum Gymnasium (Beifall Katy Hoffmeister, CDU – Enrico Schult, AfD: Das haben wir gar nicht abgestimmt. Das ist mir neu.) und eine Stärkung der Regionalen Schule, zum Beispiel über mehr Lehrkräfte, dass nämlich diese beiden Bildungsgänge, weil wir unterschiedliche Kinder haben mit unterschiedlichen Voraussetzungen, die dann auch die maximale Förderung erhalten. Und nicht das gegliederte Schulsystem ist schuld an dem Zustand, den wir jetzt haben, sondern, dass Politik gepennt hat, zu wenig Lehrer ausgebildet hat in den letzten Jahrzehnten. Dass der Bauzustand an den Schulen schlecht ist, dass Sie keine Programme einstellen für Schulbauprogramme oder für die Sanierung und den Bau von Schulen, dass Sie bei der Digitalisierung schlecht vorankommen, dass Sie eine zu hohe Unterrichtsverpflichtung der Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern haben, das sind Ursachen, die Sie bekämpfen müssen, und nicht sagen, der Zustand ist schlecht und damit es besser wird, werden wir jetzt alle bis Klasse 10 in eine Klasse stecken. Das ist ein bildungspolitischer Irrweg. (Zuruf von Christian Brade, SPD) Wir lehnen die Einheitsschule ab. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und Sabine Enseleit, FDP) Und selbst in der DDR, obwohl wir da homogenere Klassenverbände hatten, haben sie im Nachgang erkannt, dass es ein Fehler war, die EOS – die Fachleute wissen, die Bezeichnung einzuordnen –, (Jens-Holger Schneider, AfD: Jo.) die EOS ab Klasse 11 sozusagen in den 80er-Jahren einzuführen, weil es richtig war, irgendwann eine Spezialisierung, Trennung vorzunehmen, und nämlich das ab Klasse 8. Wenn Sie nämlich ab Klasse 11 eine Trennung vornehmen, dann brauchen die Schüler und Schülerinnen ja schon gefühlt das gesamte 11. Schuljahr, um sich einzugewöhnen. Und so können Sie ein Leistungsprinzip, was wir benötigen, in diesem Lande nicht etablieren. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner, fraktionslos)
