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Sabine Enseleit

FDP 21.09.2023 Sitzungen 8/64

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte jetzt noch mal zu unserem eigentlichen Thema, nämlich den multiprofessionellen Teams, zurückkommen. Unser Ziel als FDP ist es, alle Kinder individuell zu fördern, um ihnen den sozialen Aufstieg und ein selbstbestimmtes, eigenständiges Leben zu ermöglichen. Dazu gehört die gezielte Förderung leistungsschwächerer ebenso wie die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler. Multiprofessionelle Teams können hier spezifische fachliche und pädagogische Unterstützungsangebote machen, denn die Vielfalt in den Schulklassen macht auch eine Vielfalt im pädagogischen Team notwendig. Für moderne Bildungsprozesse ist kooperative Arbeit in multiprofessionellen Teams notwendig, insbesondere vor dem Hintergrund der inklusiven Bildung, aber auch der modernen pädagogischen und didaktischen Ansätze. Leider sind wir in Mecklenburg-Vorpommern noch weit davon entfernt, an allen Schulen mit multiprofessionellen Teams aus Lehrern, Sonderpädagogen, Therapeuten und Schulsozialarbeitern zu arbeiten. Der Verband Bildung und Erziehung sagt sogar, dass es im Land überhaupt noch keine multiprofessionellen Teams gibt, sondern Teams, die sich aus Lehrkräften der jeweiligen Schule zusammensetzen, also eine Mogelpackung auf Kosten der Lehrerinnen und Lehrer, denn sie investieren Zeit für zusätzliche interne Absprachen und gemeinsame Unterrichtsplanung, die nicht berücksichtigt wird. Und das Bildungsministerium hat bis heute nicht festgelegt, welche Berufsgruppen zu den multiprofessionellen Teams gehören sollen. Dieses Aufschieben und Hinauszögern sind Kalkül, denn eine Definition, wer zu einem multiprofessionellen Team gehören soll, also zum Beispiel Sonderpädagogen, Schulpsychologen, Lerntherapeuten oder Sozialarbeiter, würde die bisherige Mogelpackung schnell auffliegen lassen. Solche Teams gibt es in M-V nämlich nicht. Sonderpädagogen oder Schulpsychologen sind eine Rarität an unseren Schulen, sodass von keiner Gestaltung und Begleitung der Lernprozesse von diesen Fachkräften hier die Rede sein kann. Die FDP fordert deswegen eine verbindliche Definition für multiprofessionelle Teams in Mecklenburg-Vorpommern. Es muss festgelegt werden, welche Berufsgruppen zum Pool für ein multiprofessionelles Team gehören. Über die genaue Zusammensetzung entscheiden dann die Schulen selbst. Die Schulleiterinnen und Schulleiter werden am besten wissen, welche Fachkräfte in ihrer Schule gebraucht werden. Der Aufbau der multiprofessionellen Teams und damit auch die Förderung von zukunftsweisenden Kooperationsmodellen bilden im Übrigen auch die dritte Säule des Startchancen-Programms der Bundesregierung. Ihre Aufgaben sind breit gefasst und liegen im Wesentlichen in der Beratung und Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, in der schulunterstützenden Elternarbeit, in der Mitwirkung bei der Entwicklung einer positiven Schulkultur sowie in der Unterstützung bei der Inanspruchnahme staatlicher Leistungen. Die multiprofessionellen Teams werden ein unerlässlicher Bestandteil jeder Schule sein müssen, damit sich die Lehrkräfte auf das Entscheidende konzentrieren können: ihren Unterricht und die Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler. Die heutige Aussprache sollten wir beziehungsweise sollte das Bildungsministerium zum Anlass nehmen, die Zusammensetzung der multiprofessionellen Teams zu definieren und Maßnahmen für die schnelle Ausgestaltung auf den Weg zu bringen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)

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